Seth Rollins Walk-off bei Good Morning Football war geplant und für WWE mehr als nur Unterhaltung

Seth Rollins ist außer sich vor Wut

Was wie ein echter Eklat im Morgenfernsehen aussah, war in Wirklichkeit ein perfekt inszenierter Moment. Dieser wirkte jedoch so überzeugend, dass selbst hochrangige WWE-Mitarbeiter sich nicht sicher waren, was sie gerade gesehen hatten.

Eine Bemerkung zu viel

Seth Rollins war bei „Good Morning Football“ zu Gast, um gemeinsam mit Moderator Kyle Brandt über eine durchaus interessante Frage zu diskutieren: Was ist schwieriger – mit 39 Jahren bei WrestleMania aufzutreten oder mit 42 Jahren in der NFL zu spielen? Der Kontext war naheliegend, denn Rollins hatte erst wenige Tage zuvor bei WrestleMania 42 gegen GUNTHER verloren, während die Show parallel den NFL Draft begleitete.

Das Gespräch startete locker und schien zunächst harmlos – doch die Stimmung kippte abrupt, als Brandt eine Bemerkung über Becky Lynch fallen ließ und vorschlug, sie in die Diskussion einzubeziehen: „Vielleicht können wir Becky dazu bringen, zu uns zu kommen und tatsächlich etwas für uns zu gewinnen.“

Der Satz traf offenbar einen wunden Punkt. Lynch hatte bei WrestleMania 42 die WWE Women’s Intercontinental Championship gewonnen, während Rollins gegen GUNTHER leer ausging – ein Kontrast, den Brandt mit seiner Bemerkung zumindest implizit ansprach. Rollins begann daraufhin, sein Mikrofon und sein technisches Equipment abzulegen, und machte damit unmissverständlich klar, dass er keine Lust hatte, das Gespräch fortzuführen.

Brandt versuchte zunächst, die Situation zu entschärfen, schoss dabei jedoch noch einen letzten Seitenhieb ab – mit Verweis auf Rollins‘ bekannte Vergangenheit mit Paul Heyman: „Das läuft noch schlechter als bei dir und Paul Heyman.“

Rollins ließ sich davon nicht aufhalten. Auf dem Weg hinaus warf er noch einen letzten Satz zurück, der die Szene auf den Punkt brachte: „Das war ein langer Vormittag.“

Der Clip verbreitete sich innerhalb kürzester Zeit in den sozialen Medien und wurde von den meisten Zuschauern als echtes Zerwürfnis interpretiert. Rollins war in der Vergangenheit regelmäßig bei „Good Morning Football” zu Gast und nutzte die Show stets für lockere Auftritte – daher wirkte sein abrupter Abgang umso überraschender. Für viele Beobachter schien die Kombination aus seiner Niederlage bei WrestleMania 42 und der Stichelei über Lynch ein nachvollziehbarer Auslöser zu sein, was die Inszenierung noch glaubwürdiger machte.

Alles geplant – und niemand wusste es

Am darauffolgenden Tag kehrte Rollins zu „Good Morning Football“ zurück und lüftete gemeinsam mit Brandt das Geheimnis: Der gesamte Austausch war von Anfang an abgesprochen – und beide hatten bewusst niemandem davon erzählt, weder im Sendeteam noch im WWE-Umfeld.

Rollins zeigte sich sichtlich stolz auf die gemeinsame Umsetzung und lobte Brandt scherzhaft für seine Nerven. Brandt schilderte seinerseits, wie der Moment selbst auf erfahrene Persönlichkeiten gewirkt hatte – ein Mitglied der Pro Football Hall of Fame hatte ihm demnach besorgt eine SMS geschickt und sich nach seinem Wohlbefinden erkundigt.

Den pikantesten Einblick lieferte Rollins mit dem Hinweis, dass die Täuschung sogar vor der WWE nicht haltgemacht hatte. Ein hochrangiger WWE-Mitarbeiter, dessen Namen er bewusst verschwieg, habe ihm eine Sprachnachricht geschickt, in der er sich vergewissert habe, ob Rollins sich nun persönlich um die Situation bei „Good Morning Football” kümmern müsse. Die Idee zu dem Segment stammte dabei nicht aus dem WWE-Umfeld, sondern war Brandts eigener Einfall, was Rollins ausdrücklich anerkannte.

WWE sah das Segment von Anfang an anders

Fightful Select liefert eine interessante Ergänzung zu dieser Geschichte und dreht dabei die Perspektive ein Stück weit um. Demnach hat die WWE den Vorfall bei „Good Morning Football” zu keinem Zeitpunkt für echt gehalten. Niemand innerhalb des Unternehmens, mit dem Fightful gesprochen hat, sei davon ausgegangen, dass es sich um echte Spannungen handelte.

Stattdessen sah die WWE in dem Segment etwas deutlich Pragmatischeres: eine willkommene Gelegenheit, Rollins aus öffentlichen Medienauftritten herauszunehmen, da er nach WrestleMania 42 wieder vollzeit im WWE-Programm vertreten ist. Darüber hinaus soll das Unternehmen in dem Auftritt auch ein potenzielles Storyline-Element erkannt haben, das mit Rollins‘ aktueller Phase in Verbindung stehen könnte.

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