Sprachnachrichten von Vince McMahon und Ari Emanuel werfen neues Licht auf die TKO-Gründung

Ari Emanuel und Vince McMahon sitzen für ein Interview nah beieinander
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Neue Audiomitschnitte werfen ein neues Licht auf die Hintergründe der Fusion von WWE und UFC im Jahr 2023. Mehrere Sprachnachrichten aus dem Jahr 2022 legen nahe, dass Endeavor-CEO Ari Emanuel dem damaligen WWE-Vorsitzenden Vince McMahon Unterstützung in dessen juristischen Angelegenheiten zugesichert haben könnte, während beide Seiten bereits über einen möglichen Zusammenschluss verhandelten.

Sprachnachrichten aus dem Jahr 2022 veröffentlicht

Wie Brandon Thurston von POST Wrestling und Wrestlenomics berichtet, stammt die erste veröffentlichte Sprachnachricht vom 16. September 2022. Darin wandte sich Ari Emanuel an Vince McMahon und verwies auf ein Gespräch mit der Anwaltskanzlei Latham & Watkins. Emanuel erklärte, dass zahlreiche Mitarbeiter des US-Justizministeriums (DOJ) früher für diese Kanzlei gearbeitet hätten und dies im weiteren Verlauf hilfreich sein könne.

Zudem spielte Emanuel die laufenden Ermittlungen der US-Börsenaufsicht SEC herunter und vermittelte McMahon den Eindruck, dass er sich keine allzu großen Sorgen machen müsse. Gleichzeitig stellte er ihm finanzielle Unterstützung in Aussicht.

Drei Tage später folgte eine weitere Sprachnachricht. Darin schlug Emanuel ein persönliches Treffen vor, um offene Fragen gemeinsam zu besprechen. Außerdem erklärte er, dass es Möglichkeiten gebe, eine Lösung für die bestehende Situation zu finden.

McMahon wollte den Deal mit Endeavor vorantreiben

Am 13. Dezember 2022 hinterließ Vince McMahon selbst eine Sprachnachricht für Jeff Sine von der Investmentbank The Raine Group, die WWE beim Verkaufsprozess beriet.

McMahon erklärte, dass ein Treffen mit Ari Emanuel und dessen Team aus seiner Sicht sehr positiv verlaufen sei. Er machte deutlich, dass er die Gespräche mit Endeavor weiter vorantreiben wolle, da ein Zusammenschluss aus seiner Sicht zahlreiche Probleme lösen würde.

Das Treffen fand zuvor im New Yorker Luxushotel The Mark Hotel statt. Neben Vince und Linda McMahon nahmen unter anderem Ari Emanuel, Endeavor-COO Mark Shapiro, WWE-Präsident Nick Khan, Chief Content Officer Triple H sowie Stephanie McMahon teil.

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Aus Gerichtsunterlagen geht hervor, dass Stephanie McMahon ihren Vater bei diesem Treffen dazu aufgefordert haben soll, weder als CEO zur WWE zurückzukehren noch das Unternehmen zu verkaufen.

Die Sprachnachrichten wurden Teil einer Aktionärsklage

Die veröffentlichten Audiomitschnitte wurden im Rahmen einer Aktionärsklage vor dem Delaware Court of Chancery als Beweismittel eingereicht.

Die Kläger werfen Vince McMahon vor, den Verkaufsprozess gezielt zugunsten von Endeavor beeinflusst zu haben. Ihrer Ansicht nach soll Ari Emanuel McMahon im Gegenzug zugesichert haben, ihn sowohl finanziell als auch hinsichtlich seiner Machtposition im Unternehmen zu unterstützen.

Nach Auffassung der Kläger hätten andere Interessenten wie KKR oder Liberty Media McMahon aufgrund der Vorwürfe rund um Schweigegeldzahlungen und mutmaßliches Fehlverhalten möglicherweise aus dem Unternehmen gedrängt. Genau dies habe Endeavor hingegen nicht beabsichtigt.

Die schriftlichen Abschriften der Sprachnachrichten waren bereits seit Längerem bekannt. Die eigentlichen Audiodateien wurden jedoch erst jetzt nach einer Anfrage auf Grundlage des Freedom of Information Act öffentlich zugänglich gemacht.

Richter sieht Widersprüche in Emanuels Aussagen

Im Laufe des Verfahrens erklärte Ari Emanuel unter Eid, dass weder er noch Endeavor Vince McMahon jemals tatsächlich finanzielle Freistellungen oder Garantien angeboten hätten.

Der zuständige Richter J. Travis Laster äußerte jedoch Zweifel an dieser Darstellung. Nach seiner Einschätzung sprechen die vorliegenden Beweise dafür, dass Emanuels Zusicherungen McMahons Entscheidungen während der Verkaufs- und Fusionsverhandlungen beeinflusst haben könnten. Dies wolle er bei seiner rechtlichen Bewertung entsprechend berücksichtigen.

Bereits zuvor hatte Richter Laster Vince McMahon und mehrere ehemalige WWE-Führungskräfte sanktioniert, nachdem über den Messenger-Dienst Signal verschickte Nachrichten gelöscht worden waren, die möglicherweise als Beweismittel hätten dienen können. Aufgrund dieser gelöschten Nachrichten wurde die Beweislast im Verfahren zulasten der Verteidigung verschoben.

Verfahren endete kurz vor dem Prozess mit einem Vergleich

Eigentlich sollte der Prozess am 8. Juni 2026 beginnen. Kurz vor Prozessstart einigten sich beide Seiten jedoch auf einen Vergleich. Über dessen Inhalt wurde bislang nichts veröffentlicht.

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Beobachter gehen davon aus, dass Vince McMahon mit diesem Schritt vor allem vermeiden wollte, dass weitere möglicherweise belastende Dokumente und interne Unterlagen während eines öffentlichen Gerichtsverfahrens bekannt werden.

Die Fusion von WWE und UFC wurde schließlich am 3. April 2023 offiziell bekannt gegeben. Aus dem Zusammenschluss entstand die TKO Group Holdings. Vince McMahon übernahm zunächst den Posten des Executive Chairman, trat jedoch im Januar 2024 nach der Klage von Janel Grant von seinem Amt zurück.

Weitere Gerichtsverfahren gegen Vince McMahon laufen weiter

Die juristischen Auseinandersetzungen rund um Vince McMahon sind damit jedoch noch lange nicht beendet.

Die Klage der ehemaligen WWE-Mitarbeiterin Janel Grant ist weiterhin anhängig. Sie wirft McMahon unter anderem Menschenhandel und sexuellen Missbrauch vor. Derzeit verhandeln beide Seiten darüber, ob das Verfahren im Rahmen eines privaten Schiedsverfahrens fortgesetzt werden soll.

Darüber hinaus sind Vince und Linda McMahon Beklagte in einer weiteren Klage ehemaliger sogenannter „Ring Boys“. Sie werfen beiden vor, den sexuellen Missbrauch durch einen früheren Ringcrew-Leiter über viele Jahre hinweg bewusst geduldet zu haben.

Bereits zuvor hatte sich Vince McMahon mit der US-Börsenaufsicht SEC geeinigt. Hintergrund waren Schweigegeldzahlungen in Höhe von insgesamt rund zehn Millionen US-Dollar an mehrere Frauen, die er gegenüber WWE nicht offengelegt hatte.

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