Wenn Cody Rhodes öffentlich über Wrestling spricht, finden seine Aussagen oft schnell weit über das eigentliche Interview hinaus Beachtung. In einem Gespräch mit WrestleTalk erklärte der WWE-Star nun, weshalb er eine frühere Bemerkung anders verstanden wissen möchte. Dabei sprach er auch über die Arbeit von Wrestling-Medien und darüber, wie leicht persönliche Gefühle zwischen den rivalisierenden Fangruppen untergehen können.
Rhodes stellt seine Aussagen über „The Fed“ und „New York“ klar
In seinem Podcast „What Do You Wanna Talk About?“ sprach Cody Rhodes mit AJ Styles über traditionelle Umgangsformen im Wrestling. Dabei kritisierte er, dass manche Wrestler WWE weiterhin als „The Fed“ oder „New York“ bezeichnen. Bei solchen Ausdrücken schalte er innerlich ab, erklärte Rhodes. Die Bemerkung löste unterschiedliche Reaktionen aus.
Im Interview mit WrestleTalk stellte er nun klar, dass sich sein scherzhafter Kommentar nicht gegen Fans gerichtet habe. Gemeint seien vor allem Wrestler aus der Independent-Szene, die solche Bezeichnungen verwenden, obwohl sie selbst nie für WWE gearbeitet hätten. Zuschauer könnten die Promotion selbstverständlich nennen, wie sie wollten. Er wolle niemandem vorschreiben, welche Begriffe er benutze.
Rhodes betonte damit den Unterschied zwischen Fans und Kollegen. Seine ursprüngliche Aussage fiel während eines Gesprächs über alte Wrestling-Gewohnheiten, traditionelle Verhaltensregeln und das Bezahlen von Lehrgeld. Sie sei somit keine allgemeine Kritik an den Zuschauern gewesen.
Cody Rhodes erhebt Vorwürfe gegen Fightful
Im WrestleTalk-Interview entwickelte sich aus der Klarstellung eine deutlich schärfere Kritik. Rhodes nannte ausdrücklich Fightful und warf dem Wrestling-Medium vor, seine Aussagen regelmäßig so aufzubereiten, dass er besonders negativ erscheine. Zugespitzt formuliert, versucht Fightful praktisch jede Woche, ihn „canceln“ zu wollen.
Seiner Ansicht nach sei aus dem scherzhaften Kommentar über bestimmte Wrestler eine Schlagzeile geworden, die ihn als Kritiker gewöhnlicher Wrestling-Fans erscheinen ließ. Gerade diesen Eindruck wollte Rhodes nun korrigieren. Er verwies darauf, dass seine Podcastgespräche bewusst ungezwungen geführt würden und nicht jede scherzhafte Bemerkung als grundsätzliche Position verstanden werden solle.
In diesem Zusammenhang bedauerte er auch die Produzenten seines Podcasts. Durch die regelmäßige Veröffentlichung einzelner Ausschnitte können aus lockeren Unterhaltungen immer wieder neue Auseinandersetzungen entstehen. Rhodes deutete an, dass er solche Reaktionen inzwischen nicht mehr als so belastend empfinde wie früher. Sie hätten ihn nach eigener Einschätzung sogar widerstandsfähiger gemacht.
Warum Rhodes öffentliche Trauervergleiche nach PACs Tod kritisiert
Im weiteren Verlauf ging es um Reaktionen auf den Tod von Benjamin Satterley, der als PAC bei AEW und zuvor als Neville bei WWE bekannt war. Rhodes machte deutlich, dass Trauer schwierig sein könne und öffentliche Reaktionen Menschen manchmal von dem ablenkten, was bei einem solchen Verlust eigentlich entscheidend sei.
Er bezog sich auf Auseinandersetzungen darüber, wer nach einem Todesfall eine öffentliche Würdigung veröffentlicht habe und wer nicht. In solchen Situationen entstehe nach seiner Beobachtung mitunter ein regelrechter Vergleich einzelner Trauerbekundungen. Rhodes hielt es für problematisch, daraus einen Maßstab für die persönliche Beziehung zu einem verstorbenen Kollegen zu machen.
Das gemeinsame Erinnern an einen Menschen sei für ihn bedeutsamer als die Frage, welche Person sich wann und auf welcher Plattform geäußert habe. Die Suche nach vermeintlich fehlenden Reaktionen könne den eigentlichen Anlass überlagern. Rhodes richtete seine Aussagen nicht als konkrete Anschuldigung gegen einzelne Wrestler, sondern beschrieb ein Muster, das er in der öffentlichen Wahrnehmung beobachtet.
Der WWE-Star kennt die besondere Situation auch aus eigener Erfahrung. Im selben Interview hatte er über die Entstehung eines Gedenkprojekts für PAC gesprochen. Dabei ging es ihm erkennbar darum, dass nicht jede persönliche Erinnerung oder Anteilnahme sofort öffentlich sichtbar sein muss.
Rhodes verband diese Überlegungen mit dem Rivalitätsdenken zwischen Wrestling-Promotions. Wenn Anhänger verschiedener Unternehmen gegenüberstellen, auf welcher Seite mehr oder angemessener getrauert werde, könne die Erinnerung an den Verstorbenen in den Hintergrund geraten. Seine Aussage war eine Kritik an solchen Vergleichen, nicht die Behauptung, sämtliche Fans würden sich entsprechend verhalten.
Rhodes fühlt sich selbst so selbstsicher wie noch nie
Zum Abschluss seiner Überlegungen kam Rhodes auf sein eigenes Verhältnis zu Lob und Kritik zurück. Trotz seiner deutlichen Worte über bestimmte Veröffentlichungen beschrieb er seine aktuelle berufliche Situation positiv. Er habe sich noch nie sicherer gefühlt, was seine eigenen Fähigkeiten betreffe, und sehe sich gegenwärtig auf einem persönlichen Höhepunkt.
Das hilft ihm nicht nur, seine Stärken wahrzunehmen, sondern auch, über die eigenen Schwächen lachen zu können. Wenn es zur Art und Weise gehört, wie seine Fans Wrestling verfolgen, könnten sie ihn kritisieren oder sich über ihn lustig machen. Seine Klarstellung zu den WWE-Bezeichnungen sollte deshalb nicht als Forderung verstanden werden, kritische Stimmen zum Schweigen zu bringen.