WWE vor wichtigen Weichenstellungen: Saudi-Zukunft und Führungsdruck

WWE im Wüstenstaat Saudi-Arabien
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Die geschäftliche Zukunft von WWE könnte in den kommenden Jahren von mehreren wichtigen Entscheidungen geprägt werden. Während die weitere Zusammenarbeit mit Saudi-Arabien nach dem derzeitigen Vertragszeitraum offen ist, sorgt eine vorsichtigere Einschätzung der TKO-Aktie für Fragen zur langfristigen Position von WWE-Präsident Nick Khan und Chief Content Officer Paul „Triple H“ Levesque.

Saudi-Partnerschaft nach aktuellem Vertrag weiterhin offen

Nach Einschätzung von Sean Ross Sapp von Fightful Select könnte die langjährige Zusammenarbeit zwischen WWE und Saudi-Arabien nach dem derzeitigen Vertragszeitraum enden. Die Partnerschaft begann 2018 und wurde damals als auf zehn Jahre angelegte Vereinbarung präsentiert. In zahlreichen Berichten wird deshalb das Jahr 2028 als möglicher Schlusspunkt genannt.

Die öffentlich zugänglichen Vertragsangaben sind allerdings nicht vollkommen einheitlich. Als WWE und die saudische General Entertainment Authority ihre Zusammenarbeit im November 2019 um eine zweite jährliche Großveranstaltung erweiterten, teilte das Unternehmen offiziell mit, dass die Eventpartnerschaft bis 2027 laufe. Ob weitere Vereinbarungen existieren, die darüber hinausreichen, ist öffentlich nicht eindeutig dokumentiert.

Sapp verwies bei seiner Einschätzung auf die zuletzt reduzierte oder vollständig eingestellte Unterstützung Saudi-Arabiens für andere große Sportprojekte. Daraus leitete er die Möglichkeit ab, dass auch die kostenintensive WWE-Zusammenarbeit nach dem bisherigen Abkommen nicht verlängert werden könnte. Eine bestätigte Entscheidung liegt jedoch nicht vor.

WrestleMania 43 wird bereits 2027 in Riad ausgetragen

Unabhängig von der offenen langfristigen Zukunft steht fest, dass Saudi-Arabien im Jahr 2027 die größte Veranstaltung im WWE-Kalender erhält. WrestleMania 43 wird in Riad ausgetragen und damit erstmals außerhalb der USA und Kanadas stattfinden. Die Veranstaltung ist somit für 2027 und nicht für das teilweise als letztes Vertragsjahr bezeichnete Jahr 2028 angekündigt.

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Saudi-Arabien soll bereits seit Beginn der Zusammenarbeit darauf hingearbeitet haben, eine WrestleMania ausrichten zu dürfen. Den dortigen Verantwortlichen sei über Jahre signalisiert worden, dass dies zu einem späteren Zeitpunkt möglich werden könnte. Zwischenzeitlich sollen auch alternative Konzepte mit einer WrestleMania-ähnlichen Präsentation diskutiert worden sein, ehe sich die saudischen Partner schließlich die tatsächliche Großveranstaltung sicherten.

Gegen ein bereits absehbares Ende der Zusammenarbeit sprechen zugleich Aussagen von TKO-Präsident Mark Shapiro. Er erklärte im Mai 2026, dass die saudischen Partner dem Unternehmen eine weiterhin bestehende finanzielle Unterstützung für die gemeinsamen Projekte zugesichert hätten. Die laufenden Planungen für WWE, UFC und Zuffa Boxing seien davon nicht betroffen. Diese Aussage bezieht sich allerdings auf die gegenwärtigen Vereinbarungen und stellt keine Bestätigung für eine Verlängerung nach 2027 oder 2028 dar.

JPMorgan wird bei der TKO-Aktie vorsichtiger

Parallel zur Diskussion über die Saudi-Partnerschaft hat JPMorgan das Kursziel für die TKO-Aktie von 225 auf 222 US-Dollar reduziert. Als Gründe wurden unter anderem höhere Kosten, eine schwächere Stimmung unter Teilen der WWE-Fans, rückläufige Zuschauerzahlen von „Monday Night RAW“ auf Netflix und eine geringere Ticketnachfrage für den „SummerSlam“ genannt.

Die Anpassung fällt mit drei US-Dollar beziehungsweise rund 1,3 Prozent jedoch vergleichsweise gering aus. Zudem behielt JPMorgan die Einstufung „Overweight“ bei. Die Analysten gehen somit weiterhin davon aus, dass sich die Aktie überdurchschnittlich entwickeln könnte. Von einer grundlegenden Herabstufung oder einem allgemeinen Vertrauensverlust gegenüber TKO kann daher nicht gesprochen werden.

Die beobachtete Unzufriedenheit unter den Fans wird in dem Bericht zwar als möglicher Belastungsfaktor genannt, derzeit aber noch nicht als strukturelles Geschäftsproblem bewertet. Entscheidend dürfte sein, ob sich die angesprochenen Entwicklungen über einen längeren Zeitraum fortsetzen und sich schließlich auch deutlicher auf Einnahmen, Ticketverkäufe und den Wert der Medienrechte auswirken.

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Keine unmittelbaren Konsequenzen für Triple H und Nick Khan

Nach Informationen von Dave Meltzer werden wegen der JPMorgan-Einschätzung vorerst keine Veränderungen an der WWE-Führung erwartet. Weder Nick Khan noch Triple H sollen aktuell unmittelbar unter Druck stehen. Eine entscheidende Phase könnte erst beginnen, wenn TKO die nächsten großen Verhandlungen und Entscheidungen über die Medienrechte vorbereitet.

In diesem Zusammenhang wird häufig das Jahr 2028 genannt. Sollte sich die geschäftliche Entwicklung von WWE bis dahin abschwächen, könnten Shapiro und weitere TKO-Verantwortliche höhere Erwartungen an Khan und Levesque stellen. Bleiben Zuschauerinteresse, Ticketverkäufe und Einnahmen dagegen auf einem überzeugenden Niveau, dürfte wenig für eine Änderung der bestehenden Führungsstruktur sprechen.

Die Medienverträge müssen dabei differenziert betrachtet werden. Der im Oktober 2024 gestartete Fünfjahresvertrag für „Friday Night SmackDown“ beim USA Network endet 2029. Der Netflix-Vertrag besitzt dagegen eine anfängliche Laufzeit von zehn Jahren ab Januar 2025. Netflix kann die Vereinbarung um weitere zehn Jahre verlängern, hat aber zugleich die Möglichkeit, nach den ersten fünf Jahren auszusteigen. Ende 2029 steht somit eine mögliche Ausstiegsentscheidung an und nicht automatisch das reguläre Ende des Vertrags.

Geschäftszahlen werden zum nächsten wichtigen Prüfstein

Die nächsten konkreten Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung dürfte der Quartalsbericht von TKO liefern. Das Unternehmen wird seine Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 am 3. August nach dem Ende des US-Börsenhandels veröffentlichen. Dabei dürften vor allem die Einnahmen von WWE, die Entwicklung des Live-Event-Geschäfts und die Prognose für den weiteren Jahresverlauf von Interesse sein.

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