Paul Heyman über Cesaro: „Eine der größten verpassten Chancen der WWE“

Paul Heyman und Cesaro stehen an einem Podest
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Paul Heyman hat im Laufe seiner Karriere mit zahlreichen Wrestling-Stars zusammengearbeitet und viele von ihnen auf ihrem Weg an die Spitze begleitet. Wenn er heute über Claudio Castagnoli spricht, den WWE-Fans vor allem unter dem Namen Cesaro kennen, klingt er jedoch ungewöhnlich nachdenklich. In einem Interview mit Chris Van Vliet erklärte Heyman, dass er Cesaro für eine der größten verpassten Chancen in der Geschichte der WWE hält. Dabei machte er deutlich, dass er sich selbst nicht von der Verantwortung ausnimmt.

Die Zusammenarbeit begann nach WrestleMania 30

Die Partnerschaft zwischen Paul Heyman und Cesaro entstand im Jahr 2014 unter besonderen Umständen. Bei WrestleMania 30 hatte Brock Lesnar die legendäre Undefeated Streak des Undertaker beendet. Nach diesem historischen Sieg verschwand Lesnar zunächst für einige Zeit aus dem WWE-TV. Paul Heyman blieb zwar weiterhin regelmäßig Teil der Shows, hatte jedoch seinen wichtigsten Schützling vorerst nicht mehr an seiner Seite.

Zur gleichen Zeit gewann Cesaro die erste André the Giant Memorial Battle Royal. Kurz darauf erklärte er öffentlich, dass er nun ein „Paul Heyman Guy“ sei. Damit begann die Zusammenarbeit der beiden offiziell.

Rückblickend räumte Heyman jedoch ein, dass es für Cesaro damals keinen langfristigen Plan gegeben habe. Stattdessen habe die Partnerschaft vor allem dazu gedient, Heyman weiterhin regelmäßig im Fernsehen auftreten zu lassen und die Aufmerksamkeit rund um Lesnars Sieg über den Undertaker aufrechtzuerhalten.

Heyman verglich die Situation mit der früheren Zusammenarbeit mit Curtis Axel. Sowohl Axel als auch Cesaro hätten damals vor allem dazu gedient, eine bestimmte Funktion innerhalb der Shows zu erfüllen, ohne selbst nachhaltig davon zu profitieren. Bereits im Juli 2014 endete die Zusammenarbeit wieder.

Für Heyman hatte Cesaro alles, was ein Main Eventer braucht

Besonders beschäftigt Heyman bis heute die Tatsache, dass Cesaro seiner Meinung nach alle Voraussetzungen für eine Karriere an der absoluten Spitze der WWE mitgebracht habe. Er erklärte, dass nahezu jeder Wrestler, der mit Cesaro im Ring gestanden habe, anschließend begeistert gewesen sei. Immer wieder hätten Kollegen nach weiteren Matches mit ihm gefragt, weil sie seine Fähigkeiten so hoch einschätzten.

Als Beispiel erinnerte sich Heyman an eine Situation mit John Cena. Nach einem gemeinsamen TV-Match soll Cena zu Vince McMahon gegangen sein und erklärt haben, dass er sich problemlos vorstellen könne, gegen Cesaro im Main Event von WrestleMania anzutreten. Heyman machte deutlich, dass er diese Einschätzung vollkommen teile. Aus seiner Sicht hätte Cesaro problemlos das Niveau eines WrestleMania-Main-Eventers erreichen können.

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Fünf Sprachen als ungenutztes Potenzial

Einer der größten Fehler war für Heyman der Umgang mit Cesaros außergewöhnlichen Fähigkeiten außerhalb des Rings. Der Schweizer spricht insgesamt fünf Sprachen fließend. Nach Ansicht von Heyman hätte die WWE daraus eine einzigartige Figur entwickeln können.

Er schilderte eine konkrete Idee, die nie umgesetzt wurde. Demnach hätte Cesaro Interviews führen können, in denen er jede Frage in einer anderen Sprache beantwortet. Dadurch hätten die Zuschauer verschiedene Facetten seiner Persönlichkeit kennengelernt.

Heyman erklärte, dass Menschen ihre Stimme, ihre Betonung und ihre Körpersprache oft verändern, wenn sie zwischen verschiedenen Sprachen wechseln. Genau diese unterschiedlichen Seiten von Cesaro seien dem Publikum seiner Meinung nach nie gezeigt worden.

Rückblickend bezeichnete Heyman dies als einen schweren Fehler. Er erklärte sogar, dass es ein „Verbrechen“ an Cesaros Karriere gewesen sei, dieses Potenzial ungenutzt zu lassen. Gleichzeitig sei es auch ein Verlust für die Fans gewesen, die dadurch eine völlig andere Seite des Wrestlers nie kennenlernen konnten.

Eine mögliche Fehde mit Brock Lesnar kam nie zustande

Für Heyman gab es noch eine weitere große Chance, die nie genutzt wurde. Als Brock Lesnar später im Jahr 2014 ins WWE-TV zurückkehrte, hätte man die Geschichte zwischen Cesaro und Heyman seiner Ansicht nach ganz anders weitererzählen können.

Heyman stellte sich vor, dass er sich in der Storyline von Cesaro abwendet und dieser anschließend seinen eigenen Weg geht. Danach hätte man Cesaro Schritt für Schritt als ernsthafte Bedrohung für Brock Lesnar aufbauen können. Die möglichen Matches zwischen beiden hätten laut Heyman außergewöhnlich werden können. Er ist überzeugt, dass eine Fehde zwischen dem Cesaro des Jahres 2014 und dem Brock Lesnar des Jahres 2014 das Potenzial gehabt hätte, die gesamte Wrestling-Branche zu erschüttern.

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Stattdessen rückte Cesaro nach und nach in den Hintergrund und erhielt nie die große Hauptrolle, die viele Fans und Kollegen in ihm gesehen hatten.

Heyman gibt sich selbst eine Mitschuld

Besonders bemerkenswert an Heymans Aussagen ist, dass er die Verantwortung nicht allein bei der WWE oder einzelnen Entscheidungsträgern sucht. Er betonte ausdrücklich, dass auch er selbst Teil des kreativen Prozesses gewesen sei und deshalb ebenfalls Verantwortung für die Entwicklung trage. Die verpasste Chance rund um Cesaro sei aus seiner Sicht das Ergebnis mehrerer Entscheidungen verschiedener Personen gewesen.

Cesaro stand von 2011 bis 2022 bei WWE unter Vertrag. Während dieser Zeit gewann er unter anderem die United States Championship sowie mehrere Tag Team Championships. Der endgültige Durchbruch zum dauerhaften Main Eventer blieb ihm jedoch verwehrt.

Seit seinem WWE-Abgang tritt er wieder unter seinem bürgerlichen Ringnamen Claudio Castagnoli auf und gehört bei AEW zu den bekanntesten Stars des Rosters. Dort ist er aktuell Teil der Death Riders rund um Jon Moxley.

1 Kommentar

  1. Cesaro ist und war nicht der beste am Mikro, aber das hätte man ändern können, und was Cesaro als Wrestler draufhat, brauche ich nicht zu erwähnen, weil da ist er einfach gut und da können sich andere noch etwas abschauen.

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