UHD/BD: „RAMPAGE – BIG MEETS BIGGER“

                                  Getestet und verfasst von General M 

         Quelle Bildmaterial: „Rampage, ©Warner Bros. Entertainment Inc. All rights reserved.“

                   Ab 04. Oktober 2018 erhältlich als UHD, Blu-Ray, DVD und Digital Download

81crqvyhHwL. SL1500 Der ehemalige WWE – Superstar Dwayne „The Rock“ Johnson bleibt auch 2018 einer der vielbeschäftigsten und erfolgreichsten Schauspieler überhaupt. Neben neuen Folge seiner erfolgreichen HBO – Serie Ballers war der Fließbandakteur dieses Jahr in gleich zwei Kinofilmen zu bewundern. Zum einen Skyscraper (kommenden Monat bei uns im Heimkinotest), zum anderen Rampage, den wir heute zeitig zum Ladenstart für euch auf den Prüfstand gestellt haben. Hier muss sich Johnson nicht nur gegen mutierte Tiere erwehren, sondern auch gleich eine ganze Großstadt vor den üblen Machenschaften eines fiesen Geschwisterpärchens retten. Klingt nach Hirnaus – Action? Ist es auch! Und tatsächlich sogar sehr unterhaltsame! 

Der Film

Mit Menschen hat der ehemalige Special Forces – Soldat Davis Okoye (Dwane Johnson, The Fate of the Furious) nur wenig am Hut. Lediglich mit dem hochintelligenten Albino – Silberrücken George verbindet den mittlerweile als Wildhüter tätigen Okoye eine tiefe Bindung. Als der wie zwei andere Tiere versehentlich mit einem gefährlichen Virus in Berührung gerät, den die skrupellosen Konzernbosse Claire und Brett Wyden in der Hoffnung erschaffen ließen, um die dadurch zu aggressiven Hünen mutierten Kreaturen gewinnbringend veräußern zu können, verwandelt sich der zahme Gorilla in eine unaufhaltsame Zerstörungsmaschine. 

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Während sich George zusammen mit einem gigantischen Wolf und einem Koloss von Krokodil seinen Weg nach Chicago zum Firmenhauptquartier der Wydens bahnt und die drei dabei eine Schneise der Zerstörung hinterlassen, setzt Okoye alles daran, seinen treuen Freund zu kurieren. Hilfe erhält er dabei nicht nur von der für die Entwicklung des Virus verantwortlichen Forscherin Dr. Kate Caldwell (Naomie Harris, Skyfall), sondern auch vom Hobbycowboy und Regierungsagenten Russell (Jeffrey Dean Morgan, Watchmen). Daraus wird allerdings schnell ein Wettlauf gegen die Zeit, denn das Militär unter Kommando des eher einfach denkenden Colonel Blake setzt alles daran, die mutierten Tiere auf klassische Weise aufzuhalten…

Die Rezension

Zum mittlerweile dritten Mal hat sich Hauptdarsteller Dwayne Johnson, der hier auch als ausführender Produzent agiert hat, mit Regisseur Brad Peyton zusammengetan, der die Monsterhatz als routinierten und unterhaltsamen B-Actioner inszeniert hat. Ernst oder gar Anspruch hat man dabei ganz bewusst außen vor gelassen. Das Ergebnis weiß trotz gelegentlicher Längen zu gefallen und ist genau das Richtige für alle, die mal wieder unkomplizierte Action erleben wollen, ohne sich dabei zu sehr um Logik oder Charaktere scheren zu müssen. 

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Johnson mimt den Wildhüter mit der gewohnten Portion Coolness und Selbstironie, fügt dabei aber seinem bisherigen Rollenspektrum kaum neue Aspekte hinzu. Dafür stimmt die Chemie mit Filmpartnerin Naomie Harris. Neben Malin Akerman als herrlich durchtriebene, eiskalte Geschäftsfrau überzeugt vor allem Jeffrey Dean Morgan als undurchsichtiger Regierungsagent. Das die Beteiligten allesamt sichtlich Spaß bei den Dreharbeiten hatten, merkt man zu jeder Zeit. Highlight des Films sind aber natürlich die im Computer entstandenen Riesentiere. Besonders Gorilla George wurde hervorragend, ja beinahe lebensecht animiert. Wolf und Krokodil wirken dagegen jedoch nicht immer ganz so gut in Szene gesetzt und auch mancher CGI – Effekt ist als solcher deutlich zu entlarven. Wenn die drei Tiere aber erstmal anfangen, halb Chicago in Schutt und Asche zu legen, können sich selbst die Transformers gelegentlich noch ein Scheibchen davon abschneiden. 

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Dem Erfolg taten die kleinen Schnitzer und Schwächen aber kaum einen Abbruch. Als bisher beste Adaption eines Videospiels für die Leinwand gefeiert (was angesichts von Uwe Boll´s bisherigen Beiträgen auch nicht wirklich schwer ist), spülte der Streifen bei einem geschätzten Budget von 120 Millionen Dollar beinahe das vierfache seiner Kosten zurück in die Kassen. Grund genug für Johnson und Peyton, ihre bisher erfolgreiche Zusammenarbeit auch in Zukunft fortzusetzen. Ein entsprechendes Projekt ist mit San Andreas 2 bereits in Planung. Für Rampage gilt Hirn aus und Augen auf – dann darf man sich über ein kurzweiliges, effektreiches Spektakel freuen, welches sich bestens für einen regnerischen Nachmittag auf der Couch eignet. 

