Ted DiBiase Jr. hat in der WrestleMania 42 Main Event-Story zwischen Randy Orton und Cody Rhodes keine Rolle gespielt, obwohl viele Fans aufgrund der gemeinsamen Legacy-Vergangenheit auf einen Auftritt gehofft hatten. Wie Fightful Select berichtet, war eine Einbindung des ehemaligen WWE-Akteurs in das Programm zu keinem Zeitpunkt ernsthaft geplant. DiBiase Jr. war zwar während des WrestleMania-42-Wochenendes vor Ort und produzierte Reaction-Content für seine eigenen Social-Media-Plattformen, doch die WWE selbst hatte nie ernsthaft erwogen, ihn in die Erzählung einzubauen.
Der Mississippi-Welfare-Fraud-Skandal
Hintergrund der Diskussion um eine mögliche WWE-Rolle ist eine sieben Jahre andauernde juristische Phase, die DiBiase Jrs öffentliche Aktivitäten erheblich eingeschränkt hatte. Er war Teil des größten Welfare-Fraud-Skandals in der Geschichte des US-Bundesstaates Mississippi. Im Mittelpunkt stand die Veruntreuung von Bundesmitteln aus dem TANF-Programm (Temporary Assistance for Needy Families), das eigentlich für bedürftige Familien gedacht war.
DiBiase Jr. wurde im Februar 2024 in mehreren Anklagepunkten angeklagt, darunter Verschwörung gegen die Vereinigten Staaten, Diebstahl von Bundesmitteln und Telekommunikationsbetrug. Die Vorwürfe drehten sich um die Familienorganisationen „Heart of David Ministries“ und „Priceless Ventures“, über die Welfare-Mittel angeblich für persönliche Zwecke verwendet worden seien. Auch DiBiase Jrs Vater Ted DiBiase Sr. und sein Bruder Brett DiBiase waren in den Skandal verwickelt, was die familiäre Tragweite des Vorgangs zusätzlich verstärkte.
Brett-Favre-Verbindung als prominente Komponente
Besondere mediale Aufmerksamkeit erhielt der Skandal durch die Verwicklung der NFL-Legende Brett Favre. Favre soll TANF-Mittel für ein Volleyball-Stadion an der University of Southern Mississippi angefordert haben, in dem seine Tochter spielen sollte. Genau diese Konstellation aus prominenten Sport-Persönlichkeiten und zweckentfremdeten Bundesmitteln machte den Mississippi-Skandal über mehrere Jahre zu einer der bekanntesten Welfare-Fraud-Geschichten in den USA. Auch Fitness-Programme und weitere Projekte, die laut Anklage nicht im Sinne des TANF-Programms umgesetzt wurden, gehörten zu den Tatvorwürfen.
Freispruch am 14. April 2026
Am 14. April 2026, nur vier Tage vor dem ersten WrestleMania-Abend, wurde DiBiase Jr. in mehreren Anklagepunkten freigesprochen. Damit endete eine seit sieben Jahren laufende juristische Phase, die seine WWE-nahen Aktivitäten erheblich eingeschränkt hatte.
Trotz dieses öffentlich aufmerksamkeitsstarken Wendepunkts gab es laut Berichten intern keine Überlegung, ihn in die Orton-Rhodes-Erzählung einzubauen. Die WWE betrachtete die Storyline als funktional, ohne dass eine Legacy-Reunion notwendig gewesen wäre.
Anwesenheit als Fan und Content-Creator
DiBiase Jr. war während des WrestleMania-Wochenendes in Las Vegas, allerdings nicht als geladener WWE-Gast. Stattdessen war er für WrestleCon angekündigt, die parallel zum Premium Live Event laufende Wrestling-Convention im Horseshoe Las Vegas. Eine Quelle deutete gegenüber Fightful sogar an, dass sein Eintritt zu WrestleMania 42 möglicherweise über das Sponsoring eines Wasser-Unternehmens auf seinem Shirt finanziert wurde. Damit hätte er als Fan und Content-Creator Eintritt erhalten, ohne im offiziellen WWE-Rahmen zu stehen.
Legacy-Vergangenheit als emotionaler Anker
Was die Aufmerksamkeit auf DiBiase Jr. gelenkt hatte, ist die historische Verbindung zu beiden Hauptakteuren des WrestleMania-42-Main-Events. Legacy war zwischen Mai 2008 und April 2010 aktiv und bestand aus Randy Orton, Ted DiBiase Jr. und Cody Rhodes. Die Gruppierung zerbrach 2010, als Orton sich von DiBiase Jr. und Rhodes trennte, was schon damals zu einer Storyline-Trennung der drei führte. Mit dem WrestleMania-42-Main-Event zwischen Orton und Rhodes lag die Verbindung zur Legacy-Vergangenheit auf dem Tisch, ohne aber tatsächlich kreativ aufgenommen zu werden.
Randy Ortons 25.000-Dollar-Aussage
Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt die Diskussion durch eine ungewöhnliche Aussage von Randy Orton selbst. Bei einer Q&A-Session mit „The Schmo“ beim Culture Kings Las Vegas Event erklärte Orton, dass DiBiase Jr. ihm 25.000 US-Dollar schulde. Das Setting der Aussage war eine Mount-Rushmore-Frage zu Vater-Sohn-Kombinationen in der Wrestling-Geschichte. Während Orton verschiedene Familien nannte, fiel auch der Name DiBiase, woraufhin er die finanzielle Bemerkung einwarf. „Ted schuldet mir 25.000. Postet es, vielleicht hört er es und zahlt es mir.“
Ironischerweise reagierte Ted DiBiase Sr. auf die Aussage. Auf X meldete sich der „Million Dollar Man” zu Wort: „Randy Orton, ich schulde dir keinen Cent! Ich glaube, du hast dir einmal zu oft auf den Kopf geschlagen und weißt nicht mehr, wovon du redest.“ Orton antwortete daraufhin in seiner üblichen knappen Art und stellte klar, dass er Ted DiBiase Jr. gemeint habe. Ted Jr. selbst hat sich öffentlich nicht zu der Schuldenforderung geäußert.
Aussage ist ernst gemeint
Fightful Select ordnet die finanzielle Forderung in der Berichterstattung ausdrücklich nicht als reine Wrestler-Banter ein, sondern als ernst gemeinte Aussage von Orton. Der Hintergrund der Schulden bleibt allerdings unklar. Ob es sich um einen privaten Kredit, eine geschäftliche Transaktion oder eine andere Form der finanziellen Verpflichtung handelt, geht aus den verfügbaren Berichten nicht hervor. Auch Orton selbst hat keine weiteren Details öffentlich gemacht.
Keine WWE-Rückkehr in Sicht
Derzeit verfolgt die WWE keinerlei Pläne für eine Rückkehr von Ted DiBiase Jr. Auch nach dem Freispruch im Welfare-Fraud-Verfahren und seiner Anwesenheit beim WrestleMania-42-Wochenende gibt es laut Fightful Select keine internen Überlegungen, ihn zurückzubringen.

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