Paul Wight überrascht mit Aussage zu seiner AEW-Zukunft: Mit einer alten Wrestling-Tradition rechnet er deutlich ab

Paul Wight mit ernstem Gesichtsausdruck

Paul Wight blickt inzwischen auf eine Karriere zurück, die ihn durch mehrere Generationen des Wrestling-Geschäfts geführt hat. Gerade deshalb fällt seine Einschätzung darüber, wie erfahrene Wrestler mit jüngeren Talenten umgehen sollten, deutlich aus.

Im Interview sprach der frühere Big Show zudem ungewöhnlich selbstkritisch über seine eigene Zeit bei AEW und darüber, warum Tony Khan trotz zahlreicher gesundheitlicher Rückschläge weiter an ihm festhält.

Paul Wight hätte sich selbst längst bei AEW entlassen

Im Gespräch mit „Inside the Ring“ blickte Wight auf die vergangenen Jahre seiner Karriere zurück. Seit seinem Wechsel zu All Elite Wrestling im Jahr 2021 konnte er aufgrund zahlreicher körperlicher Probleme nur sehr eingeschränkt als aktiver Wrestler eingesetzt werden.

Wight musste sich unter anderem Operationen an Hüfte und Knien unterziehen und sprach zuletzt von insgesamt elf Eingriffen innerhalb mehrerer Jahre. Die lange Liste gesundheitlicher Rückschläge verhinderte immer wieder, dass er dauerhaft in den Ring zurückkehren konnte.

Mit Blick auf diese Situation zeigte sich der 54-Jährige ausgesprochen selbstkritisch. Hätte er selbst über seine Position entscheiden müssen, wäre seine Geduld deutlich früher erschöpft gewesen. Wight erklärte, dass er sich angesichts der geringen Zahl an Matches vermutlich bereits vor rund drei Jahren selbst entlassen hätte. Tony Khan beurteilt die Situation allerdings vollkommen anders.

Tony Khan sieht weiterhin einen Wert in Paul Wight

Der AEW-Präsident hält demnach nicht ausschließlich deshalb an Wight fest, weil eine mögliche In-Ring-Rückkehr weiterhin nicht vollständig ausgeschlossen ist. Khan sehe vor allem dessen jahrzehntelange Erfahrung als wichtigen Faktor.

Wight kann jüngeren Wrestlern bei verschiedenen Bereichen ihrer Entwicklung helfen und zugleich hinter den Kulissen Aufgaben übernehmen, die nicht zwingend einen regelmäßigen Einsatz im Ring erfordern. Genau darin sieht er selbst inzwischen einen wichtigen Teil seiner Rolle bei AEW.

Dass diese Zusammenarbeit nicht nur aus gegenseitiger Wertschätzung besteht, deutete sich bereits im Frühjahr an. Berichten zufolge einigte sich Wight 2026 auf einen neuen Vertrag mit AEW, nachdem seine ursprüngliche Vereinbarung in diesem Jahr ausgelaufen wäre. Über die genaue Laufzeit wurden keine näheren Angaben bekannt.

Eine Rückkehr in den Ring bleibt sein Ziel

Trotz der zahlreichen körperlichen Probleme hat Wight den Gedanken an weitere Matches noch nicht aufgegeben. In den vergangenen Monaten arbeitete er intensiv an seiner körperlichen Verfassung und präsentierte sich deutlich schlanker als noch in früheren Phasen seiner AEW-Zeit.

Im Juli wurde er sogar wieder körperlich in eine Szene vor einer Dynamite-Ausgabe eingebunden. Dabei unterstützte er Steven Borden und Kiran Grey und führte selbst einige Wrestling-Aktionen aus. Ein offizielles Comeback-Match war dies allerdings nicht.

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Wight strebt nach eigener Aussage kein großes letztes Titelrennen an. Vielmehr geht es ihm darum, seinen Körper so weit zu bringen, dass ein reguläres Match möglich wäre. Einen Termin dafür gibt es derzeit nicht. Die Geduld von Tony Khan bedeutet für ihn deshalb zugleich, dass diese Tür weiterhin offen bleibt.

Das Ende seiner WWE-Zeit erkannte Wight an einem kleinen Detail

Im selben Interview erinnerte sich Wight daran, wann ihm erstmals bewusst wurde, dass WWE ihn nicht mehr primär als aktiven Wrestler betrachtete. Über viele Jahre habe Vince McMahon ihn nahezu ausschließlich mit „Show“ oder „Big Show“ angesprochen. Gegen Ende seiner WWE-Zeit änderte sich dies plötzlich. Als McMahon ihn im Zusammenhang mit einem Interviewsegment als „Paul“ bezeichnete, verstand Wight dies als Zeichen dafür, dass sich seine Rolle innerhalb des Unternehmens verändert hatte.

