Bei WWE verändert sich hinter den Kulissen offenbar nicht nur die Zusammensetzung des Rosters, sondern auch die wirtschaftliche Bewertung einzelner Verträge. Neue Aussagen von Sean Ross Sapp zeigen nun, wie weit die Gehälter entlassener Talente auseinanderlagen und warum manche Personalentscheidungen deutlich stärker mit Kosten als mit der reinen Position auf der Card zusammenhängen könnten.
Entlassene WWE-Talente sollen teils mehrere Millionen Dollar verdient haben
Sean Ross Sapp hat in einer Fragerunde von Fightful Select neue Einblicke in die Gehaltsstruktur mehrerer WWE-Talente gegeben, die in den vergangenen Jahren entlassen wurden. Nach seinen Angaben befanden sich unter den Abgängen der vergangenen zwei bis drei Jahre einzelne Wrestler, deren Jahresgehälter im Bereich von zwei bis drei Millionen US-Dollar gelegen haben sollen. Namen nannte Sapp dabei ausdrücklich nicht.
Entsprechend lässt sich derzeit nicht zuverlässig bestimmen, welche früheren WWE-Stars gemeint sind. Die genannten Summen passen jedoch grundsätzlich zu dem Bild, das frühere Unternehmensunterlagen von den Ausgaben für das Main Roster zeichnen. Diese belegen allerdings nicht, dass die entlassenen Talente tatsächlich genau diese Beträge erhielten. Der neue Bericht zeigt dennoch, dass die WWE bei einigen Entlassungen potenziell erhebliche Fixkosten aus den Büchern entfernen konnte.
Andere entlassene Wrestler sollen überraschend wenig verdient haben
Am anderen Ende der Gehaltsskala soll die Situation hingegen vollkommen anders ausgesehen haben. Sapp zufolge haben mindestens zwei im Jahr 2026 entlassene Talente sogar weniger verdient als das übliche Mindestgehalt für einen Main-Roster-Vertrag innerhalb des Unternehmens beträgt. In früheren Berichten wurde für das Main Roster ein Grundgehalt von etwa 350.000 US-Dollar pro Jahr genannt.
Nach Sapps Darstellung sorgte die vergleichsweise niedrige Bezahlung der beiden Betroffenen innerhalb des Rosters für Verwunderung. Andere Talente hätten sich gefragt, weshalb WWE sich von Wrestlern trenne, die angesichts ihrer vergleichsweise geringen Kosten weiterhin sinnvoll eingesetzt werden könnten.
Die Aussage macht gleichzeitig deutlich, dass die jüngsten Personalentscheidungen offenbar nicht ausschließlich nach einem einfachen Prinzip wie „hohes Gehalt gleich Entlassung“ getroffen wurden. Auch kreative Planungen und der wahrgenommene Nutzen eines Talents dürften eine Rolle gespielt haben.
Ein Midcard-Wrestler soll trotz geringer Perspektive gut verdient haben
Sapp nannte außerdem einen anonymen männlichen Wrestler aus dem unteren Midcard-Bereich, dessen Vertragswert er mit 500.000 US-Dollar bezifferte. Dabei sollte die Summe mit Vorsicht behandelt werden, da aus seiner Formulierung nicht vollständig hervorgeht, ob damit ausdrücklich das Jahresgehalt oder die von ihm zusammengefasste Vertragsgröße gemeint war.
Entscheidend ist ein anderer Punkt: Die WWE soll für diesen Wrestler kaum noch kreative Pläne gehabt haben, während er selbstverständlich seinen gültigen Vertrag erfüllte und sein garantiertes Einkommen erhielt. Genau solche Fälle können in einer Kostenanalyse auffallen, wenn ein vergleichsweise gut bezahlter Wrestler kaum im Fernsehen eingesetzt wird, während gleichzeitig günstigere Alternativen verfügbar sind.
WWE sollte Millionen aus dem Talent-Budget streichen
Die neuen Aussagen passen zu Berichten aus dem Frühjahr 2026: Damals hieß es, die WWE habe intern den Auftrag erhalten, mehrere Millionen Dollar beim Talentetross einzusparen. Im Zuge größerer Entlassungsrunden wurden einzelne Wrestler gleichzeitig mit deutlich reduzierten Vertragsangeboten konfrontiert. Später wurde präzisiert, dass weniger als sechs Talente konkrete Angebote mit niedrigeren Bezügen erhalten haben sollen.
Wie drastisch solche Kürzungen ausfallen konnten, wurde inzwischen auch öffentlich deutlich. Kofi Kingston erklärte, dass ihm und Xavier Woods Konditionen angeboten worden seien, die eine Reduzierung von mehr als 50 Prozent bedeutet hätten. Beide lehnten diese Bedingungen letztlich ab.
Neue und zurückkehrende Talente sollen WWE deutlich weniger kosten
Sapp stellte außerdem einen Zusammenhang zwischen den Einsparungen und mehreren Neuverpflichtungen bzw. Rückkehrern her. Er nannte dabei unter anderem Big Cass, Zilla Fatu und Baron Corbin und erklärte, die WWE habe diese zu deutlich günstigeren Konditionen verpflichten können als einige der zuvor entlassenen Wrestler.
Seiner Darstellung zufolge würden die neuen Verträge zusammen nur einen Bruchteil dessen kosten, was einzelne frühere Talente verdienten. Sapp sprach sinngemäß von Konditionen auf einem günstigen „Veteranen-Minimum“. Konkrete Gehaltssummen für Big Cass, Zilla Fatu oder Corbin sind allerdings nicht öffentlich bekannt. Auch Sapps Aussage, wonach die WWE die neuen Verträge für rund 30 bis 40 Prozent der früheren Großverträge erhalten habe, wurde bislang nicht durch Vertragszahlen bestätigt.
TKO spricht selbst von einer neuen Vergütungsstruktur
Dies passt auch zu jüngsten öffentlichen Aussagen von TKO-Präsident Mark Shapiro. Anfang September erklärte Shapiro, dass TKO nach den neuen Medienverträgen die Vergütungsstrukturen bei WWE und UFC neu angepasst habe. Die finanziellen Auswirkungen seien bereits in den Unternehmensprognosen berücksichtigt. Damit bestätigt einer der wichtigsten TKO-Verantwortlichen zumindest grundsätzlich, dass die Bezahlung der Talente derzeit neu bewertet wird.