R-Truth war zu Gast bei „Six Feet Under“ mit The Undertaker und Michelle McCool und gab spannende Einblicke in die Geschichte der WWE. Er enthüllte die Herkunft eines seiner bekanntesten Comedy-Momente mit John Cena und verriet überraschende Details, die bisher nicht öffentlich bekannt waren. Zudem bezog The Undertaker Stellung zu einer der umstrittensten Backstage-Traditionen der WWE-Geschichte.
Vince McMahon schrieb den Cena-Gag
Jahrelang bezeichnete R-Truth John Cena scherzhaft als seinen „Kindheitshelden“, obwohl Truth mehrere Jahre älter ist als Cena. Die Herkunft dieses Gags war lange Zeit nicht öffentlich bekannt. In einem Podcast enthüllte Truth nun, dass die Idee ursprünglich von Vince McMahon stammte. McMahon habe den entsprechenden Promo-Ansatz selbst geschrieben.
Als Truth die Promo zum ersten Mal hielt und sagte, er sei mit John Cena aufgewachsen und habe ihn als Kind im Fernsehen verfolgt, sprangen die Fans darauf an und glaubten es tatsächlich. Sie nahmen es schlicht hin, ohne es zu hinterfragen. Truth war selbst über die Wirkung überrascht: Ein offensichtlich unglaubwürdiger Gag habe funktioniert, weil das Publikum ihn kollektiv annehmen wollte.
John Cenas Beteiligung und das Ron-Cena-Shirt
Was mit einem McMahon-Promo begann, entwickelte sich über die Jahre zu einem der beliebtesten Comedy-Elemente der gesamten WWE. John Cena war an dieser Entwicklung aktiv beteiligt. Truth erzählte, dass er Cena angerufen und gefragt habe, ob er dessen berühmte Jorts tragen dürfe, also die kurzen Jeans-Shorts, die seit Jahren zu Cenas unverkennbarem Look gehören. Cena habe ihm daraufhin geraten, nicht nur die Kleidung zu übernehmen, sondern auch seine Moves und Gesten. Selbst die Idee zum „Ron Cena“-Shirt sei von Cena gekommen. Er habe vorgeschlagen, ein Shirt nach dem Vorbild seines eigenen zu gestalten, nur mit Truths Gesicht darauf.
Als Truth gefragt habe, ob das ernst gemeint sei, habe Cena geantwortet, sie seien doch Brüder. Truth bezeichnete diesen Ansatz als überaus clever: Er habe die Idee einfach umgesetzt, und sie habe funktioniert. Aus einer einzigen Vince McMahon Promo wurde damit eine jahrelange Storyline, die letztlich bis zu Truths Entlassung 2025 und seiner anschließenden Fehde mit Cena führte.
Wrestlers Court: kein Mobbing, sondern Ordnung
Das Gespräch führte auch zum Thema Wrestlers Court, einer der umstrittensten Backstage-Traditionen der WWE-Geschichte. Wer den Wrestlers Court nicht kennt: Es handelt sich um eine inoffizielle „Gerichtsverhandlung“ im Locker Room, bei der Wrestler, die sich danebenbenahmen oder gegen ungeschriebene Regeln verstießen, von ihren Kollegen zur Rede gestellt wurden.
The Undertaker fungierte dabei traditionell als Richter. R-Truth beschrieb die Institution als eine Mischung aus Unterhaltung und echter Disziplinierung. Jack Daniel’s sei dabei zwar im Spiel gewesen, das ändere aber nichts daran, dass der Hammer tatsächlich geschwungen worden sei. Es sei kein Spiel gewesen, und das habe jeder gewusst, der dabei war.
Undertaker legte dann ausführlich dar, warum das Wrestlers Court seiner Meinung nach notwendig war und nicht als Mobbing missverstanden werden sollte. Der WWE-Tourplan sei früher extrem anstrengend gewesen: Die Wrestler seien über weite Teile des Jahres ständig unterwegs gewesen, hätten kaum Pausen gehabt und seien oft müde und gereizt gewesen. In einem solchen Umfeld entstünden Spannungen, die sich irgendwo entladen müssten.
Das Wrestlers Court habe einen kontrollierten Rahmen geschaffen, in dem Probleme angesprochen werden konnten, bevor sie eskalierten. Anstatt jemanden direkt zu konfrontieren oder die Sache zur Unternehmensleitung zu tragen, gab es diesen Zwischenweg: Eine öffentliche Verhandlung vor dem Locker Room, die zeigte, dass ein bestimmtes Verhalten nicht toleriert werde, aber gleichzeitig auch eine letzte Chance für den Betroffenen darstellte.
Undertaker betonte, dass es ihm nie darum gegangen sei, jemandem Befehle zu erteilen, sondern einen gemeinsamen Standard an Respekt und Professionalität zu wahren. Wer das Problem danach nicht behoben hatte, würde beim nächsten Gespräch nicht mehr mit derselben Milde rechnen dürfen. Das sei der eigentliche Kern des Systems gewesen: Erst die sanfte Version, dann die härtere. Wer heute von außen über das Wrestlers Court urteile, ohne dabei gewesen zu sein, werde den Gedanken dahinter schlicht missverstehen.

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