Netflix hat seinen halbjährlichen Bericht „What We Watched“ für den Zeitraum von Januar bis Juni 2026 veröffentlicht. Die Zahlen geben einen Einblick in die internationale Performance der WWE-Inhalte auf der Streamingplattform.
Gleichzeitig zeigen aktuelle Daten von WrestleTix, dass der Boom bei den Zuschauerzahlen für WWE-Live-Events zwar nachlässt, sich die Company aber weiterhin auf einem historisch hohen Niveau bewegt.
Royal Rumble war international erfolgreicher als WrestleMania
Bei der Einordnung der Netflix-Zahlen ist allerdings ein wichtiger Punkt zu beachten: In den USA werden WWE Premium Live Events nicht über Netflix, sondern über ESPN übertragen. Die im Bericht ausgewiesenen Abrufzahlen der Premium Live Events beziehen sich deshalb ausschließlich auf das internationale Publikum.
Zuschauer aus den USA sind darin nicht enthalten. Ein direkter Vergleich mit den weltweiten Abrufzahlen von RAW ist daher nur eingeschränkt möglich, da RAW nahezu weltweit auf Netflix verfügbar ist.
Unter dieser Voraussetzung war der Royal Rumble vom 31. Januar in Riad das erfolgreichste WWE Premium Live Event auf Netflix in der ersten Jahreshälfte 2026. Die Veranstaltung erreichte international 3,1 Millionen Views und lag damit knapp vor WrestleMania 42 Sunday mit 3 Millionen sowie WrestleMania 42 Saturday mit 2,7 Millionen Views.
Zusammengerechnet kam WrestleMania 42 auf 5,7 Millionen internationale Abrufe und übertraf damit WrestleMania 41, das im Vorjahreszeitraum auf insgesamt 5,2 Millionen Views kam. Beide WrestleMania-Abende legten im Vergleich zum Vorjahr zu: Die Saturday-Ausgabe steigerte sich von 2,4 auf 2,7 Millionen Views, die Sunday-Ausgabe von 2,8 auf 3 Millionen.
Hinter den drei größten Veranstaltungen fällt das Zuschauerinteresse deutlich ab. Elimination Chamber erreichte 1,9 Millionen Views, Clash in Italy 1,6 Millionen, Backlash 1,4 Millionen und Night of Champions 1 Million Views.
Letztere Zahl ist allerdings nur bedingt aussagekräftig, da die Veranstaltung erst am 27. Juni stattfand und der Netflix-Berichtszeitraum bereits am 30. Juni endete. Die Show hatte somit lediglich drei Tage Zeit, um Abrufe zu sammeln.
RAW dominiert die WWE-Rangliste auf Netflix
In den Top 25 der meistgesehenen WWE-Inhalte auf Netflix dominierte RAW klar das Ranking. Die Show belegte die ersten 16 Plätze und stellte insgesamt 22 der 25 meistgesehenen WWE-Titel. Das überrascht kaum, da RAW nahezu weltweit auf Netflix verfügbar ist und damit eine deutlich größere Reichweite besitzt als die Premium Live Events.
Die erfolgreichsten RAW-Ausgaben waren die erste Netflix-Episode vom 5. Januar sowie die Show vom 20. April nach WrestleMania 42. Beide Folgen erreichten jeweils 3,7 Millionen weltweite Views.
Die einzigen Inhalte außerhalb von RAW, die es in die Top 25 schafften, waren der Royal Rumble auf Platz 17, WrestleMania 42 Sunday auf Platz 21 sowie die zweite Staffel von WWE Unreal auf Platz 24 mit 2,8 Millionen Views.
Insgesamt erzielten sämtliche WWE-Inhalte auf Netflix in der ersten Jahreshälfte 2026 rund 149 Millionen Views sowie mehr als 327 Millionen gestreamte Stunden.
Ein weiterer Wert stammt bereits aus dem Zeitraum nach dem Netflix-Bericht: Die RAW-Ausgabe vom 6. Juli aus Chicago, bei der CM Punk die Undisputed WWE Championship gewann, kam auf 2,5 Millionen weltweite Views und erreichte damit den höchsten Wert der Show innerhalb von sechs Wochen.
WWE Unreal verliert deutlich an Reichweite
Weniger positiv entwickelte sich dagegen die Dokumentationsreihe WWE Unreal. Die zweite Staffel erreichte 2,8 Millionen Views und 13,4 Millionen gestreamte Stunden. Damit blieb sie deutlich hinter der ersten Staffel zurück, die noch 4,9 Millionen Abrufe erzielt hatte.
Die dritte Staffel startet am 21. Juli auf Netflix. Gleichzeitig wird Netflix sein Berichtsformat ab 2027 umstellen. Die „What We Watched“-Daten sollen künftig nicht mehr halbjährlich, sondern nur noch einmal pro Jahr veröffentlicht werden.
Besucherzahlen gehen zurück – historisch bleibt WWE dennoch auf Spitzenniveau
Neben den Netflix-Zahlen hat Dave Meltzer im Wrestling Observer Newsletter auch aktuelle Daten von WrestleTix zur Entwicklung der WWE-Live-Events eingeordnet. Demnach besuchten in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 durchschnittlich 10.810 Zuschauer jede WWE-Veranstaltung. Im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres entspricht das einem Rückgang von 23,5 Prozent. 2025 hatte der Durchschnitt noch bei 14.132 Fans gelegen.
Meltzer weist jedoch darauf hin, dass diese Entwicklung im historischen Zusammenhang betrachtet werden müsse. Über viele Jahre galt ein Zuschauerschnitt von rund 6.000 Fans pro Veranstaltung als normal. Bereits Werte oberhalb von 7.000 galten als sehr erfolgreich.
Vor dem aktuellen Boom hatte WWE diese Marke zuletzt im Jahr 2006 dauerhaft überschritten. Selbst während der erfolgreichsten Jahre von John Cena als Topstar lagen die durchschnittlichen Besucherzahlen unter diesem Niveau.
Das Rekordjahr 2025 schloss WWE mit durchschnittlich 13.200 Fans pro Veranstaltung ab. Weitere vollständige Kalenderjahre mit einem Durchschnitt von mehr als 10.000 Zuschauern gab es lediglich 2024 (10.700), 2001 (10.200), 2000 (11.800) und 1999 (10.600). Trotz des aktuellen Rückgangs bewegt sich WWE damit weiterhin auf einem historisch außergewöhnlich hohen Niveau.
Gleichzeitig zeigen die WrestleTix-Daten, dass sich die Entwicklung bereits seit dem dritten Quartal 2025 abzeichnet. In den sogenannten Same-Market-Vergleichen, bei denen Veranstaltungen am gleichen Austragungsort miteinander verglichen werden, überwogen inzwischen fünf Quartale in Folge die negativen Ergebnisse.
Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung derzeit beim Ticketverkauf für SummerSlam 2026 in Minneapolis. Anfang Juli waren für beide Veranstaltungsabende zusammen jeweils rund 22.000 Tickets verkauft. Das US Bank Stadium bietet hingegen Platz für bis zu 67.000 Zuschauer pro Abend.
Im vergangenen Jahr hatte WWE für SummerSlam noch die Marke von 50.000 verkauften Tickets überschritten. Um den Vorverkauf anzukurbeln, senkte WWE inzwischen den Einstiegspreis auf 84 US-Dollar und startete zusätzlich eine Rabattaktion mit 25 Prozent Preisnachlass. Einen spürbaren Einfluss auf die Verkaufszahlen hatte dies bislang jedoch nicht.

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