Saudi-Arabien hat seine sportlichen Großinvestitionen in den vergangenen Wochen in mehreren Bereichen zurückgefahren, vom Golfsport über das Tennis bis hin zum Snookersport. Für WWE und damit auch für WrestleMania 43 im kommenden Jahr in Riad besteht nach dem aktuellen Stand allerdings ausdrücklich kein vergleichbares Risiko. Das ergibt sich aus einer ungewöhnlich klaren Aussage des TKO-Konzern-COO Mark Shapiro im jüngsten Investor-Call, die die Saudi-Verpflichtung gegenüber WWE und UFC als unverändert bekräftigt.
Der LIV-Golf-Schock und Saudi-Arabiens neue Investitionsstrategie
Den auffälligsten Schnitt vollzog der saudische Staatsfonds Public Investment Fund (PIF) im Golfsport. Nachdem der PIF seit dem Start von LIV Golf im Jahr 2022 rund 5 bis 6 Milliarden US-Dollar investiert hat, hat er entschieden, die Finanzierung der Liga nur noch bis zum Ende der Saison 2026 fortzuführen.
In einem offiziellen Statement gegenüber Daily Mail Sport erklärte der Fonds, dass die für ein langfristiges LIV-Engagement benötigten Investitionssummen nicht mehr mit der aktuellen Phase der PIF-Investitionsstrategie vereinbar seien.
Yasir al-Rumayyan, bisheriger PIF-Vorsitzender mit Doppelrolle als Newcastle-Chairman und Aramco-Spitze, gilt nach diesem Schritt nicht mehr als LIV-Vorsitzender. Der Fonds signalisiert im Hintergrund eine grundsätzliche Neuausrichtung weg von Investitionen in den Sport und hin zu klassischeren Anlageformen mit besserer Rendite.
Die Liste der gestrichenen und reduzierten Engagements
Der Golfsport ist nicht der einzige Bereich, in dem Saudi-Arabien gerade Tempo herausnimmt. Beim Fußball verkaufte PIF im April 2026 rund 70 Prozent der Anteile am Erstligaverein Al Hilal für 276 Millionen Pfund an die Kingdom Holding Company und behielt nur eine Restbeteiligung von 5 Prozent.
Beim Snookersport wurde das Saudi Arabia Masters nach zwei von ursprünglich zehn vereinbarten Ausgaben gestrichen. Der ATP- und WTA-Finals-Auftrag für die Saisonabschlussturniere im Männer- und Frauentennis wird nach der diesjährigen Ausgabe nicht verlängert.
Die geplante Bewerbung für die Rugby-Weltmeisterschaft 2035 wurde fallengelassen, und auch die Asiatischen Winterspiele 2029 wurden zurückgegeben und nach Kasachstan verlegt. Selbst ein bereits diskutiertes Flag-Football-Projekt mit Tom Brady wurde nicht weiterverfolgt.
Was WWE und UFC vom Golf-Aus unterscheidet
Mitten in dieser Welle an Streichungen hat sich TKO-COO Mark Shapiro während des Q1-2026-Investor-Calls gegenüber Wall-Street-Analysten ungewöhnlich deutlich positioniert. Im Wortlaut erklärte Shapiro: „Ich möchte ausdrücklich festhalten, dass im Gegensatz zum LIV-Golf-Rückzug des PIF unsere Partner in Saudi-Arabien bestätigt haben, dass dies bei TKO nicht der Fall sein wird. Ihr Bekenntnis zu unseren Marken für 2026 und darüber hinaus ist unerschütterlich.“
Shapiro begründete diese Aussage mit der starken Nachfrage in der Region und mit den weiterhin laufenden Vertragsverhandlungen. Aus seiner Sicht plant TKO eine Ausweitung der bisherigen Vereinbarung über die aktuellen zwei jährlichen Premium Live Events hinaus, wobei WWE-Präsident Nick Khan diese Verhandlungen anführe.
WrestleMania 43, Night of Champions und die Sechs-Events-Bilanz 2026
Wie konkret diese Verpflichtung gemeint ist, zeigt der Blick auf den Veranstaltungskalender. Shapiro bestätigte sechs Middle-East-Events für das laufende Jahr 2026, die unverändert wie geplant stattfinden sollen. Den Auftakt bildet eine Doppelnacht am 27. Juni 2026, an der UFC Fight Night Baku in Aserbaidschan und WWE Night of Champions in Riad parallel ausgetragen werden.
Beim Geld liegt WWE zudem in einer eigenen Größenordnung. Mehrere US-Medien beziffern die Hosting-Erlöse je Saudi-Event auf etwa 50 Millionen US-Dollar, was bei zwei Events pro Jahr einem Jahresvolumen von rund 100 Millionen US-Dollar entspricht.
Den bisher größten Einzelvertrag stellt WrestleMania 43 im Jahr 2027 in Riyadh dar. GlobalData veranschlagt allein für diese Veranstaltung einen Wert von rund 250 Millionen US-Dollar. Damit wird das WWE-Großevent zur ersten WrestleMania außerhalb der USA und Kanadas. Die ursprüngliche Zehn-Jahres-Vereinbarung zwischen WWE und Saudi-Arabien aus dem Jahr 2018 mit einem Gesamtvolumen von rund 500 Millionen US-Dollar läuft bis Ende 2027 und könnte aufgrund der pandemiebedingten Ausfälle zudem nachträglich verlängert werden.
Was hinter dem Strategiewechsel steckt
Hinter der allgemeinen Saudi-Sparrunde stehen mehrere Faktoren, die sich gegenseitig verstärken. Yasir al-Rumayyan erklärte gegenüber dem staatlichen Sender Al Arabiya, der Fonds bewerte fortlaufend seine Prioritäten neu, sei es kriegsbedingt oder aus rein wirtschaftlichen Gründen. Konkret nannten Beobachter den Krieg zwischen den USA und Israel gegen den Iran, der den saudischen Ölexport gestört und die Verteidigungsausgaben erhöht hat.
Auch das ambitionierte Vision-2030-Programm rund um die Mega-City Neom wurde nach Bauverzögerungen und Budgetproblemen deutlich zurückgefahren. Diese geopolitischen und finanziellen Spannungen ändern allerdings nichts an den langfristigen sportstrategischen Säulen des Königreichs, zu denen weiterhin die FIFA-Weltmeisterschaft 2034, der AFC Asian Cup 2027, eine neue Formel-1-Strecke nahe Riyadh, der Esports World Cup im Juli 2026 sowie die Kampfsport-Engagements rund um TKO, WWE und UFC zählen.

Die TKO Gruppe wird Safe noch von Seiten des PIF heruntergefahren. Ich bezweifle das der PIF langfristig noch so viel Kohle in Kampfsport investieren wird und der WWE samt UFC deutlich kleinere Pakete anbieten wird. Der PIF ist erst einmal komplett erschöpft durch den Kauf von Electonic Arts. Das werden andere Partner spüren sobald laufende Verträge enden werden. Golf macht halt den Anfang
Golf und das andere Zeug hätten die von mir aus weiterhin behalten, dafür jegliches Geld für die WWE streichen können. Je mehr Veranstaltungen bei den Scheichen durchgeführt werden, umso weniger Freude macht mir die WWE…