Randy Orton spricht über Vertragslaufzeit, Wunschgegner, seine RKO-Philosophie, Schulden und verlorene Chemie im Ring

Randy Orton macht eine Ansage

Randy Orton hat während der WrestleMania-Woche in einem ausführlichen Interview einen ungewöhnlich persönlichen Einblick in seine Gedanken zur eigenen Zukunft gegeben. Der 46-Jährige sprach über die verbleibende Laufzeit seines WWE-Vertrags, sein Ziel, den 15. World Champion-Titel zu gewinnen, seinen Wunschgegner für die Endphase seiner Karriere, die verlorene Chemie durch weniger Houseshows, eine überraschende Aussage zu The Rock sowie eine offene Rechnung aus alten Legacy-Zeiten.

Vier Jahre Vertrag und ein Plan für danach

Bei einer Fan-Fragerunde in Las Vegas verriet Orton, dass sein aktueller WWE-Vertrag noch vier Jahre läuft. Das passt zu seiner Bestätigung aus dem August 2024, als er öffentlich einen Fünfjahresvertrag mit dem Unternehmen bestätigte. Bereits damals betonte er, sich körperlich so gut zu fühlen wie seit über einem Jahrzehnt nicht mehr:

„Ich bin gerade 46 geworden. Mein Vertrag läuft noch vier Jahre, und vielleicht bekomme ich danach den Zeitplan des Undertakers und schaue jedes Jahr bei WrestleMania vorbei, um dann so lange weiterzumachen, bis mir buchstäblich die Räder abfallen. Aber ich muss diesen Titel holen, Mann. Es ist schon eine Weile her, und ich will die Nummer 15. Und ich glaube, an diesem Punkt bin ich bereit, alles zu tun, um ihn zu bekommen.“

Orton verpasste bei WrestleMania 42 Nacht 1 sein Ziel, zum 15. Mal World Champion zu werden.

Wunschgegner: Finn Bálor

In einem Gespräch mit The Schmo nannte Orton einen Namen, gegen den er vor dem Ende seiner aktiven Karriere unbedingt noch antreten möchte: Finn Bálor. Das besondere daran ist, dass die beiden trotz ihrer langen WWE-Karrieren nie ein Einzelmatch bestritten haben: „Was Finn Bálor angeht: Ich stand schon mit ihm im Ring, aber ich hatte noch nie ein Einzelmatch gegen ihn, geschweige denn eine Fehde. Ich würde es lieben, am Ende meiner Karriere sagen zu können, dass ich das geschafft habe. Ich halte Finn Bálor für ein unglaubliches Talent. Niemand ist geschickter als er.“

Die Herausforderung dabei ist die aktuelle Markentrennung, da beide Stars derzeit bei unterschiedlichen WWE-Brands unter Vertrag stehen. Dennoch ist eine zukünftige Begegnung alles andere als ausgeschlossen.

Der RKO bleibt unverwässert

Ein weiteres Thema war Ortons kompromisslose Haltung zur Integrität seines Finishers. Im modernen Wrestling werden Finishing-Moves zunehmend mehrfach eingesetzt, bevor ein Pin erfolgt. Orton weigert sich strikt, diesen Weg zu gehen.
Er erklärte, dass Vince McMahon bereits in seinen frühen Karrierejahren eine entscheidende Rolle dabei gespielt habe, den RKO als unantastbaren Abschluss-Move zu etablieren. Damals hätten Gegner versucht, sich aus dem Finisher zu befreien, woraufhin McMahon eingeschritten sei und klargemacht habe, dass das nicht toleriert werde. Diese Lektion habe Orton verinnerlicht und halte sie bis heute aufrecht.

Für ihn ist der RKO kein Move, der mehrfach landen muss, um zu wirken. Er besteht darauf, dass ein einziger, sauber gesetzter RKO das Ende eines Matches bedeutet und nicht der Beginn einer mehrfachen Wiederholung. Der besondere Reiz des Moves liege genau darin, dass er ihn jederzeit und aus jeder Situation heraus ohne Vorwarnung ausführen könne. Diese Unberechenbarkeit sei das Herzstück seiner Wirkung, und Orton habe nicht die Absicht, daran jemals etwas zu ändern.

Houseshows und die verlorene Chemie

Mit deutlicher Wehmut sprach Orton darüber, wie das Fehlen regelmäßiger Houseshows die Ringchemie zwischen Wrestlern verändert hat. Früher ermöglichten zahlreiche Live-Events abseits der TV-Kameras, eine Verbindung zwischen Kontrahenten zu entwickeln, bevor das erste TV-Match stattfand.

Orton schilderte, dass es früher gängige Praxis war, einen neuen Gegner zunächst auf ausgedehnten Touren kennenzulernen, bevor das erste Fernsehduell stattfand. Auf mehrwöchigen Europatourneen oder bei einer Reihe von US-Houseshows traten die Wrestler jeden Abend gegeneinander an, sodass sie beim ersten öffentlichkeitswirksamen Aufeinandertreffen bereits eine gewachsene Verbindung im Ring mitbrachten. Heute fehle diese Vorbereitungsphase häufig und viele Matches würden zum ersten Mal live und vor Kameras ausgetragen. Er beschrieb dies als eine ungewöhnliche und auch riskante Situation.

Orton räumte dabei durchaus ein, dass der frühere Terminkalender mit durchschnittlich 185 Matches pro Jahr über rund 15 Jahre eine extreme körperliche Belastung darstellte und auch das Familienleben stark beanspruchte. Dennoch habe dieser Rhythmus dem Körper eine Widerstandsfähigkeit verliehen und vor allem die Zeit im Ring vor echtem Publikum abseits der Kameras ermöglicht, die für das Entwickeln von Spielgefühl und gegenseitigem Verständnis schlicht unersetzlich sei.

Der eine RKO, der noch aussteht: The Rock

Auf die Frage, welchem Star er noch gern einen RKO verpassen würde, obwohl es bisher nie dazu kam, nannte Randy Orton vor allem einen Namen ganz deutlich: The Rock. Er erklärte, dass er im Lauf seiner Karriere eigentlich fast jedem einen RKO verpasst habe, dem er einen geben wollte, sogar Prominenten außerhalb des Wrestlings. Aus seiner Sicht bleibe The Rock daher einer der wenigen großen Namen, die ihm noch fehlen. „Stone Cold“ Steve Austin erwähnte er ebenfalls als reizvolle Möglichkeit, stellte aber klar, dass The Rock für ihn in dieser Hinsicht ganz oben auf der Wunschliste steht.

DiBiase schuldet Orton 25.000 Dollar

Den humorvollsten Moment des Interviews lieferte Orton mit einer Aussage zu seinem früheren Legacy-Teamkollegen Ted DiBiase Jr., der die WWE 2013 verlassen hatte. Fans hatten vor WrestleMania 42 spekuliert, ob DiBiase der mysteriöse Anrufer in der Orton-Storyline sein könnte. Während McAfee letztendlich diese Rolle übernahm, hatte DiBiase tatsächlich am WrestleMania-Wochenende in Las Vegas Präsenz gezeigt, allerdings im Rahmen der Comic Con: „Ted DiBiase, Ted schuldet mir 25 Riesen. Nehmt das auf und veröffentlicht es. Vielleicht hört er es ja und zahlt mir das Geld,“ sagte Orton.

Siehe auch: Sicherheitschaos im WWE-Hotel nach WrestleMania 42: Talente bedrängt, Damian Priest greift ein, Fan verlangt Entschuldigung von CM Punk

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