TKO verteidigt Netflix und verweist auf WWEs Entwicklung: Noch mehr Sponsoring steht bevor

Futuristische Wrestling-Arena mit WWE-, TKO- und Netflix-Logos, digitalen Sponsorenflächen und einer Wachstumsgrafik im Hintergrund

Bei TKO richtet sich der Blick derzeit nicht nur auf die nächsten WWE-Shows, sondern auch auf die wirtschaftliche Entwicklung hinter den Kulissen. Zwei aktuelle Aussagen der Unternehmensspitze zeigen dabei, wie zufrieden die Verantwortlichen mit einem zentralen Medienpartner sind und wo sie in den kommenden Monaten weiteres Wachstum erwarten.

Ari Emanuel weist Zweifel an Netflix zurück

TKO-CEO Ari Emanuel hat sich gegen aktuelle Bedenken hinsichtlich der Entwicklung von Netflix gestellt und dabei ausdrücklich die Zusammenarbeit mit WWE als positives Beispiel angeführt. Hintergrund sind jüngste Sorgen von Analysten über die Nutzungsintensität des Streamingdienstes. Wells Fargo stufte die Netflix-Aktie zuletzt herab und verwies unter anderem darauf, dass die durchschnittliche tägliche Sehzeit pro Abonnent im ersten Halbjahr 2026 unter dem Niveau des vergleichbaren Zeitraums von 2023 gelegen habe. Gleichzeitig wächst der Konkurrenzdruck durch Plattformen wie YouTube.

Emanuel kann die pessimistische Einschätzung nach eigener Aussage nicht nachvollziehen. Netflix verfüge weiterhin über zahlreiche hochwertige Produktionen und gehöre für viele Zuschauer zu den ersten Anlaufstellen, wenn sie Streaminginhalte auswählen. TKO-President und COO Mark Shapiro schloss sich dieser Einschätzung an. Netflix entwickle sein Angebot kontinuierlich weiter und investiert inzwischen neben klassischen Filmen und Serien verstärkt in Live-Sport, Podcasts, Talkformate und Inhalte aus der Creator-Welt.

Aus Sicht der beiden TKO-Verantwortlichen sei die Zuschauerbindung weiterhin stark. Gleichzeitig zeige Netflix eine große Bereitschaft, mit neuen Formaten und Geschäftsmodellen zu experimentieren.

WWE soll international auf Netflix deutlich zugelegt haben

Als konkretes Beispiel führte Emanuel die Partnerschaft zwischen WWE und Netflix an. Er erklärte, WWE habe sich auf internationaler Ebene seit dem Wechsel zu Netflix deutlich gesteigert. Konkrete Zuschauerzahlen oder Prozentwerte nannte der TKO-CEO allerdings nicht. Emanuel betonte stattdessen, dass TKO mit der Zusammenarbeit sehr zufrieden sei und Netflix sich als außergewöhnlich guter Partner erwiesen habe.

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Shapiro verwies ergänzend auf Raw. Dass Netflix eine wöchentliche Live-Wrestling-Show am Montagabend weltweit in sein Angebot aufgenommen habe, sei für den Streamingdienst zum Start ein völlig neues Feld gewesen und verdeutliche dessen Bereitschaft, andere Programmformen auszuprobieren. Die aktuellen Aussagen passen zu früheren Einschätzungen von Netflix selbst. Verantwortliche des Streamingdienstes hatten zuletzt erklärt, dass Raw in den USA die internen Erwartungen erfüllt habe, während sich die WWE-Inhalte international sogar besser entwickelt hätten als zunächst erwartet.

Offizielle Netflix-Zahlen hatten zudem bereits gezeigt, dass WWE im ersten Jahr der Partnerschaft eine beträchtliche Reichweite erzielte. 2025 wurden weltweit insgesamt mehr als 525 Millionen Stunden WWE-Inhalte auf der Plattform angesehen. Emanuels neue Aussagen sind deshalb vor allem vor dem Hintergrund der aktuellen Analystenkritik interessant: Während an der Wall Street über eine nachlassende Nutzungsintensität von Netflix diskutiert wird, sieht TKO ausgerechnet die eigene WWE-Partnerschaft weiterhin als Beispiel für das Potenzial der Plattform.

WWE-Sponsoring legte innerhalb eines Jahres um mehr als 90 Prozent zu

Auch beim Sponsoringgeschäft erwartet TKO weiteres Wachstum. Shapiro erklärte im selben CNBC-Interview, dass die Partnerschaftseinnahmen von WWE von 2024 auf 2025 um mehr als 90 Prozent gestiegen seien. Die offiziellen Geschäftszahlen unterstreichen diese Entwicklung: 2024 erzielte WWE in diesem Bereich 83 Millionen US-Dollar, ein Jahr später waren es bereits 159,6 Millionen US-Dollar.

TKO habe dabei nach der Zusammenführung mit WWE Strategien übernommen, die zuvor bereits erfolgreich bei UFC eingesetzt worden seien. Gerade unmittelbar nach der Integration habe es zahlreiche vergleichsweise leicht erschließbare Möglichkeiten für neue Werbe- und Sponsoringpartnerschaften gegeben.

2026 hat sich dieses enorme Wachstumstempo zunächst deutlich verlangsamt. Laut Shapiro stiegen die WWE-Partnerschaftseinnahmen im ersten Quartal um zwei Prozent und im zweiten Quartal um acht Prozent.

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Zahlreiche mehrjährige Partnerschaften starten im zweiten Halbjahr

Für diese Entwicklung nennt Shapiro vordergründig den WWE-Veranstaltungskalender als Grund. Im ersten Halbjahr fanden besonders viele Shows außerhalb der USA statt. Internationale Veranstaltungen ließen sich im Sponsoringbereich bislang nicht in gleichem Umfang für globale Partnerschaften nutzen wie amerikanische Events. TKO erwartet deshalb ein deutlich stärkeres zweites Halbjahr.

Shapiro erklärte, dass zahlreiche globale Partnerschaftsverträge nun in Kraft treten. Viele davon seien mehrjährig angelegt, würden wiederkehrende Einnahmen bringen und hohe Margen bieten. Für das Gesamtjahr hält TKO deshalb weiterhin an der Prognose fest, die WWE-Partnerschaftseinnahmen gegenüber 2025 um mehr als 20 Prozent zu steigern.

Dass Werbung inzwischen deutlich sichtbarer in WWE-Shows integriert wird, dürfte damit keine vorübergehende Entwicklung sein. Sponsoren erscheinen regelmäßig auf der Ringleinwand, in Matchgrafiken, während einzelner Segmente und in speziell produzierten Werbekampagnen mit WWE-Stars.

Für TKO ist die Richtung klar: Während das Unternehmen mit der internationalen Entwicklung bei Netflix zufrieden ist, soll gleichzeitig das Geschäft mit globalen Werbepartnern weiter ausgebaut werden. Für die Zuschauer dürfte das bedeuten, dass Markenintegrationen innerhalb der WWE-Shows künftig eher noch häufiger als seltener werden.

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