Vince McMahon: Beinahe-Namenswechsel und neue Entwicklung im Gerichtsverfahren

Vince McMahon mit Mikrofon im Ring

Der frühere Creative Director für On-Air-Promotions der WWE, David Sahadi, hat in einem Interview neue Details über die Zeit rund um die Umbenennung von WWF zu WWE öffentlich gemacht. Hintergrund der damaligen Änderung war der verlorene Rechtsstreit gegen den World Wildlife Fund, der die Nutzung der Abkürzung WWF untersagte. In dieser Phase entstand die bekannte Marketingkampagne rund um den Markenwechsel.

Sahadi schilderte, dass intern zeitweise eine deutlich andere Lösung diskutiert wurde. Er erklärte: „Als wir das Logo ändern wollten, wollte Vince, dass es einfach WE heißt – wie World Entertainment“.

Weiter schilderte er seine Reaktion auf diesen Vorschlag und den Verlauf der Gespräche: „Und ich meinte nur: ‚Das funktioniert irgendwie nicht – WE.‘ Diese Diskussion dauerte etwa einen Monat, bevor wir uns auf WWE einigten. Ich mache keine Witze. Es ergab einfach keinen Sinn.“

Der frühere WWE-Mitarbeiter betonte außerdem seine persönliche Bindung an die frühere Markenbezeichnung. Dazu erklärte er: „Damals hieß es World Wrestling Federation. Ich habe diesen Begriff ‚Federation‘ vermisst. Das klingt so cool. Es hat etwas von Star Trek, wissen Sie.“

Rechtsstreit mit dem World Wildlife Fund und Kontext der damaligen WWE-Ära

Nach Sahadis Darstellung zog sich der Rechtsstreit über viele Jahre, bevor es letztlich zu einer endgültigen Entscheidung kam. Er hatte den Eindruck, dass es zuvor bereits Hinweise auf mögliche Probleme gegeben habe. Seiner Erinnerung nach habe die World Wildlife Foundation das Unternehmen über mehr als zehn Jahre hinweg verklagt, ohne zunächst Erfolg zu haben. Erst in einer Phase, in der die WWE deutlich provokantere und anzüglichere Inhalte zeigte, habe sich die Situation verändert und schließlich zu einem Sieg der Gegenseite geführt.

In diesem Zusammenhang verwies er auf die damalige kreative Ausrichtung des Unternehmens. Er erklärte: „Wir haben uns da draußen einen Namen gemacht. Wir hatten Degeneration X. Wir haben Grenzen überschritten. Wir haben Sachen gemacht, die man nur mit einem R-Rating zeigen konnte – Sachen, die vorher noch niemand gemacht hatte.“

Sahadi äußerte auch Nostalgie für diese kreative Phase. Dazu sagte er: „Ich vermisse die R-bewerteten Sachen, als wir Dinge taten, die noch niemand zuvor getan hatte – Mauern einreißen, Barrieren überwinden, neue Grenzen erschließen und einfach so weit wie möglich gehen.“

Er machte außerdem deutlich, dass er persönlich glaubt, diese kreative Phase könnte Einfluss auf den Ausgang des Rechtsstreits gehabt haben. Aus seiner Sicht könnte die Entscheidung zugunsten der Gegenseite gefallen sein, weil Teile der Öffentlichkeit die damaligen Inhalte als zu anzüglich oder unangemessen empfanden. Seiner Einschätzung nach führte das letztlich dazu, dass die Gegenseite Erfolg hatte und WWE gezwungen wurde, das „F“ aus dem Namen zu streichen.

Die letztliche Entscheidung führte zur Einführung der Marke WWE, die bis heute weltweit genutzt wird.

Neue Entwicklung im Verfahren von Janel Grant gegen Vince McMahon und WWE

Parallel zu diesen historischen Einblicken gibt es auch eine aktuelle juristische Entwicklung rund um Vince McMahon und WWE. Im laufenden Verfahren der ehemaligen WWE-Mitarbeiterin Janel Grant hat Richterin Sarah F. Russell einen Antrag auf vorzeitige Beweisaufnahme abgelehnt.

Nach Berichten von Brandon Thurston wurde gleichzeitig klargestellt, dass ein entsprechender Antrag zu einem späteren Zeitpunkt erneut gestellt werden kann. Hintergrund ist, dass Grant aktuell Unterlagen und Zeugenaussagen erhalten wollte, bevor die Beklagten ihre erwarteten Anträge zur Durchsetzung einer Schiedsgerichtsklausel einreichen.

Diese Klausel sieht vor, dass mögliche Streitigkeiten in einem privaten Schiedsverfahren und nicht vor einem öffentlichen Gericht geklärt werden. Laut Gericht reicht die aktuelle Aktenlage nicht aus, um eine vorzeitige Beweisaufnahme zu rechtfertigen.

Ein Auszug aus der gerichtlichen Anordnung lautet: „Die Klägerin (Grant) beantragt Beweisaufnahme zur Unterstützung mehrerer Gründe, um ein Schiedsverfahren zu vermeiden. Das Gericht äußert keine Meinung zur Begründetheit dieser künftigen Argumente oder zu anderen Gründen, die die Klägerin möglicherweise im Widerspruch zu den Anträgen der Beklagten auf Durchsetzung des Schiedsverfahrens vorbringen wird. Das Gericht hat jedoch festgestellt, dass es auf Grundlage der derzeitigen Aktenlage nicht beurteilen kann, ob eine Beweisaufnahme von den Beklagten erforderlich ist, um über die Anwendbarkeit möglicher Einwendungen gegen das Schiedsverfahren zu entscheiden. Daher hat die Klägerin ihre Beweislast nicht erfüllt, einen triftigen Grund für eine Beweisaufnahme vor der Erwiderung auf die Anträge der Beklagten darzulegen. Die Klägerin kann ihren Antrag auf Beweisaufnahme erneut stellen, wenn sie ihre Stellungnahme gegen die Anträge der Beklagten einreicht. Nach Prüfung der Schriftsätze wird das Gericht entscheiden, ob eine begrenzte, gegenseitige Beweisaufnahme zugelassen wird.“

Stand des Verfahrens und bisheriger Verlauf

Das Verfahren gewinnt damit wieder an Dynamik, nachdem es rund sieben Monate lang keine sichtbaren Fortschritte gab, während auf eine gerichtliche Entscheidung gewartet wurde. Die Dauer solcher Bearbeitungsphasen liegt grundsätzlich im Ermessensspielraum von Bundesrichtern.

Grant hatte ihre Klage ursprünglich im Januar 2024 eingereicht. Ursprünglich war auch der frühere WWE-Manager John Laurinaitis Teil des Verfahrens. Er wurde später aus der Klage entfernt, nachdem er zugestimmt hatte, Beweismaterial für Grants Fall zur Verfügung zu stellen.

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