Steven Bordens Auftritt bei AEW All Out beschäftigt auch mehrere Tage später noch Kollegen und Beobachter. Inzwischen liegen weitere Schilderungen vor, die den Abend aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten und über die ersten Nachrichten nach dem Match hinausgehen.
Jeff Jarrett schildert die bedrückende Stimmung hinter den Kulissen
Jeff Jarrett hat in seinem Podcast „My World“ mit Conrad Thompson über die Momente nach Steven Bordens Unfall gesprochen. Stings Sohn war bei All Out gemeinsam mit Darby Allin gegen Kevin Knight und Kyle Fletcher angetreten. Nach einer missglückten Aktion mit Knight musste die Begegnung vorzeitig beendet werden.
Jarrett befand sich nach eigener Aussage backstage, als Borden auf einer Trage an ihm vorbeigebracht wurde. Der Anblick des fixierten Kollegen hat eine bedrückende Atmosphäre ausgelöst. Mitarbeiter hätten Platz schaffen müssen, damit die medizinischen Helfer mit der Trage zwischen Kabeln und anderen Hindernissen hindurch zum Ausgang gelangen konnten. Anschließend sei Borden in den wartenden Krankenwagen gebracht worden.
Auch nach Jahrzehnten im Wrestling könne man sich auf einen solchen Moment nie vollständig vorbereiten, erklärte Jarrett. Zu sehen, wie ein Kollege auf diese Weise aus der Halle transportiert wird, führt einem die tatsächlichen Risiken des Berufs unmittelbar vor Augen.
Gleichzeitig lobte Jarrett die Reaktion der Beteiligten. Er hob Referee Bryce Remsburg, Doc Sampson und die Mitarbeiter in der Produktionsregie hervor. Auch die Kameraführung erwähnte er positiv. Ohne frühere Unglücksfälle ausführlich aufzugreifen, betonte Jarrett, dass sich der Umgang der Wrestling-Branche mit plötzlich auftretenden Verletzungen im Ring weiterentwickelt habe.
Borden wollte die Aktion selbst ausführen
Weitere Angaben zur Vorbereitung des Matches machte Sean Ross Sapp in einer Fragerunde bei Fightful Select. Nach seinen Informationen hatte Borden selbst großes Interesse daran, die Aktion mit Kevin Knight zu zeigen, bei der beide aus gegenüberliegenden Ringecken aufeinander zusprangen.
Sapp berichtete außerdem, dass Beteiligte nach dem Unfall besorgt gewesen seien. Die anschließenden Untersuchungen sowie Bordens Reaktionen und Gespräche hätten später jedoch für Erleichterung gesorgt. Aus diesen Angaben geht nicht hervor, dass Borden die Aktion gegen vorherige Warnungen durchgesetzt hätte. Ebenso benannte Sapp keinen Verantwortlichen für die ursprüngliche Idee.
Der Einschätzung, Borden sei grundsätzlich zu früh bei einem großen Pay-per-View eingesetzt worden, widersprach Sapp. Er verwies auf dessen bisherige Trainingszeit und Ringpraxis. Seiner Einschätzung nach trainiere Borden seit ungefähr zweieinhalb Jahren und habe bereits mehrere Dutzend Matches bestritten.
Einen Auftritt in einem Tag Team Match bei All Out hielt Sapp deshalb nicht für grundsätzlich verfrüht. Bei der konkreten Aktion fiel seine Bewertung zurückhaltender aus. Sapp räumte ein, dass sie möglicherweise zu ambitioniert gewesen sei, wollte dies aber nicht abschließend beurteilen. Dabei verwies er auch auf Bordens sportlichen Hintergrund als ehemaligen College-Football-Spieler.
Weiteres positives Signal zum Gesundheitszustand
Dave Meltzer äußerte sich bei Wrestling Observer Radio ebenfalls zu Borden. Nach den ihm vorliegenden Informationen gehe es ihm gut. Außerdem sei ihm mitgeteilt worden, dass Borden nach Hause fliegen könne. Ob die Heimreise tatsächlich bereits stattgefunden hatte, konnte Meltzer jedoch nicht bestätigen.
Tony Khan hatte nach All Out bereits erklärt, dass die Untersuchungen einschließlich eines CTs gute Ergebnisse geliefert hätten. Borden sei wach und ansprechbar gewesen. Einen bestätigten Termin für seine Rückkehr in den Ring enthalten die neueren Berichte weiterhin nicht.
Vince Russo fordert weniger riskante Aktionen
Vince Russo nahm den Unfall zum Anlass, in „The Coach and Bro Show“ mit Jonathan Coachman die Ausrichtung moderner Wrestling-Matches zu kritisieren. Im Mittelpunkt stand für ihn die Frage, weshalb Wrestler für eine möglichst große Publikumsreaktion Risiken eingehen, bei denen sie ihren Gegner kaum noch aktiv schützen könnten.
