WrestleMania 42 ist Geschichte, und die Reaktionen fallen differenziert aus. Der Vorlauf auf das Event war von gemischten Gefühlen begleitet. Einerseits stand die übliche Grundbegeisterung für das größte WWE-Event des Jahres, andererseits hatte die Fanbase bereits in den Wochen zuvor lautstark Kritik geäußert.
Hohe Ticketpreise schreckten potenzielle Besucher ab und sorgten für eine längere Phase mit verhaltenen Verkaufszahlen als üblich. Hinzu kamen Diskussionen über Booking-Entscheidungen, insbesondere rund um die Einbindung von Pat McAfee für das Main-Event-Match, die die Stimmung im Vorfeld belasteten.
Trotz dieser Ausgangslage reisten tausende Fans nach Las Vegas und verfolgten die Show mit hohen Erwartungen. Nach dem Event stehen nun aber nicht nur die sportlichen Ergebnisse im Mittelpunkt, sondern auch die Diskussionen über Werbeunterbrechungen und kürzere Matchzeiten. Das zeigt, dass die neue Partnerschaft zwischen WWE und ESPN genau beobachtet wird.
Interne Kritik an ESPNs Werbedichte
Bereits während des ersten WrestleMania-Abends hatten Fans im Netz Unmut über die Anzahl der Werbeunterbrechungen geäußert. Nun verdichten sich die Anzeichen, dass diese Wahrnehmung auch intern geteilt wurde. Sean Ross Sapp berichtete auf Fightful Select, dass die Reaktionen aus dem Roster auf den ersten WrestleMania-Abend gemischt ausfielen. Die befragten Personen teilten dabei überwiegend die Einschätzung, dass die häufigen Werbepausen die Ringzeit spürbar verkürzten und damit die Qualität der Show beeinträchtigten.
Kürzeste WrestleMania-Nacht seit Jahren
Der Kontext dieser Kritik ist bedeutsam. Beobachter stellten fest, dass die Gesamt-Matchzeit von WrestleMania 42 Nacht 1 mit rund 84 Minuten deutlich hinter den Erwartungen an das größte Event des Jahres zurückblieb. Im Vergleich zu den vergangenen Jahren war es die kürzeste Ringzeit einer WrestleMania-Nacht. Zum Vergleich: Eine reguläre Raw-Ausgabe kommt auf vergleichbare Werte, was den Eindruck verstärkte, dass das Großevent durch die Werbepolitik ausgebremst wurde.
ESPN und TKO unter Beschuss
Historisch gesehen verkaufte die WWE unter Vince McMahon bei WrestleMania bewusst wenige Werbeplätze, um die sportliche Qualität der Show zu schützen. Unter der Führung von TKO Group Holdings hat sich diese Haltung grundlegend gewandelt. Nahezu jedes Element des Bühnenbilds ist heute als Werbefläche vermarktbar. In der ESPN-Unlimited-App sollen die verfügbaren Disney-eigenen Werbeformate dabei so konsequent eingesetzt worden sein, dass kaum ein freier Moment übrigblieb.
Ob ESPN die Dichte der Werbespots im weiteren Verlauf der Partnerschaft reduzieren wird, bleibt abzuwarten. Fest steht, dass das Thema nach WrestleMania 42 sowohl intern als auch in der Öffentlichkeit für Diskussionsstoff gesorgt hat.
Hintergründe zu Liv Morgans Entrance Theme
Etwas freundlicher fällt der zweite Backstage-Bericht des Tages aus. Laut Bodyslam wäre Liv Morgans Entrance Theme bei WrestleMania 42 fast ein ganz anderer gewesen. Die WWE erwog demnach frühzeitig, einen lizenzierten Titel als Morgans neuen Theme einzusetzen. Konkret stand der Song „Leave Me Alone“ der Sängerin Reneé Rapp zur Diskussion, der thematisch zu Morgans neuer rebellischer Rolle gepasst hätte.
Von lizenziertem Song zu eigenem Titel
Letztlich entschied sich die WWE jedoch gegen den Einsatz des Fremdtitels. Der genaue Grund ist nicht bekannt. Anstelle von „Leave Me Alone” ließ das Unternehmen mit „Trouble” einen eigenen Song produzieren, der klanglich und atmosphärisch eine ähnliche Wirkung erzielen sollte. Das Ziel blieb unverändert. Morgan sollte ein musikalisches Erkennungszeichen erhalten, das ihren Charakterwandel zur chaotischen Rebellin unterstreicht.
„Trouble“ als WrestleMania-Debüt
Die Entscheidung für die Eigenproduktion zahlte sich aus. Bei WrestleMania 42 betrat Morgan mit „Trouble“ die Bühne des Allegiant Stadiums und besiegte anschließend Stephanie Vaquer um den WWE Women’s World Championship. Damit erlebte der Song sein bisher größtes Debüt auf einer der bedeutsamsten Bühnen des Jahres, auch wenn die Fans nun wissen, dass dieser Moment ursprünglich mit einem ganz anderen Song hätte beginnen sollen.
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