Oba Femi hat innerhalb vergleichsweise kurzer Zeit eine Position erreicht, für die andere Wrestler viele Jahre benötigen. In einem neuen Interview blickt der frühere NXT-Star nun darauf zurück, welche Erfahrungen ihn dabei besonders geprägt haben und warum er trotz seines Erfolgs weiterhin sehr bewusst nach Kritik sucht.
Oba Femi verlangt von Triple H schonungslose Kritik
Im Gespräch mit ABC 33/40 wurde Femi auf eine Szene aus „WWE: Unreal“ angesprochen, in der er nach seinem Auftritt im Royal Rumble mit Triple H zu sehen war. Obwohl Femi in seinem ersten Royal Rumble Match als Nummer eins gestartet war, mehr als 40 Minuten im Match verbrachte und dabei einen starken Eindruck hinterließ, wollte er anschließend offenbar nicht in erster Linie hören, was gut gelaufen war.
Stattdessen habe er Triple H ausdrücklich darum gebeten, ihm Fehler klar und ohne Beschönigung aufzuzeigen. Wenn eine Leistung nicht den Erwartungen entspreche oder er etwas falsch mache, wolle er das unmittelbar erfahren und verstehen, was verbessert werden müsse. Femi führt diese Haltung teilweise auf seine nigerianische Erziehung zurück. Direkte Kritik sei für ihn schon früh etwas völlig Normales gewesen. Deshalb empfinde er es auch heute nicht als unangenehm, wenn ihm jemand sehr deutlich sage, dass etwas nicht gut gewesen sei.
Femi sieht seinen Erfolg nicht nur als Ergebnis eigener Leistung
Im selben Interview sprach Femi auch darüber, weshalb seine Karriere bislang derart schnell vorangekommen ist. Dabei wollte er seinen Erfolg ausdrücklich nicht ausschließlich mit Talent, Größe oder harter Arbeit erklären. Natürlich könne er sagen, dass er hart arbeite und bestimmte Fähigkeiten mitbringe. Gleichzeitig spielt aber auch der richtige Zeitpunkt eine erhebliche Rolle. Irgendwo gebe es immer jemanden, der größer, stärker, schneller oder talentierter sei, jedoch vielleicht nie dieselbe Gelegenheit erhalte.
Für Femi gehört deshalb offenbar auch eine Portion Demut zu seinem Selbstverständnis. Er weiß, dass WWE ihm früh große Chancen gegeben hat und diese Möglichkeiten entscheidend dafür waren, wie schnell er sich entwickeln konnte. Genau deshalb scheint ihm das Feedback von erfahrenen Verantwortlichen wie Triple H besonders wichtig zu sein.
Brock Lesnars Anerkennung überraschte offenbar alle Beteiligten
Ein weiteres Thema des Interviews war Femis Hell in a Cell Match gegen Brock Lesnar beim SummerSlam. Bereits unmittelbar nach dem Event hatte Femi erklärt, dass er zwar von gegenseitigem Respekt ausgegangen sei, mit Lesnars öffentlicher Anerkennung nach dem Match jedoch nicht gerechnet habe. Nun lieferte er zusätzliche Details.
Femi erinnerte sich daran, wie Lesnar nach dem Match zunächst den Ring verließ. Er habe dessen breiten Rücken gesehen und gedacht, dass die harte Auseinandersetzung damit beendet sei. Kurz darauf bemerkte er jedoch, wie Lesnar plötzlich umdrehte und wieder zum Ring zurückkehrte. Femi wusste nach eigener Aussage nicht, was passieren würde, und stellte sich innerlich bereits darauf ein, dass womöglich eine weitere körperliche Konfrontation folgen könnte. Stattdessen kehrte Lesnar in den Ring zurück und zeigte seinem Gegner öffentlich Respekt.
Besonders interessant ist Femis Behauptung, dass offenbar nicht nur er selbst von diesem Moment überrascht wurde. Nach seiner Darstellung hätten auch die Kameraleute und andere Personen rund um den Ring nicht gewusst, was Lesnar vorhatte. Femi wertet die Geste deshalb als besonders bedeutend. Lesnar hätte seiner Meinung nach bereits durch die Art des Matches zeigen können, dass er Vertrauen in ihn habe. Stattdessen sei der langjährige WWE-Star bewusst zurückgekommen und habe seine Anerkennung öffentlich gemacht.
Oba Femi möchte trotz seiner Dominanz nicht unverwundbar wirken
Bemerkenswert ist auch Femis Sicht auf seine eigene Darstellung. Obwohl WWE ihn häufig als außergewöhnlich dominanten Athleten präsentiert, erklärte er, dass er Wrestling-Charaktere nicht möge, die keinerlei erkennbare Schwächen besitzen. Wenn ein Wrestler alles könne, jeden Gegner dominiere und praktisch unantastbar wirke, verliere das Publikum irgendwann das Interesse. Deshalb habe er kein Problem damit, auch Persönlichkeit, Humor oder menschlichere Seiten seines Charakters zu zeigen.
Diese Einstellung passt zu einer Diskussion, die bereits zuvor rund um Femi geführt wurde. Kevin Nash hatte WWE davor gewarnt, ihn zu stark nach dem Vorbild von Goldberg aufzubauen und damit langfristig zu wenig Raum für Entwicklung zu lassen. Femis eigene Aussagen gehen in eine ähnliche Richtung. Dominanz gehört eindeutig zu seiner Rolle, soll aus seiner Sicht aber nicht bedeuten, dass der Charakter keinerlei Schwächen oder andere Facetten besitzen darf.
Der nächste große Test wartet bereits
Wie hoch WWE Femi inzwischen einstuft, zeigt auch seine aktuelle Position. Bei Sunday Night’s Main Event trifft er auf Bron Breakker – ein Match, das WWE ausdrücklich mit der Frage verbindet, wer künftig eine der prägenden Figuren des Unternehmens sein könnte.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar