Roman Reigns hat während seiner WWE-Karriere sehr unterschiedliche Reaktionen erlebt. Bei „Club Shay Shay“ mit Shannon Sharpe blickt er auf diese Erfahrungen zurück und erklärt, wie sie seinen Umgang mit Kritik, kreativen Entscheidungen und seinem heutigen Arbeitsplan geprägt haben.
Roman Reigns antwortet auf Conrad Thompsons Vorwurf
Podcaster Conrad Thompson hatte Reigns als möglicherweise überbewertetsten Main Eventer der WWE-Geschichte bezeichnet. Als Sharpe ihn auf diese Kritik und Booker Ts öffentliche Unterstützung ansprach, ließ Reigns erkennen, dass ihn die Bewertung wenig beschäftigt.
Statt seine Titelgewinne oder großen Matches aufzuzählen, stellte er die Reichweite von Thompsons Sendung infrage. Aus seiner Sicht liegt ein wesentlicher Grund für solche Aussagen darin, dass sein Name Aufmerksamkeit erzeugt. „Sie wissen, dass ich Aufrufe bringe“, erklärte Reigns. Wenn andere davon profitieren wollten, gehöre das zum heutigen Geschäft.
Darüber hinaus verwies er auf Thompsons persönliche Vorlieben und dessen Umfeld. Wer sich mit dessen Hintergrund und Verbindungen beschäftige, könne seine Haltung besser einordnen.
Bei einigen kreativen Entscheidungen hätte er früher widersprechen sollen
Während Reigns die Kritik von außen gelassen behandelt, beurteilt er einzelne Entscheidungen aus seinen frühen WWE-Jahren durchaus selbstkritisch. Auf die Frage, was er rückblickend anders machen würde, antwortete er: „Ich hätte am Anfang wahrscheinlich ein paarmal öfter Nein gesagt.“
Damals habe ihm jedoch die nötige Stellung innerhalb des Unternehmens gefehlt. Er sei im Main Event noch nicht ausreichend etabliert gewesen und habe weiterhin beweisen müssen, dass er auf diese Position gehöre. Das Vertrauen und den Einfluss, um Vorschläge abzulehnen, habe er sich erst erarbeiten müssen.
Als Beispiel führte Reigns die „Suffering Succotash“-Promo aus der SmackDown-Ausgabe vom 9. Januar 2015 an. Damals beleidigte er Seth Rollins mit einem englischen Zungenbrecher, in dem die Worte „Sufferin’ Succotash“ vorkamen. Der Ausruf ist vor allem als Spruch der Zeichentrickfigur Sylvester aus den Looney Tunes bekannt. Anschließend zwinkerte Reigns in die Kamera und bemerkte, dass dieser Satz nicht leicht auszusprechen gewesen sei. Die Szene wurde wegen ihrer bemüht witzigen Formulierung kritisiert, die wenig zu seinem damaligen Image als ernsthafter Kraftprotz passte.
Diese Formulierung werde ihm bis heute vorgehalten, obwohl er seitdem zahlreiche Auftritte geliefert habe, auf die er stolz sei. Für ihn zeigt das, wie lange eine einzelne Szene mit einem Wrestler verbunden bleiben kann.
Seine Rückschau beschränkte sich allerdings auf wenige Situationen. Er sprach von zwei oder drei Promos, Segmenten oder Matchausgängen, bei denen er heute den Mut aufbringen würde, eine andere Lösung einzufordern. Welche weiteren Momente er damit meinte, führte er nicht aus.
Was hinter seinem veränderten WWE-Kalender steckt
Ein weiteres Thema war sein inzwischen deutlich reduzierter Einsatzplan. Reigns erinnerte daran, wie intensiv seine ersten Jahre bei WWE gewesen seien. Nach eigener Darstellung absolvierte er zwischen 2012 und 2018 jährlich ungefähr 150 bis 200 Shows.
Diese Zeit wird bei der heutigen Bewertung seines Kalenders häufig ausgeblendet. Auf die Frage, wie er nach Jahren der Ablehnung schließlich Zuschauer für sich gewonnen habe, verwies er auf kontinuierliche Arbeit. Die zahlreichen Auftritte hätten ihm Gelegenheit gegeben, seine Fähigkeiten immer wieder zu überprüfen und zu verbessern.
Dass er heute nicht mehr regelmäßig bei House Shows antritt, erklärte Reigns mit dem veränderten Geschäftsmodell. An den TV-Shows und Premium Live Events hingen mittlerweile so hohe Einnahmen, dass eine Verletzung bei einer nicht übertragenen Veranstaltung aus seiner Sicht wirtschaftlich schwer zu rechtfertigen wäre.
„Was wäre, wenn ich mich verletze?“, fragte er. Mit den wichtigen Auftritten an Montagen, Freitagen und bei den Großveranstaltungen seien erhebliche Summen verbunden. Deshalb müsse er seine Kräfte einteilen, statt zusätzliche Matches ausschließlich vor 4.000 oder 5.000 Menschen in einer Halle zu bestreiten.
Warum er House Shows trotzdem für wichtig hält
Den sportlichen und darstellerischen Wert solcher Veranstaltungen stellte Reigns ausdrücklich heraus. Er würde es begrüßen, wenn wieder mehr davon stattfänden. Gerade für die Entwicklung eines Wrestlers seien regelmäßige Auftritte vor wechselndem Publikum entscheidend.
Reigns beschrieb, wie er ähnliche Abläufe an verschiedenen Abenden leicht verändern konnte. Mal hat er das Tempo angepasst, mal einen Gesichtsausdruck ergänzt oder einen Moment anders ausgespielt. So lasse sich erkennen, welche Variante beim Publikum funktioniert, bevor entsprechende Elemente in eine Fernsehsendung einfließen.
Sharpe wollte wissen, welchen Anteil erfahrene Kollegen an diesem Lernprozess hatten. Reigns erklärte, dass Hinweise von Legenden wie The Undertaker wertvoll seien. Dennoch bleibe auch nach einem solchen Gespräch vieles ein Ausprobieren und Lernen aus Fehlern.
Ein erfahrener Wrestler könne eine Situation erklären und einen guten Rat geben. Durch den Vorhang gehen und diesen Rat überzeugend umsetzen müsse derjenige, der im Ring steht, anschließend selbst. Genau diese praktische Erfahrung verbindet Reigns mit den vielen Live-Veranstaltungen seiner früheren WWE-Jahre.
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