UHD und Blu-Ray

Ausschließlich digital auf ARRI Alexa – Kamerasystemen gebannt, denen eine Ausgangsauflösung von 3.4K bis 6.5K zugrunde liegt, entstand am Ende (leider) „nur“ ein 2K Digital Intermediate, welches auch als Basis für die Heimkinofassungen dient. Bereits auf der Blu-Ray besticht der Film durchgehend mit einer hervorragenden Detailtiefe und natürlichen, kräftigen Farben. In ruhigen Momenten lassen sich sogar die Haare von Gorilla George einzeln zählen. Auch die Kontraste bewegen sich auf hohem Niveau. Ganz selten, aber doch sichtbar schleicht sich geringfügiges Rauschen ins sonst saubere Bild. In sehr CGI – lastigen Momenten bricht die Bildqualität jedoch gerne mal ein. Die animierten Monster sind als solche dann deutlich zu identifizieren, auch der Schärfegrad nimmt stellenweise arg ab. Dem Filmgenuss tut das aber nur wenig Abbruch. 

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Zieht man die UHD als direkten Vergleich heran, erkennt man besonders zum Ende hin schnell, dass diese hier nicht mit den soften Momenten der Blu-Ray zu kämpfen hat. Die höhere Auflösung birgt dafür eigene Nachteile. So bieten Nahaufnahmen längst nicht die Durchzeichnung, die man eigentlich erwarten könnte, das hier auf 4K hochskalierte Master birgt zudem gelegentliche Artefakte, die man mit einem nativen Transfer hätte vermeiden können. Darunter leiden letztendlich abermals die Effekte, die auf der UHD noch mal künstler wirken als bereits auf der Blu-Ray. Dank erweitertem Farbraum und der Nutzung von Dolby Vision/HDR10 bekommen die Farben dafür nochmal etwas mehr Punch und auch die Kontraste wirken ein kleines Stück runder. Dolby Vision sollte hier übrigens je nach Abspielgerät die erste Wahl darstellen, bei HDR10 fällt die Verbesserung nicht ganz so sehr ins Gewicht. Besonders in dunklen Momenten bekommt man auf der UHD die besseren Schwarzwerte geboten, ohne dass dabei Details verlorengehen. Alles in allem bleibt aber besonders die UHD deutlich hinter meinen Erwartungen zurück und auch die Blu-Ray ist nich frei von Problemen, hier aber masterbedingt fast die bessere Wahl.

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Durch die Bank besser sieht es dafür beim Ton aus, denn Rechteinhaber Warner spendiert dem Film sowohl in Deutsch als auch in Englisch eine fantastische Dolby Atmos – Spur (auch auf der Blu-Ray), die für so viel Bombast sorgen, dass man beim Ansehen befürchten muss, dass einem gleich die Decke einstürzt. Der Subwoofer alleine wirft einem fast von Anfang bis Ende derart wuchtige Bässe entgegen, dass die Erde bebt. Aber auch abseits davon bewegt sich der Sound auf absolut referenzverdächtigem Ton und überzeugt durch enorme Räumlichkeit und geniale Effektplatzierung. Davon profitieren auch die Deckenlautsprecher enorm, die mitunter für so packenden 3D – Klang sorgen, dass man sich intuitiv im Stuhl ducken muss. All das bei einer jederzeit klaren Stimmverständlichkeit und einem nie aufdringlich wirkenden Filmscore. Perfekt. Dazu spendiert Warner jeweils eine knappe Stunde Bonusmaterial, welches komplett auf der Blu-Ray untergebracht wurde, die der UHD als Dreingabe beiliegt. Neben einer Handvoll Deleted Scenes und amüsanten Pannen vom Dreh kommen nicht nur Cast & Crew ausführlich zu Wort, auch den Special Effects und der Erschaffung der Monster wird viel Zeit gewidmet. Wer sich also dafür interessiert, wie die Monster auf die Leinwand gebracht worden sind, wird hier bestens bedient. Aber auch abseits davon ist das Bonusmaterial angenehm umfangreich und sehenswert ausgefallen. 

Fazit

ava4„Wenn Dwayne Johnson einem Trio mutierter Tierbestien hinterher jagt, kann man den Verstand für die Spieldauer von 107 Minuten gepflegt ausschalten und das Spektakel als das genießen, was es sein will: Ein unterhaltsamer, kurzweiliger Spaß. Bewertet man Rampage nach genau diesen Maßstäben, gibt es inhaltlich nur wenig zu bemängeln. Anders sieht es dagegen bei den jeweiligen Heimkinoveröffentlichungen aus, die masterbedingt beide jeweils eigene Schwächen aufweisen und das Monsterspektakel damit nicht in dem Maße nach Hause bringen, wie man es sich als Technikenthusiast gewünscht hätte. Richtig was her macht dagegen der fantastische 3D – Sound, der einen mitten rein ins Geschehen wirft. Eine gute Portion Extras rundet die Veröffentlichung ab.“

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