WWE-Chief-Content-Officer Paul „Triple H“ Levesque sitzt bei TKO fest im Sattel. Im Rahmen eines virtuellen Mitarbeiter-Meetings ist am Montag Levesques Vertragsverlängerung für seine bekannte Position als Kreativchef bekannt gegeben worden. Den Deal soll Levesque allerdings bereits vor WrestleMania 42 unterschrieben haben, was die Bekanntgabe vor versammelter TKO-Belegschaft nachträglich zur offiziellen Inthronisierung machte.
Damit endet eine Phase wachsender Spekulationen um die Zukunft des 14-fachen World Champions in seiner Funktion als Kreativchef. In den Wochen nach WrestleMania 42 hatten verschiedene US-Berichte darüber spekuliert, ob Levesque angesichts der gemischten Resonanz auf das Großevent in Las Vegas weiterhin den vollen Rückhalt der TKO-Führung genießt. Diese Frage ist nun beantwortet: Levesque bleibt mindestens mehrere weitere Jahre an der kreativen Spitze von WWE.
Wie die US-Berichterstattung den Vertragsstatus einordnet
Die Meldung wurde von zahlreichen englischsprachigen Wrestling-Outlets aufgegriffen, wobei sich zwei Lesarten herauskristallisierten. POST Wrestling-Reporter Brandon Thurston, der als Erster über das Town-Hall-Meeting berichtete und nach eigenen Angaben Audiomaterial des Calls vorliegen hat, zitiert WWE-Präsident Nick Khan mit folgendem Wortlaut: „Einige von uns – [TKO-Präsident] Mark [Shapiro], [TKO-Finanzvorstand] Andrew [Schleimer] und andere – konnten Paul Levesque dazu bewegen, seinen Vertrag bei uns um mehrere Jahre zu verlängern.“
Outlets wie PWTorch und Fightful übernahmen zunächst die vorsichtigere Formulierung, wonach unklar sei, ob Khans Aussage eine formelle Vertragsverlängerung oder lediglich eine Bestätigung von Levesques Performance darstelle.
F4WOnline sprach hingegen unter Berufung auf das von POST Wrestling veröffentlichte Audio-Zitat klar von einer mehrjährigen Vertragsverlängerung. PWInsider.com bestätigte diese Lesart als zweite Primärquelle.
Der bekannte Wrestling Observer-Autor Dave Meltzer ordnete die Personalie auf F4WOnline zudem inhaltlich ein. Demnach sei die Spekulation um Levesques Zukunft aus seiner Sicht ohnehin überzogen gewesen. Es habe niemanden gegeben, der ihn realistisch hätte ersetzen können, und zudem sei Levesque beim Roster sehr beliebt. Eine Einschätzung, die für die internen Machtverhältnisse bei WWE durchaus relevant ist.
Khans WrestleMania-42-Verteidigung: „Laute Minderheit“
Khan stärkte Levesque den Rücken und machte Online-Kritik an WrestleMania 42 zum Thema. Ausgelöst wurde der Punkt durch eine von TKO-Präsident Mark Shapiro vorgelesene Mitarbeiterfrage zu „Bedenken bezüglich Über-Kommerzialisierung und kreativer Ausrichtung“. Khan verwies dabei konkret auf die Wahrnehmung, dass Night 1 schlechter angekommen sei als Night 2.
Khans Wortlaut im Call gegenüber den Mitarbeitern: „Wenn man geschäftliche Entscheidungen auf der Grundlage der Stimmung im Internet trifft, sollte man sich meiner Meinung nach bewusst sein, dass man diese Entscheidungen auf der Grundlage einer Minderheit von Stimmen trifft – einer lautstarken Minderheit.“
Anschließend zitierte Khan alte Kritik über Roman Reigns, Bad Bunny, The Rock, John Cena und CM Punk, allesamt handverlesene Aussagen aus der „lautstarken Minderheit“, die sich über die Jahre als falsch herausgestellt hätten. So ging Khan zunächst auf einen alten Tweet zu Roman Reigns ein, in dem behauptet wurde, der „Tribal Chief“ werde sich nie durchsetzen. Khan erinnerte daran, dass nach Reigns‘ Royal-Rumble-Sieg 2015 der Hashtag #CancelWWENetwork für zwei Tage auf Twitter trendete. Heute gehört Reigns zu den größten Stars der WWE-Geschichte.
Auch zu Bad Bunny zitierte Khan eine alte Kritik aus dem Jahr 2022. Damals hieß es, der Latin-Pop-Superstar habe den Royal Rumble „im Alleingang ruiniert“. Inzwischen ist Bad Bunny ein wiederkehrender WWE-Akteur mit signifikanter Reichweite. The Rock wiederum sei nach seiner Rückkehr als „zu oft zurückgekehrt“ abgetan worden, John Cena als „nicht mehr nötig“ für eine Abschiedstour. Und über CM Punk, der mit Roman Reigns die Main Event-Show bei WrestleMania 42 Night 2 gestaltete, wurde laut Khan einst geschrieben, er werde „nie wieder ein Main Event bestreiten“. Khans Schlussfolgerung im Call: „Pretty good re-signing CM Punk, who’s been a model citizen here.“
Bemerkenswert: Den Begriff „vocal minority“ hatte bereits Vince McMahon im Jahr 2015 verwendet, als er die negativen Reaktionen auf den damaligen Royal Rumble herunterspielte. Khan greift damit auf eine rhetorische Figur zurück, die in der WWE-Führungsetage Tradition hat, jedoch von Teilen der US-Wrestling-Berichterstattung kritisch eingeordnet wird.
