AJ Styles hat seine aktive Karriere inzwischen beendet, bleibt dem Wrestling jedoch weiterhin eng verbunden. In einem ausführlichen Gespräch mit Chris Van Vliet sprach der frühere WWE Champion über die ersten Schritte seines Sohnes Avery, ein mögliches einmaliges Comeback und die Frage, weshalb ein letztes Match bei TNA nie zustande kam. Zudem räumte Styles mit einem hartnäckigen Gerücht über sein Aufeinandertreffen mit John Cena auf.
AJ Styles sieht Avery noch nicht bei WWE
Avery Styles hat mittlerweile seine eigene Wrestling-Karriere begonnen und bereits erste Erfahrungen im Ring gesammelt. Obwohl sein Vater inzwischen als Coach im WWE Performance Center arbeitet, hält AJ Styles einen möglichen WWE-Tryout seines Sohnes zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch für verfrüht.
Styles möchte Avery zunächst die Grundlagen vermitteln, die aus seiner Sicht für eine langfristige Karriere entscheidend sind. Dabei gehe es nicht ausschließlich um spektakuläre Aktionen oder athletische Fähigkeiten. Viel wichtiger seien das Erzählen einer verständlichen Geschichte, das richtige Timing und die Fähigkeit, einem Match ausreichend Zeit zu geben.
Gerade junge Wrestler würden häufig dazu neigen, ihre Aktionen zu schnell nacheinander auszuführen. Avery müsse deshalb lernen, ruhiger zu arbeiten und einzelne Momente stärker wirken zu lassen. Diese Fähigkeiten ließen sich nicht allein durch das Einüben neuer Moves entwickeln, sondern würden vor allem durch Erfahrung entstehen.
Eine weitere Herausforderung besteht für AJ Styles darin, seinen Sohn davon zu überzeugen, keinen zweiten AJ Styles darstellen zu wollen. Avery könne zwar gelegentlich auf Aktionen seines Vaters zurückgreifen, müsse langfristig jedoch einen eigenen Charakter und einen individuellen Stil entwickeln. Nur auf diese Weise könne er sich vom Namen seines Vaters lösen und als eigenständiger Wrestler wahrgenommen werden.
Die Zusammenarbeit zwischen Vater und Sohn verlief dabei nicht immer problemlos. Styles machte Avery zeitweise deutlich, dass er sich einen anderen Trainer suchen müsse, falls er die Hinweise seines Vaters nicht annehmen wolle. Nach Averys erstem Match überwog jedoch der Stolz. AJ bewertete das Debüt seines Sohnes bereits als deutlich stärker als seinen eigenen ersten Auftritt.
Ein gemeinsames Match mit seinen Söhnen reizt AJ Styles
Trotz seines Rücktritts möchte Styles ein weiteres Match nicht vollständig ausschließen. Er betonte zwar, dass derzeit kein konkretes Comeback geplant sei, erinnerte jedoch daran, dass viele Wrestler nach ihrem offiziellen Karriereende noch einmal für einen besonderen Auftritt in den Ring zurückgekehrt seien.
Besonders reizvoll wäre für ihn die Möglichkeit, gemeinsam mit einem oder mehreren seiner Söhne anzutreten. Neben Avery soll inzwischen auch dessen älterer Bruder Ajay stärkeres Interesse am Wrestling entwickelt haben. Averys Debüt habe offenbar dazu geführt, dass sich auch sein Bruder intensiver mit einer möglichen Zukunft im Ring beschäftigt.
Kein letztes Match für TNA
Ein weiterer Abschiedsauftritt bei TNA scheint dagegen nie ernsthaft zur Diskussion gestanden zu haben. Styles kehrte 2025 bei Slammiversary für einen besonderen Auftritt zurück und teilte dort einen Moment mit Leon Slater. Zu einem Match kam es jedoch nicht.
Nach eigener Einschätzung erkannte Styles erst während dieses Besuchs, weshalb WWE vermutlich keine Ausnahme für ihn machen würde. Chelsea Green habe ihm hinter den Kulissen davon erzählt, dass auch sie gerne noch einmal bei TNA antreten würde. Dadurch sei Styles bewusst geworden, dass ein Match von ihm einen Präzedenzfall geschaffen hätte.
Hätte WWE Styles einen Auftritt im TNA-Ring gestattet, hätten vermutlich weitere Wrestler nach vergleichbaren Möglichkeiten gefragt. Styles stellte zugleich klar, dass Chelsea Green keine Kritik an WWE geäußert habe. Ihr Wunsch habe ihm lediglich verdeutlicht, welche Folgen eine solche Sondergenehmigung haben könnte.
Styles korrigiert Darstellung zum Cena-Match
Styles sprach außerdem über sein viel beachtetes Match gegen John Cena bei Crown Jewel. Nach dem Duell entstand der Eindruck, Cena habe den gesamten Ablauf erst während des Matches vorgegeben und die Begegnung größtenteils spontan gestaltet.
Dieser Version widersprach Styles nun. Demnach war der grundsätzliche Ablauf des Matches bereits vor dem Einzug geplant. Unmittelbar vor dem Gang durch den Vorhang habe Cena lediglich entschieden, die Eröffnungssequenz selbst zu leiten. Styles vertraute seinem langjährigen Rivalen und stimmte der kurzfristigen Anpassung zu.
Einzelne Momente seien während des Matches dennoch spontan entstanden. Als die Zuschauer beispielsweise eine bestimmte Aktion forderten, reagierten Styles und Cena auf die Stimmung in der Halle und passten eine Sequenz entsprechend an. Das gesamte Match sei deshalb jedoch nicht improvisiert worden.
Styles bestätigte darüber hinaus, dass er offenbar nicht von Beginn an als Gegner für Cena vorgesehen war. Ursprünglich soll Drew McIntyre für das Match eingeplant gewesen sein, ehe WWE die Pläne änderte und Styles den besonderen Auftritt während Cenas Abschiedstour ermöglichte.

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