Russo forderte, den gegenseitigen Schutz wieder stärker zum Maßstab zu machen. Er stellte infrage, welchen Nutzen besonders gefährliche Aktionen hätten, wenn die möglichen Folgen für die Beteiligten und ihre Familien dagegenstünden. Seine Kritik zielte damit auf die Auswahl solcher Spots und die Erwartungen an spektakuläre Momente.
Auch die Rolle erfahrener Wrestler wurde in der Sendung angesprochen. Russo und Coachman verlangten mehr Verantwortung bei der Anleitung jüngerer Kollegen und hinterfragten, wer riskante Aktionen vor einem Match genehmige.
Ricochet widerspricht Schuldzuweisungen und erklärt den WWE-Vergleich
Ricochet setzte nach der bereits öffentlich geäußerten Kritik von Disco Inferno einen anderen Akzent. Auf X reagierte er auf die Vermutung eines Fans, vergleichbare Aktionen würden bei WWE umfangreicher geprobt. Dabei bezog sich Ricochet auf seinen Zusammenstoß mit Logan Paul beim Royal Rumble 2023. Diese Aktion hätten sie zuvor lediglich einmal ausprobiert, erklärte Ricochet. Seine Aussage bezog sich ausdrücklich auf seine eigene Erfahrung mit Paul.
Logan Paul and Ricochet colliding mid-air at the Royal Rumble is still one of the craziest spots ever.
I really hope WWE keeps doing insane spots like this. pic.twitter.com/4qh0HcXRBD
— tribal chief ☝🏻🩸 (@luireigns) June 8, 2026
Nach Ricochets Auffassung können Verletzungen sowohl bei riskanten als auch bei weniger aufwendigen Aktionen auftreten. Dieses Risiko begleite Wrestler bei jedem Gang in den Ring. Er sehe in Bordens Fall keinen Schuldigen, sondern einen unglücklichen Zwischenfall. Für ihn stehe deshalb im Vordergrund, dass sich Borden weiter erhole.
Soso einmal hätten die das geprobt. Merkwürdig das ich diese Aktion auf der Tour VOR dem Rumble jeden Abend von den beiden gesehen habe…. Egal was Rico sagt, man kann ihm nicht glauben. So viel Verbitterung. Er muss einfach den Tatsachen in die Augen blicken. Er ist nur C Ware! Deshalb passt er zu AEW sehr gut! And that’s the Buttom line cause I said so!
WHAT ? 😂😂😂
Wo hast du das gesehen, die Tourshows werden doch gar nicht übertragen? Vom Backstage kanns auch nicht gewesen sein. Was stimmt ist, das Rico C Ware ist, aber die Entrance You look sooo good to me, war cool. He knows his role.
Bei C Ware müsste er aber doch bei WWE sein. Dein Satz passt nicht ^^
Es ist doch was völlig anderes wenn 2 Leute die sich beim „Highflying“ durchaus wohl fühlen solche Aktionen ausführen als jemand der das Toprope praktisch nie erklimmt.
Logan Paul hat von Anfang dafür trainiert vor allem spektakuläre Highflying Aktionen zu zeigen… das ging hier und da auch schon schief für ihn, aber das ist sein Bier. Er schätzt sich da schon richtig ein. Und ein Ricochet sowieso.
Ein Steve Borden schätzt sich da aber falsch ein wenn er meint so eine Aktion ausführen zu können. Aber er macht sich sicher auch zuviel Druck wenn man bedenkt mit welchen Könnern er da im ring agiert und wer sein Vater ist. Da will er halt unbedingt liefern… und das kommt dann dabei heraus.
Soll er halt das zeigen was er einigermaßen sicher kann. Tat er bisher ja auch. Mich langweilt das… Clotheslines und Dropkicks sind halt öder kram. Aber den anderen Fans ist das schneibar schnurz die feiern ihn trotzdem… soll er halt nen Tag Team machen und seinen Partner den spektakulären Kram überlassen.
Kann ja auch nicht jeder so ein Ausnahmetalent sein. Aber dann muss man das eben auch einsehen und dabei bleiben was geht…
Doch ganz plump ausgedrückt, er ist sehr limitiert und ein so limitierter Wrestler hat bei AEW eigentlich nichts verloren. Dafür ist die Messlatte zu hoch. Und sollte erst recht nicht solche Aktionen durchführen wenn schon vor dem Absprung klar zu sehen ist das er sich kein bisschen wohl fühlt auf dem Toprope… das kann nur schief gehen.