R-Truth war zu Gast bei„Six Feet Under“ mit The Undertaker und Michelle McCool und sprach offen über seine Karriere. Der WWE-Veteran erinnerte sich an den Zeitpunkt in der Frühphase seiner Laufbahn, als diese fast beendet gewesen wäre, und an den Moment, in dem die gesamte WWE-Belegschaft für ihn einstand. Außerdem erklärte er, warum er trotz allem kein echter Heel sein kann.
Als die gesamte WWE-Familie aufstand
Als R-Truth 2025 vorübergehend von der WWE entlassen wurde, erlebte er eine Reaktion, die ihn bis heute bewegt. Nicht nur Kolleginnen und Kollegen aus dem Locker Room hätten sich damals für ihn eingesetzt, erklärte er im Gespräch mit dem Undertaker. Auch Mitglieder der Produktions-, Kamera- und Ringcrew hätten sich geschlossen hinter ihn gestellt. Das habe ihn tief berührt, weil es ihm gezeigt habe, welchen Stellenwert er bei den Menschen hinter den Kulissen besitze.
Undertaker zeigte sich davon bewegt und betonte, dass ein solches Verhalten viel über Truths Einfluss auf sein Umfeld aussage. Wenn sich Kollegen trotz möglicher beruflicher Konsequenzen für jemanden starkmachten, zeige das, dass diese Person viele Menschen positiv geprägt habe. Für ihn sei dies ein Zeichen, dass R-Truth seine Karriere auf die richtige Art geführt habe.
Fast aufgehört: Road Dogg rettete eine Karriere
Weniger bekannt ist, dass R-Truths Karriere einmal fast geendet hätte, bevor sie richtig begann. Im Podcast schilderte Truth eine schwierige Phase in seinen Anfängen im WWE-Nachwuchsbereich in Memphis. Er habe damals mit persönlichen Problemen und Heimweh zu kämpfen gehabt. Sein Vertrag sei ausgelaufen und er habe bereits innerlich aufgegeben, da er das Gefühl gehabt habe, für das Wrestling nicht gemacht zu sein.
Road Dogg habe in ihm jedoch etwas gesehen, das er damals selbst nicht erkennen konnte. Der erfahrene WWE-Star habe ihn unter seine Fittiche genommen, ihm gesagt, er habe das Zeug dazu, und ihn gebeten, ihm zwei Monate Zeit zu geben.
Dass jemand in einem solchen Moment an einen glaube, bedeute unermesslich viel, betonte Truth. Es habe nicht einmal viele Menschen gebraucht. Road Dogg habe an ihn geglaubt, und das habe ausgereicht. Road Doggs Unterstützung führte direkt zu Truths TV-Debüt unter dem Ringnamen K-Kwik und damit zum Start einer Karriere, die mehrere Jahrzehnte umspannen sollte.
Das Urteil des eigenen Sohnes
Den emotionalen Höhepunkt des Gesprächs lieferte eine Erinnerung an die „We Want Truth“-Chants der Fans. Truth schilderte, wie er in jenem Moment seinen eigenen Sohn direkt hinter sich stehen hatte. Nach den Chants habe sein Sohn zu ihm gesagt, das alles sei es wert gewesen. Diese Worte hätten ihn tief getroffen, wegen all der Dinge, die man in einer langen Wrestling-Karriere verpasst: Geburtstage, Jahrestage, Beerdigungen, Zeit mit der Familie.
Diese Opfer gehören zur Realität eines Wrestlers und die Bestätigung durch das eigene Kind bedeutet alles. Undertaker unterstrich diesen Moment und erklärte, dass eine solche Reaktion von Fans und Kollegen nur möglich sei, wenn man die Menschen um sich herum über viele Jahre hinweg richtig behandelt habe. Talente, Crewmitglieder, Produktionsleute und Fans hätten sich hinter Truth gestellt, weil sie wüssten, wer er wirklich ist.
Warum R-Truth kein Heel sein kann
Auf die Frage nach einem möglichen Heel-Turn antwortete Truth mit bemerkenswerter Selbstreflexion. Er glaube, das liege daran, dass die Menschen auch wissen, wer er außerhalb des Wrestlings sei. Er könne einfach kein Heel sein. Er versuche, jedem gegenüber positiv zu sein, selbst wenn er selbst gerade etwas durchmache. Er wisse, wie es sich anfühle, wenn man keine positive Energie um sich herum habe. Wenn ihn jemand sehe, wolle er, dass diese Person glücklicher gehe, als sie gekommen sei. Das sei schlicht sein wahres Ich.
Undertaker ergänzte, die geschlossene Reaktion auf Truths Vertragsangelegenheit habe genau das unterstrichen: Die Menschen wüssten, wer er wirklich ist, und hätten sich deshalb hinter ihn gestellt.
Booker T verteidigte Truth kürzlich im No Contest Wrestling Podcast in ähnlicher Weise und erklärte, Kritik an R-Truths Karriere sage mehr über die Kritiker aus als über Truth selbst. Wer über Jahrzehnte in diesem Geschäft bestehe, habe sich das schlicht selbst erarbeitet.

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