Seiner Wahrnehmung nach wollte die WWE ihn stärker in die Rolle eines Botschafters und in andere Aufgaben außerhalb des Rings überführen. Wight betonte allerdings, dass er darin nichts Persönliches oder Böswilliges sah. Eine komfortable Zukunft innerhalb des Unternehmens hätte ihm weiterhin bestanden. Er selbst war zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht bereit, das Wrestling vollständig aufzugeben. Genau deshalb entschied er sich schließlich für AEW.

Paul Wight lehnt „Paying your dues“ entschieden ab

Besonders deutlich wurde dies, als das Gespräch auf eine der ältesten Vorstellungen im Wrestling-Geschäft kam. Junge Wrestler müssten erst jahrelang schwierige Bedingungen ertragen und ihre sogenannten „Dues“ bezahlen, bevor sie größere Chancen verdienten. Wight hält jedoch wenig von dieser Denkweise.

Für ihn gehören Respekt, Lernbereitschaft und ein vernünftiges Auftreten selbstverständlich dazu. Ein junges Talent sollte nicht in einen Locker Room kommen und sich verhalten, als gehöre ihm bereits die gesamte Show. Daraus folge jedoch nicht, dass Nachwuchswrestler absichtlich schlecht behandelt werden müssten.

Wight sieht die traditionelle Vorstellung vom „Dues Paying“ vielmehr häufig als Rechtfertigung dafür, jüngere Talente zu schikanieren oder ihnen Chancen übelzunehmen, nur weil sie einen schnelleren Weg an die Spitze erhalten haben.

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Seine eigene Karriere begann direkt gegen Hulk Hogan

Wight verwies auf seine eigene Geschichte. Er war erst 22 Jahre alt, als WCW ihn bereits in eine große Storyline mit Hulk Hogan steckte. Dass andere Wrestler damals nicht begeistert darüber waren, wie schnell ein kompletter Neuling eine solche Gelegenheit erhielt, blieb ihm nicht verborgen. Wight stellt allerdings die Frage, was er selbst daran hätte ändern sollen.

Aus seiner Sicht wäre es unsinnig gewesen, eine große Chance abzulehnen, nur um zuvor jahrelang für geringe Bezahlung durch die Independent-Szene zu reisen und die gleichen schlechten Erfahrungen zu machen wie frühere Generationen.

Gerade diese Haltung bezeichnet er als problematisch. Nur weil ältere Wrestler selbst unter schwierigen Bedingungen beginnen mussten, sollten sie nicht darauf bestehen, dass die nächste Generation denselben Weg durchlaufen muss.

Veteranen sollen Fehler verhindern und nicht wiederholen lassen

Wight sieht die Aufgabe erfahrener Wrestler vielmehr darin, junge Talente vor genau jenen Fehlern zu bewahren, die sie selbst während ihrer Karriere gemacht haben. Statt Hindernisse künstlich aufzubauen, sollten Veteranen ihr Wissen weitergeben, vor möglichen Fallen warnen und Nachwuchswrestlern dabei helfen, schneller professionelle Entscheidungen zu treffen.

Seine Unterstützung ist allerdings nicht unbegrenzt. Wight verfolgt nach eigener Darstellung eine Drei-Chancen-Regel. Er gibt einem Talent bis zu dreimal denselben oder einen ähnlichen Rat. Wird dieser wiederholt ignoriert, zieht er sich zurück und überlässt es dem jeweiligen Wrestler, die Konsequenzen selbst zu erfahren.

Die Debatte um Avery Styles lieferte den aktuellen Anlass

Die Diskussion über diese Wrestling-Mentalität erlangte zuletzt durch den Fall von Avery Styles neue Aufmerksamkeit. Dem Sohn von AJ Styles war nach einem Auftritt bei einer unabhängigen Veranstaltung öffentlich vorgeworfen worden, sich nicht ausreichend am Auf- bzw. Abbau beteiligt zu haben.

Der Streit führte erneut zu der grundsätzlichen Frage, welche Aufgaben ein junges Talent erfüllen müsse, um sich Respekt innerhalb der Branche zu verdienen. Für Wight liegt die entscheidende Grenze allerdings nicht darin, ob ein Nachwuchswrestler exakt dieselben Belastungen durchlebt wie frühere Generationen. Ausschlaggebend seien vielmehr Einstellung, Respekt und die Bereitschaft, aus den Erfahrungen anderer zu lernen.

2 Kommentare

  1. Ich bin unentschlossen bzgl. Lehrgeld zahlen. Es sollte nicht so assi ablaufen wie früher und keinesfalls eine Person traumatisieren. Aber es ist halt schon Kampfsport und zum einen müssen sie das ernst nehmen, zum anderen sollte man jugendlicher Arroganz nicht zuviel Raum geben und zu guter Letzt tut es dem eigenen Charakter gut, wenn man früh lernt mit Widerständen umzugehen. Es sollten halt keine unüberwindbaren Widerstände sein und nichts was Menschen bricht.

    • Lies den Artikel oder hör Dir was er gesagt hat noch mal an. Von jugendlicher Arroganz Raum geben ist da nämlich nicht die Rede. Wight ist recht differenziert und konkret.

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