Undertaker über den Moment seines Karriereendes, die Handschuh-Geste an AJ Styles und sein Tribut an Bray Wyatt

Undertaker flüstert Bray Wyatt etwas ins Ohr

In einem der persönlichsten Auftritte seit Jahren hat der Undertaker in der Sendung „Nightcap“ offen über die intimsten Kapitel seiner Karriere gesprochen. Er benennt den genauen Moment, in dem er wusste, dass seine Zeit im Ring abgelaufen war, erklärt erstmals ausführlich, warum er AJ Styles nach dem Boneyard Match seine Handschuhe schenkte, und würdigt das unerfüllte Potenzial von Bray Wyatt mit Worten, die angesichts ihrer Quelle besonderes Gewicht haben.

Mitten in der Nacht, mitten in der Erkenntnis

Der Undertaker erzählte, wie ihn während der ausgedehnten Dreharbeiten zum Boneyard Match bei WrestleMania 36 gegen AJ Styles eine entscheidende Erkenntnis traf, die er bis heute als den wichtigsten Moment seiner gesamten Laufbahn beschreibt. Die Produktion begann am Abend und zog sich bis in die frühen Morgenstunden. Irgendwann gegen 3 Uhr morgens stand der „Deadman” auf dem Gelände und spürte plötzlich eine innere Gewissheit, die sich nicht durch Trauer, sondern durch eine fast klinische Klarheit auszeichnete.

„Es fing gegen 20 Uhr an, und wir beendeten das Match irgendwann gegen 5 Uhr morgens. Und es war so gegen 3 Uhr morgens, als ich da stand und mir klar wurde: ‚Ich bin fertig, oder?‘ – so in dem Sinne: ‚Das war’s jetzt.‘ Es war ein Moment der Klarheit, und ich empfand keinerlei Trauer. Es gab kein ‚Mann, ich hätte das noch tun sollen‘. Es war sonnenklar. Ich wusste, dass ich alles erreicht hatte. Der Wunsch war zwar noch da, aber ich wusste, dass mein Körper es einfach nicht mehr leisten konnte.“

Eine Tradition für die größten WrestleMania-Gegner

Genau mit dieser Haltung hängt auch die Geste zusammen, über die AJ Styles erst kürzlich berichtet hatte: der Erhalt der Handschuhe aus dem Boneyard Match. Für den Undertaker war dieser Austausch keine Laune des Moments, sondern Teil einer persönlichen Tradition.

Der Deadman erklärte, dass er seinen wichtigsten WrestleMania-Gegnern schon immer etwas Bedeutungsvolles mitgeben wollte: ein greifbares Erinnerungsstück an das, was sie gemeinsam geleistet hatten. Dass er dafür ausgerechnet seine Handschuhe wählte, war keine zufällige Entscheidung. Sie haben eine besondere Bedeutung, denn es ist das letzte Paar, das er jemals in einem WWE-Match getragen hat: „Am Ende des Boneyard-Matches mögen mich die Leute zwar für verrückt halten, aber ich habe AJ Styles die Handschuhe geschenkt, die ich in diesem Match getragen habe.“

Ein gegenseitiger Austausch unter Legenden

Was viele bislang nicht wussten: Die Geste war keine Einbahnstraße. Styles schenkte dem Undertaker im Gegenzug seine eigenen Handschuhe aus dem Match. Damit besitzen beide Männer das unmittelbare Erinnerungsstück des jeweils anderen aus einer Nacht, die rückblickend als Ende einer der längsten und wichtigsten Karrieren der WWE-Geschichte gilt:
„Er hat sie – er hat das letzte Paar Handschuhe, das ich je benutzt habe. Und das bedeutet ihm alles. Es war cool – er hat mir auch seine gegeben. Also habe ich die Handschuhe, in denen er gekämpft hat, und er hat meine. Das ist irgendwie cool. Ich kann zum Regal schauen und sagen: ‚Weißt du was? An dem Abend haben wir richtig abgeräumt.'“

Bray Wyatt als der einzige echte Nachfolger

Im weiteren Verlauf des Gesprächs wurde der Undertaker gefragt, ob es heute einen Performer gebe, der die Essenz seiner eigenen Figur widerspiegele. Seine Antwort war unmissverständlich. Niemand komme dem wirklich nahe, was er über Jahrzehnte aufgebaut habe. Eine Ausnahme gibt es jedoch: Bray Wyatt. Und der Undertaker machte klar, dass er in Wyatt nicht nur einen ähnlichen Charakter sah, sondern einen Darsteller, der gerade dabei war, sein ganz eigenes Ausnahmekapitel zu schreiben: „Da war Bray Wyatt, der gerade auf dem Vormarsch war, bevor er starb. Er hatte diese Aura, diese Art von überirdischem Charakter. Es ist natürlich eine Schande, was mit ihm passiert ist, denn ich glaube, er hatte gerade erst angefangen, zu zeigen, wie großartig er einmal werden würde.“

Ein Vermächtnis, das unvollendet blieb

Laut Undertaker besaß Wyatt genau das, was nur ganz wenige Performer jemals erreichen: eine Aura, die nicht gespielt wirkte, sondern organisch aus seiner Figur heraus entstand. Er verstand es, eine ganz eigene Atmosphäre um sich herum zu schaffen und das Publikum davon zu überzeugen, das zu sehen, was er zeigte. Wyatts Karriere hatte bereits unvergessliche Momente hervorgebracht – von seiner frühen Kultführer-Phase bis hin zur abgedrehten „Firefly Fun House“-Ära. Und dennoch deutete Undertaker an, dass die entscheidendsten Kapitel noch nicht geschrieben worden waren, als Bray Wyatt am 24. August 2023 im Alter von nur 36 Jahren verstarb.

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