Thekla spricht offen über ihre Heel-Rolle, ihren neuen AEW-Vertrag und einen prominenten Wunsch-Transfer

Thekla präsentiert sich auf der Stage
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AEW Women’s World Champion Thekla hat in zwei aktuellen US-Interviews ungewöhnlich offen über ihre Heel-Karriere, einen neuen Mehrjahresvertrag und einen prominenten Wunsch-Neuzugang gesprochen. Die Österreicherin schildert dabei zunächst eine Phase aus ihrer Zeit in Japan, die für sie weit über das normale Maß einer Wrestling-Reaktion hinausging. Ihre Schlussfolgerung daraus ist gerade nicht das, was viele Fans erwarten würden, und passt zugleich zu einer für sie bemerkenswert ruhigen Phase in der AEW-Umkleidekabine.

Worauf Thekla die Bestätigung ihres Heel-Erfolgs gründet

Im Gespräch mit Express U.S. Sport, dem US-Sportableger des britischen Daily Express, berichtet Thekla detailliert über die Reaktionen, die sie nach einem kontroversen STARDOM-Auftritt 2025 erhalten habe. Es habe Morddrohungen gegeben, Aufrufe an die Polizei, sie solle das Land verlassen, sowie Fans, die sie bei Live-Shows angespuckt hätten. Diese Eskalation deutete sie ausdrücklich nicht als Bedrohung, sondern als Bestätigung ihrer Arbeit.

Wörtlich erklärte sie: „Als die Morddrohungen kamen und alle riefen, jemand solle die Polizei holen, sie müsse das Land verlassen, und die Leute anfingen, mich bei den Shows anzuspucken, dachte ich nur: Oh mein Gott, ich glaube, das funktioniert tatsächlich.“

Vorgeschichte mit Sayaka Kurara und Taro Okada

Auslöser der gesamten Eskalation war ein bewusst zugespitzter Storyline-Angriff bei STARDOM All Star Grand Queendom 2025. Nach einer Niederlage gegen Sayaka Kurara attackierte Thekla am Ring den damaligen STARDOM-Präsidenten Taro Okada, was in einer Storyline-Entlassung aus der Promotion mündete. Dieser Bruch ebnete den Weg für ihren Wechsel in die USA, der wenige Monate später offiziell von AEW vermeldet wurde. Auch nach Theklas Abgang griff STARDOM die Geschichte mehrfach wieder auf. Im Oktober 2025 kam es zu einer weiteren Konfrontation zwischen ihr und Okada in der Arena Mexico, eine zusätzliche Eskalation folgte beim STARDOM-American-Dream-Event in Las Vegas während der WrestleMania-Woche im April 2026.

Heel-Lust und kalkulierte Provokation

Im weiteren Gesprächsverlauf machte Thekla deutlich, dass sie die Rolle der Bösen mit großer Freude ausfüllt. Sie bezeichnete ihre Gegnerinnen regelmäßig als grob und die Reaktion des Publikums sei genau die Bestätigung, die sie suche. Schon vor den Morddrohungen habe sie gemerkt, dass sie das Publikum an einen Punkt gebracht habe, an dem es nicht mehr sicher sein konnte, ob ihre Boshaftigkeit gespielt oder echt sei. Genau diese Grauzone beschreibt Thekla als den Wendepunkt, an dem sie verstanden habe, worum es im Wrestling-Geschäft tatsächlich gehe.

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Österreich, Japan, USA und die Gunther-Parallele

Auch zu ihrer langen Reise durch die internationale Wrestling-Szene äußerte sich Thekla bemerkenswert pragmatisch. Sie habe lange gebraucht, einen Ort zu finden, an dem sie sich wirklich wohlfühle, dieser Ort sei für sie aber zum Glück nicht physisch gebunden. In Österreich sei es immer spaßig gewesen, ihre Zeit in Japan habe sie als hart, aber zugleich fordernd und sehr unterhaltsam erlebt. In den USA sei sie nach gut einem Jahr noch ein „Baby“.

Besondere Aufmerksamkeit erhielt im Interview der Vergleich zu ihrem Landsmann Gunther. Thekla zeigte sich von der Konstellation selbst überrascht, dass ausgerechnet zwei Wrestler aus einem kleinen Land ohne nennenswerte Wrestling-Szene es so weit gebracht hätten. Gunther in WWE und sie in AEW, das sei aus ihrer Sicht bemerkenswert.

