Das Main Event von WWE SmackDown am 18. September sorgte bereits während der Live-Ausstrahlung für Verwirrung. Eine ungewöhnliche Sequenz im Titelmatch zwischen Sami Zayn und Kevin Owens ließ zunächst mehrere Erklärungen zu. Inzwischen gibt es jedoch neue Backstage-Informationen darüber, wie das Ende ursprünglich geplant war.
Der erste Drei-Count sollte das Match tatsächlich beenden
Im Main Event verteidigte Sami Zayn die Undisputed WWE Championship gegen Kevin Owens. In der Schlussphase griffen zunächst Johnny Gargano und Candice LeRae ein, ehe auch CM Punk auftauchte. Punk schlug Owens mit der WWE Championship nieder, woraufhin Zayn sofort zum Cover ansetzte. Referee Ryan Tran zählte bis zwei und leitete anschließend auch die Bewegung für den dritten Count ein, stoppte seine Hand jedoch unmittelbar vor dem Kontakt mit der Ringmatte. Obwohl die Szene dadurch wie ein beinahe vollständiger Drei-Count wirkte, ließ Tran das Match weiterlaufen.
Genau diese Szene sorgte unmittelbar nach der Show für Diskussionen. Weil Owens sichtbar liegen blieb, entstand zunächst der Eindruck, er habe möglicherweise den vorgesehenen Kickout verpasst. Mehrere Beobachter gingen davon aus, dass Owens zu spät reagiert und dadurch einen unbeabsichtigten Drei-Count verursacht hatte.
Nach neuen Informationen von Fightful Select war jedoch genau das Gegenteil der Fall. Owens sollte nach dem Belt-Shot von CM Punk überhaupt nicht aus dem Cover herauskommen. Der Schlag mit der Championship und der anschließende Drei-Count waren demnach als tatsächliches Ende des Matches vorgesehen.
Kevin Owens machte offenbar keinen Fehler
Damit ist eine der wichtigsten Fragen nach SmackDown beantwortet. Owens hatte seine Aufgabe offenbar korrekt erfüllt, indem er nach dem Belt Shot liegen blieb. Nachdem der Count bis drei gegangen war, das Match jedoch nicht beendet wurde, mussten die Beteiligten kurzfristig reagieren. Zayn und Owens setzten die Begegnung fort, obwohl der ursprünglich geplante Abschluss bereits erreicht worden war.
Wenig später traf Zayn seinen Herausforderer mit einem weiteren Helluva Kick. Anschließend folgte ein zweites Cover, bei dem erneut bis drei gezählt wurde. Dieses Mal wurde das Ergebnis offiziell anerkannt und Zayn als Sieger sowie weiterhin amtierender Undisputed WWE Champion bestätigt.
Der zusätzliche Helluva Kick war demnach nicht Teil des ursprünglich vorgesehenen Finishs, sondern entstand offenbar erst durch die notwendige Improvisation nach der misslungenen ersten Schlusssequenz.
Wie viel Verantwortung trägt Referee Ryan Tran?
Fightful berichtet, dass der ursprünglich vorgesehene Abschluss geändert werden musste, nachdem der erste Count nicht wie geplant zum Matchende führte. Wer für die Kommunikationspanne im Detail verantwortlich war, ist allerdings bislang nicht vollständig geklärt. Es gibt keine bestätigten Informationen darüber, ob Tran eine falsche Anweisung erhielt, ein Problem mit dem Zeitnehmer bestand oder ob es hinter den Kulissen zu einem anderen Missverständnis kam.
Der frühere WWE-Referee Brian Hebner verteidigte seinen ehemaligen Berufskollegen nach der Show grundsätzlich. Aus Sicht eines Ringrichters gelte normalerweise eine einfache Regel: Wenn ein Wrestler beim Cover nicht rechtzeitig auskickt, müsse bis drei gezählt werden.
Hebners Einschätzung entstand allerdings noch vor der vollständigen Aufklärung des Geschehens hinter den Kulissen, in der festgelegt wurde, dass Owens liegen bleiben sollte. Sie zeigt dennoch, dass sich die Frage nach der genauen Fehlerquelle nicht zwangsläufig allein auf den Referee reduzieren lässt. Bislang gibt es auch keine Hinweise darauf, dass Tran von der WWE für den Vorfall sanktioniert wurde oder bei kommenden Shows nicht eingesetzt werden soll.
Der Belt-Shot war Teil der länger aufgebauten Storyline
Der ursprünglich geplante Abschluss hatte zudem einen klaren Storyline-Hintergrund. Bereits bei SmackDown am 21. August spielte die WWE Championship eine entscheidende Rolle in der Geschichte zwischen Sami Zayn, Kevin Owens und CM Punk. Damals traf Zayn Owens mit dem Titelgürtel und kostete ihm dadurch sein Championship Match gegen Punk. Vier Wochen später sollte dieses Motiv offenbar gespiegelt werden. Dieses Mal war es Punk, der Owens mit der Championship traf und damit Zayns erfolgreiche Titelverteidigung ermöglichte.
Gerade deshalb war der Belt Shot unmittelbar vor dem vorgesehenen Drei-Count vermutlich bewusst als Schlussbild gewählt worden. Durch die notwendige Fortsetzung und den zusätzlichen Helluva Kick verlor dieser Storyline-Callback während der Live-Ausstrahlung etwas von seiner ursprünglichen Wirkung.
WWE erwähnt den ersten Count in der offiziellen Zusammenfassung nicht
Auf WWE.com wird das Match inzwischen lediglich mit dem letztlich anerkannten Finish zusammengefasst. Dort wird beschrieben, dass Punk Owens mit der Championship traf und Zayn anschließend mit dem Helluva Kick den Sieg holte. Der auffällige erste Drei-Count und die anschließende Fortsetzung des Matches werden in der offiziellen Zusammenfassung nicht weiter thematisiert.
Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass WWE den Fehler bewusst verbergen wollte, da die eigenen Ergebnisberichte häufig stark gekürzt werden. Auffällig ist dennoch, dass die Version auf WWE.com ausschließlich den endgültigen und offiziell anerkannten Abschluss wiedergibt. Für die Zuschauer war der ungewöhnliche Moment während der Live-Ausstrahlung dagegen deutlich sichtbar.
Pinfall botch during Sami Zayn vs. Kevin Owens WWE Title match pic.twitter.com/lKhCbDE12O
— WrestleFeed (@WrestleFeedApp) September 19, 2026
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