Zwei WWE-Themen sorgen aktuell für Aufmerksamkeit – obwohl sie aus völlig unterschiedlichen Zeiten stammen. Maven hat in einem neuen YouTube-Video erklärt, warum er Triple H bis heute kritisch sieht, und behauptet, in seiner aktiven WWE-Zeit kreativ ausgebremst worden zu sein. Gleichzeitig lieferte Dave Meltzer im Wrestling Observer Newsletter neue Hintergründe zu Sol Rucas überraschendem Titelgewinn bei Clash in Italy.
Maven erhebt Vorwürfe gegen Triple H
Maven veröffentlichte auf seinem YouTube-Kanal ein Video, in dem er offen darüber sprach, warum er Triple H über die Jahre immer wieder kritisiert habe. Der ehemalige WWE-Star gewann 2001 die erste Staffel von Tough Enough und galt damals als Talent mit großem Potenzial. Zu Beginn seiner Karriere erhielt er mehrere größere Momente, darunter auch einen kurzen Run als Hardcore Champion.
Maven zufolge erfuhr er allerdings erst nach dem Ende seiner aktiven Karriere, was hinter den Kulissen wirklich passiert sein soll. Demnach habe ihm später jemand aus den damaligen Produktionssitzungen erzählt, dass sein Name intern regelmäßig für neue Ideen und Storylines vorgeschlagen worden sei. Triple H habe diese Ideen jedoch immer wieder abgelehnt. Wenn jemand vorschlug, Maven stärker einzusetzen oder ihm eine neue Richtung zu geben, wurde angeblich oft argumentiert, er sei noch nicht bereit und brauche mehr Erfahrung.
Maven erklärte, dass es dabei nicht einmal um riesige Main-Event-Storylines gegangen sei. Schon kleinere Möglichkeiten, die ihm beim Aufbau im Roster hätten helfen können, sollen laut seiner Aussage regelmäßig blockiert worden sein. Gleichzeitig räumte Maven ein, dass Triple H mit einigen Einschätzungen möglicherweise nicht komplett falsch gelegen habe. Er selbst glaube heute ebenfalls, dass er damals noch nicht in allen Bereichen vollständig bereit gewesen sei. Trotzdem tue es weh, zu wissen, dass andere Wrestler auf ähnlichem Niveau diese Chancen bekommen hätten, während er sie nie erhalten habe.
Maven sieht Triple H nicht als alleinigen Schuldigen
Maven machte gleichzeitig deutlich, dass er Triple H nicht alleine für den Verlauf seiner WWE-Karriere verantwortlich mache. Trotzdem habe ihn die Situation belastet. Vor allem die Vorstellung, dass jemand mit großem Einfluss auf Vince McMahon wiederholt gegen ihn gearbeitet haben könnte, habe ihn lange beschäftigt.
Als er nach seiner Karriere erfahren habe, dass seine damaligen Vermutungen offenbar tatsächlich gestimmt hätten, habe ihn das emotional getroffen. Maven erklärte, dass dies auch einer der Gründe sei, warum er in Interviews oder Videos manchmal kritisch gegenüber der WWE-Führung auftrete. Er betonte jedoch, dass dahinter keine grundlose Feindseligkeit stecke. Vielmehr gehe es um das Gefühl, über Jahre hinweg kreatives Momentum aufgebaut zu haben, das immer wieder gestoppt worden sei, bevor es sich vollständig entwickeln konnte.
Meltzer erklärt den Hintergrund von Sol Rucas Titelgewinn
Parallel dazu veröffentlichte Dave Meltzer im Wrestling Observer Newsletter neue Details zu Sol Rucas Titelgewinn gegen Becky Lynch bei Clash in Italy.
Laut Meltzer kam Rucas Sieg intern keineswegs überraschend. Vielmehr habe die WWE ihren gesamten Main-Roster-Start bewusst genau so aufgebaut. Das Besondere daran: Ruka gewann den Women’s Intercontinental Championship Belt, obwohl sie bis zu diesem Zeitpunkt im Main Roster noch keinen einzigen Sieg erzielt hatte.
Normalerweise baut WWE neue Talente zunächst mit mehreren Erfolgen auf, bevor sie große Titelchancen erhalten. Bei Sol Ruca entschied sich die WWE offenbar bewusst für den umgekehrten Weg. Die Niederlagenserie sei laut Meltzer nicht als Zeichen fehlenden Vertrauens gedacht gewesen, sondern als gezielter Teil der Storyline. Der Titelgewinn in Turin sollte dadurch umso überraschender und größer wirken.
WWE verfolgte mit Sol Ruca offenbar einen ungewöhnlichen Plan
Die Herangehensweise der WWE gilt dabei als eher ungewöhnlich und auch riskant. Eine längere Verlustserie kann dazu führen, dass Fans einen Charakter nicht mehr ernst nehmen. Im Fall von Sol Ruca funktionierte dieser Ansatz laut Meltzer aber offenbar genau wie geplant. Ruca habe trotz der Niederlagen ihre positive Ausstrahlung behalten und weiterhin Sympathien beim Publikum erzeugt.
Nach ihrem Titelgewinn hatte Sol Ruca selbst bereits erklärt, dass sie hinter den Kulissen von Triple H persönlich gratuliert worden sei. Wie viele neue Champions erhielt sie außerdem das bekannte Siegerfoto mit Triple H. Anschließend folgten zahlreiche Interviews und weitere Medienauftritte. Später verbrachte sie den Abend noch gemeinsam mit Kolleginnen wie Bayley und Lyra Valkyria.
Ruca erklärte, dieser Abend habe ihr erstmals wirklich das Gefühl gegeben, endgültig im Main Roster angekommen zu sein. Durch Meltzers neue Informationen ergibt ihr bisheriger WWE-Weg nun ein deutlich klareres Bild. Die Niederlagenserie war offenbar nie ein Fehler im Booking, sondern von Anfang an Teil des geplanten Aufbaus. Ob WWE diese Art des langfristigen Storytellings künftig häufiger einsetzen wird, bleibt allerdings abzuwarten.