Mehrjahresvertrag bei AEW und der „verdammte Blumengarten“

Wenige Tage später sprach Thekla in einem zweiten Interview mit „Inside the Ring” über ihre vertragliche Zukunft. Ihren Aussagen zufolge hatte sie einen Wechsel ohnehin nie ernsthaft in Betracht gezogen. Ausschlaggebend für die Verlängerung sei ein direktes Gespräch mit Tony Khan gewesen, der sie gefragt habe, ob sie länger als ursprünglich vereinbart bei AEW bleiben wolle. Ihre Antwort auf diese Anfrage lautete: „Ja, wenn die Umstände stimmen und es sich für mich finanziell lohnenswert genug anfühlt, halte ich das definitiv für eine sehr gute Idee.“

Inhaltlich begründete Thekla ihre Entscheidung mit der Atmosphäre im Backstagebereich. Die Stimmung in der Umkleidekabine sei ruhig und friedlich, sie liebe ihren Job und arbeite ausgesprochen gerne mit dem AEW-Präsidenten zusammen. Auf die Frage, ob es woanders nicht besser sein könnte, antwortete sie: „Ich glaube nicht, dass das Gras woanders grüner ist, denn ich sitze hier in einem verdammten Blumengarten.“

Diese Aussagen folgen auf einen Bericht von Fightful Select, demzufolge AEW entschlossen gehandelt habe, um Theklas Zukunft zu sichern, noch bevor sie die Free Agency erreicht habe. Sean Ross Sapp berichtete, Thekla habe den Vertrag über einen professionellen Vertreter ausgehandelt und im Zuge der neuen Vereinbarung eine erhebliche Gehaltserhöhung erhalten. Fightful wies zudem darauf hin, dass WWE bei einer freien Verfügbarkeit Theklas wahrscheinlich ernsthaftes Interesse gezeigt hätte, AEW den Abschluss aber rechtzeitig herbeiführen konnte, um einen Bieterwettstreit zu verhindern.

Theklas Plädoyer für Kairi Sane in AEW

Im selben Interview wurde Thekla gefragt, ob sie sich Kairi Sane realistisch eines Tages bei AEW vorstellen könne. Theklas Antwort fiel ungewöhnlich klar aus. Sie halte Sane für ein herausragendes Talent und finde, dass sie das AEW-Produkt insgesamt aufwerten würde. Sane verstehe es, einen Auftritt zu inszenieren, und bringe genau das gewisse Etwas mit, das eine Promotion auszeichne.

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Gleichzeitig räumte Thekla ein, dass es bei einem ohnehin vollen Roster nicht beliebig viele zusätzliche Verpflichtungen geben könne. Die Umkleidekabine sei klein, zu viele Wrestler würden den Bereich schnell überfüllen. Trotzdem würde Sane aus ihrer Sicht eindeutig zu jenen Namen gehören, denen sie eine Chance geben würde.

Den Hintergrund dieser Aussagen liefert Sanes überraschende WWE-Entlassung im Rahmen der Kaderreduzierungen nach WrestleMania 42, ein Schritt, der viele Beobachter überraschte, weil Sane noch aktiv in eine laufende Storyline mit Iyo Sky und Asuka eingebunden war.

Dave Meltzer berichtete im Wrestling Observer Newsletter, dass intern offenbar die Annahme eine Rolle gespielt habe, Sane könne mittelfristig nach Japan zurückkehren. Sane selbst hat öffentlich bestritten, ihre eigene Entlassung gewünscht zu haben, und widersprach damit Berichten, wonach sie aus eigenem Antrieb gegangen sei.

Titelbilanz und Ausblick auf Double or Nothing

Sportlich befindet sich Thekla aktuell auf dem Höhepunkt ihrer noch jungen AEW-Karriere. Sie ist die 16. AEW Women’s World Champion in der Geschichte des Titels und hält ihn mittlerweile seit mehr als 80 Tagen. Bereits vor ihrem Aufstieg zu AEW hatte sie unter anderem die Ice Ribbon Triangle Ribbon Championship und den SWA Undisputed World Women’s Title gehalten. Ihre nächste Aufgabe wartet beim Premium Live Event „Double or Nothing” am 24. Mai 2026 im Louis Armstrong Stadium in Queens, wo sie ihren Titel verteidigen soll.