WWE und Netflix rücken enger zusammen: Weitere Pläne und klare Worte zur Zensur

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Die Zusammenarbeit zwischen WWE und Netflix hat sich seit dem Start Anfang 2025 längst über die wöchentlichen Raw-Ausgaben hinaus entwickelt. Inzwischen wird immer deutlicher, wie eng beide Seiten ihre jeweiligen Möglichkeiten miteinander verknüpfen wollen und welche Bereiche dabei künftig noch wichtiger werden könnten.

Netflix sieht WWE-Partnerschaft nach anderthalb Jahren als vollen Erfolg

Gabe Spitzer, Vice President of Global Live Sports and Entertainment bei Netflix, hat im „Sports Media Podcast“ ausführlich über die bisherige Zusammenarbeit mit WWE gesprochen. Dabei machte er deutlich, dass der Streamingdienst mit den bisherigen Ergebnissen sehr zufrieden sei. Für den US‑Markt hat Netflix bereits vor dem Wechsel von Raw relativ genau einschätzen können, wie sich die bestehende WWE-Zuschauerschaft verhalten würde. Das Unternehmen sei davon ausgegangen, dass die loyale und regelmäßig einschaltende Raw-Fanbasis dem Format auch auf die neue Plattform folgen werde. Genau das sei eingetreten.

Spitzer ging bei seiner Bewertung noch einen Schritt weiter und erklärte, dass WWE in den USA bislang jede Kennzahl erreicht habe, die Netflix sich von der Partnerschaft erhofft hatte. Diese Einschätzung wird auch durch Zahlen gestützt, die Netflix bereits zum ersten Jahrestag der Zusammenarbeit veröffentlicht hatte. Raw erreichte demnach im ersten Jahr auf Netflix über 52 Ausgaben hinweg durchschnittlich mehr als drei Millionen Views pro Woche. Zudem schaffte es die Show in 47 der 52 Wochen in die weltweiten englischsprachigen Netflix-Top-10.

Das größere Wachstumspotenzial sieht Netflix außerhalb der USA

Für Netflix sind die internationalen Märkte offenbar noch interessanter. Spitzer erklärte, dass die Resonanz außerhalb der Vereinigten Staaten das Unternehmen positiv überrascht habe und man dort das größte Potenzial für weiteres Wachstum sehe. Ein Unterschied liegt dabei auch im Umfang des Angebots. Während Netflix in den USA in erster Linie Raw überträgt, ist der Streamingdienst in vielen anderen Ländern die Heimat nahezu des gesamten WWE‑Programms. Dazu gehören neben Raw auch SmackDown, NXT sowie große Premium-Live-Events wie WrestleMania, der Royal Rumble oder der SummerSlam.

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Genau diese internationale Reichweite spielt inzwischen auch bei der Planung von Veranstaltungen eine Rolle. Spitzer schilderte, dass WWE und Netflix miteinander darüber sprechen, in welchen Ländern zusätzliche Aufmerksamkeit aufgebaut werden könnte und ob ein Event vor Ort dabei helfen würde. Als Beispiele nannte er Italien, Australien und mehrere europäische Märkte. Auch die bevorstehende große Raw-Ausgabe in Mexiko führte Spitzer als Teil dieser internationalen Strategie an. Dabei gehe es nicht darum, dass Netflix den WWE-Tourkalender bestimme. Vielmehr tauschen sich beide Seiten darüber aus, wo große Shows helfen könnten, neue Zuschauer zu erreichen oder bestehende Märkte weiter auszubauen.

WWE-Stars sollen stärker in Netflix-Produktionen auftauchen

Die Zusammenarbeit soll sich jedoch nicht nur auf Wrestling-Übertragungen beschränken. Spitzer bestätigte, dass sich WWE-Talente inzwischen auch mit Verantwortlichen aus den Film- und Serienbereichen von Netflix treffen. Dabei wird geprüft, welche Wrestler sich für andere Produktionen des Streamingdienstes eignen könnten. Die Idee dahinter ist, WWE-Stars außerhalb des Rings stärker innerhalb des Netflix-Angebots sichtbar zu machen und dadurch zugleich die Reichweite beider Seiten zu erhöhen.

Ein Beispiel ist Seth Rollins. Netflix setzte ihn bereits im Umfeld von NFL-Übertragungen ein. Zudem gehörte er zum On-Air-Team des Live-Specials „Skyscraper Live“, in dem Alex Honnolds Aufstieg auf den Taipei 101 begleitet wurde. Netflix würde Rollins laut Spitzer gerne auch künftig für weitere Projekte einsetzen. Dabei ist die Verzahnung grundsätzlich nicht neu. WWE-Stars waren bereits bei verschiedenen Netflix-Veranstaltungen und Präsentationen vertreten. Gleichzeitig wurden auch Wrestler für andere Produktionen angekündigt. Die aktuellen Aussagen zeigen jedoch, dass Netflix diesen Bereich künftig offenbar systematischer ausbauen möchte.

Netflix möchte große Raw-Matches früher kennen

Auch bei der Vermarktung von Raw soll die Zusammenarbeit enger werden. Spitzer erklärte, dass Netflix bei besonders wichtigen Matches möglichst deutlich früher eingebunden werden möchte. Im Idealfall soll WWE den Streamingdienst drei, vier oder sogar fünf Wochen im Voraus darüber informieren, wenn ein großes Match geplant ist. Netflix könnte eine entsprechende Raw-Ausgabe dann nicht nur innerhalb der üblichen WWE-Werbung bewerben, sondern eine deutlich größere Kampagne rund um das Match aufbauen.

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Spitzer nannte als Beispiel unter anderem das bevorstehende World Heavyweight Championship Match mit Roman Reigns. Auch die Begegnung zwischen Bron Breakker und CM Punk zu Jahresbeginn führte er als Beispiel für eine Begegnung an, die sich durch einen längeren Vorlauf besser vermarkten lasse. Laut Spitzer reagiert die WWE auf diese Wünsche sehr offen. Damit dürfte sich die Zusammenarbeit künftig auch darauf auswirken, wie früh größere Raw-Matches festgelegt und öffentlich angekündigt werden.

Netflix äußert sich zur jüngsten Zensur bei Raw

Spitzer wurde im Interview außerdem auf ein zuletzt viel diskutiertes Thema angesprochen. Nach der Raw-Ausgabe vom 31. August hatte es Kritik an der umfangreichen Zensur von Blut und Schimpfwörtern gegeben. Auf die Frage, wie häufig Netflix WWE hinsichtlich solcher Inhalte Vorgaben mache, erklärte Spitzer, dass entsprechende Gespräche nicht besonders oft stattfinden würden. Natürlich gebe es Altersfreigaben und Standards, an die sich jede Produktion halten müsse. Netflix versuche grundsätzlich jedoch, in diesem Bereich etwas lockerer zu sein.

Vor dem Hintergrund der jüngsten Raw-Ausgabe ist diese Aussage bemerkenswert. In der aufgezeichneten Show wurden mehrere blutige Szenen deutlich verpixelt. Auch ein Kraftausdruck von Jacob Fatu fiel der Zensur zum Opfer. Laut Berichten sorgte dies in der WWE-Postproduktion für Frust, da die Einschränkungen stärker ausgefallen seien als erwartet.

WWE veröffentlichte die unzensierte Version einer blutigen Attacke später selbst über Social Media. Spitzer vermittelte nun allerdings nicht den Eindruck, dass Netflix regelmäßig unmittelbar in die kreative Gestaltung von Raw eingreift. Wahrscheinlicher ist, dass feste Standards für verschiedene internationale Märkte eine größere Rolle spielen.

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