Cageside Seats etwa wies darauf hin, dass jene „lautstarke Minderheit“ beim „F*** TKO“-Chant nach Night 2 immerhin aus zahlenden WrestleMania-Besuchern bestand, von denen sich viele auch in Zukunft wieder Tickets für WWE-Produkte kaufen dürften.
Der WWE-Präsident betonte zum Abschluss, man solle vielmehr den internen Austausch vorantreiben und nannte als Schwerpunkte den Dialog zwischen ihm selbst, Levesque und dem Kreativteam, die Frage was funktioniere und was nicht, sowie die Entscheidung, wen man stärker pushen sollte und wen nicht.
Was das für die Wrestling-Fans bedeutet
An der kreativen Spitze von WWE ändert sich nichts. Unter der Leitung von Levesque werden weiterhin sämtliche Shows mit Inhalten gefüllt: RAW, SmackDown, NXT, die Premium Live Events sowie das in den vergangenen Monaten gestartete Brand-Format Evolve. Levesques Handschrift dürfte das WWE-Produkt damit auch über WrestleMania 43 hinaus prägen.
Als Nächstes rückt Backlash 2026 in den Fokus, bei dem unter anderem Roman Reigns und Jacob Fatu sowie Seth Rollins und Bron Breakker aufeinandertreffen. Auch dort wird sich zeigen, wie die TKO-Führung mit der Kritik aus Las Vegas umgeht – durch ein bewusstes Beibehalten des kreativen Kurses oder durch subtile Anpassungen.
In dem Call kamen auch die Mitarbeiter der weiteren TKO-Brands wie UFC, PBR (Bullenreiten) und On Location zu Wort. Sie alle stellten jüngste Geschäftserfolge für das milliardenschwere Unternehmen heraus, was die übergreifende Botschaft der Town Hall unterstreicht: TKO sieht sich auf Erfolgskurs und ist nicht gewillt, die kreative Richtung von WWE auf Basis von Online-Stimmungen zu hinterfragen.
Die in einigen Medien kolportierte Vertragslaufzeit von „drei Jahren” wird in den führenden englischsprachigen Quellen nicht explizit erwähnt. Dort ist stets von einem „multi-year deal” die Rede. Der PWInsider fügt lediglich hinzu, dass es sich um eine dreijährige Laufzeit handeln könnte. Eine offizielle Stellungnahme der Kommunikationsabteilung der WWE zu dieser Personalie steht weiterhin aus.
Was soll ich sagen? Khan hat insofern Recht, dass jeder nur bellt aber keine Taten folgen lässt. Wenn ich das Produkt schei*e finde, dann habe ich die Möglichkeit den Konsum einzustellen. Nur Meckern aber weiterschauen und bezahlen bringt keine Veränderung. Insofern geht die WWE zurecht von einer „lauten Minderheit“ aus. Denn die stille Mehrheit bleibt dem Produkt ja treu. Anstatt ständig nur irgendwelche Hashtags auf X trenden zu lassen, sollten die Menschen einfach mal ganz bewusst ihren Konsum für ein paar Wochen einstellen, um ein deutliches Zeichen zusetzen. Vielleicht – nur vielleicht – ändert man in der Führungsetage dann ja seine Meinung.
Und was hat das mit der Vertragsverlängerung von Triple H zu tun? Ihm wurde von Seiten TKO die Cody und Orton Storyline zerstört dank der tollen McAfee Sache die Ari Emmanuel angeliefert hat und mit Punk v Reigns hat er seit Ewigkeiten ein 5 Star Mania Match auf die Beine gestellt. Ein wirkliches Match der beiden, bei denen nicht die Avengers eingreifen, sondern eine Schlacht zweier Männer die ihre Seele in den Ring gelegt haben. Und der Rest der Mania war wirklich verflucht mit den ganzen kurzfristigen Verletzungen und damit verbundenen lang geplanten Storylines. Das war auch der Grund warum der Samstag so war wie er war. Und die Werbung die halt wirklich mies war, ist halt Auflage von TKO und ESPN. Daran muss man sich gewöhnen und liegt komplett außerhalb des Einflussbereichs von Triple H.
Was soll es damit zu tun haben? Die Verlängerung ist mir Wurscht. Mir gehts um den zweiten Teil des Artikels. Hast du den nicht gelesen?
Vielleicht – nur vielleicht – ist aber auch tatsächlich nur eine laute Minderheit unzufrieden.
Habe nie etwas anderes behauptet.
Auf dem Papier mag Triple H zwar weiterhin der kreative Chef sein, in Wahrheit ist er aber nur ausführendes Organ (Handlanger) von TKO, welche die tatsächlichen (und wichtigen) Entscheidungen treffen. So läuft das eben, wenn man die Seele (WWE) an den Teufel (TKO) verkauft. Das hat zwar nicht er, sondern Schwiegervater (Monster) Vince zu verantworten, aber trotzdem. An seiner Stelle würde ich mich komplett zurück ziehen, das Leben genießen und auf die Gesundheit (das Herz!) achten. Stress ist bekanntlich der Gesundheitskiller Nr. 1 und davon hat man bei WWE nicht zu knapp.