Oba Femi hat sich in mehreren Interviews ausführlich zu seiner aktuellen Entwicklung in der WWE geäußert und dabei sowohl seine Chancen auf einen Titelgewinn im Main Roster als auch seine wichtigsten Einflüsse und Erfahrungen im Development-System beleuchtet. Der 27-Jährige steht derzeit im Fokus, nachdem er bei RAW auf Brock Lesnar traf und für WrestleMania 42 im Gespräch ist. Seine Aussagen geben einen tiefen Einblick in seine Ambitionen und seinen bisherigen Weg.
Selbstbewusstsein vor möglichem WWE-Titelgewinn
Im Gespräch mit SHAK Wrestling erklärte Oba Femi, dass er seine Chancen auf einen Titelgewinn im Main Roster sehr positiv einschätzt. Dabei verwies er auf seine körperliche Verfassung, seine Motivation und seine Position innerhalb der aktuellen Generation von WWE-Talenten.
„Ich glaube, die Chancen stehen sehr gut. Sie sprechen für mich. Wie ich schon sagte: Ich bin jung, ich bin fit, ich bin bereit. Ich bin hungrig – hungriger als viele dieser 47-Jährigen, das kann ich dir sagen“, erklärte Femi.
Obwohl Femi im Main Roster bisher noch keinen Titel gewinnen konnte, hat er bereits Titelgewinne bei NXT sowie als NXT North American Champion vorzuweisen. In weiteren Aussagen machte er deutlich, dass er die aktuelle Entwicklung im Kader als natürlichen Generationswechsel betrachtet:
„Das ist eine gute Situation für mich. Viele der erfahrenen Wrestler sind zwar immer noch auf einem sehr hohen Niveau, aber sie werden nicht jünger. Einige sind bereits Mitte 40 und stehen kurz davor, ihre Karriere zu beenden. Genau in so einer Phase braucht es neue Leute, die nachrücken und Verantwortung übernehmen. Ich sehe mich als jemanden, der diese Rolle einnehmen kann. Ich habe mir das Vertrauen erarbeitet, vor allem durch meine Leistungen bei NXT. Mit meinen Matches und meiner Zeit als NXT Champion habe ich gezeigt, was ich kann, und mir einen Namen gemacht. Die WWE sieht meine Entwicklung und erkennt mein Potenzial. Deshalb schätze ich dieses Vertrauen sehr, denn ich habe es mir erarbeitet.“
Inspiration durch Bray Wyatt und Vorbild Triple H
Neben seinen sportlichen Ambitionen sprach Femi auch über seine Einflüsse als Fan und Performer. Besonders Bray Wyatt und die Wyatt Family hatten einen großen Einfluss auf ihn: „Ich habe Bray wirklich sehr geschätzt. Besonders die ursprüngliche Wyatt Family hat mich begeistert. Ich habe ihre Entwicklung von NXT bis ins Main Roster mit großer Leidenschaft verfolgt. Ein Satz von ihnen ist mir bis heute im Kopf geblieben. Vor ein paar Jahren habe ich ihn sogar selbst in einem Promo-Clip verwendet. Er lautete: ‚Ihr könnt jeden auf uns ansetzen, aber schickt niemanden, den ihr wieder zurückhaben wollt.‘ Für mich war das einer der besten Sprüche überhaupt. Einfach ein perfekter Moment. Ich habe Bray immer gern gesehen und es genossen, ihm zuzuschauen.“
Auch Triple H zählt für Femi zu den wichtigsten Vorbildern seiner Karriere. Er hebt besonders dessen Vielseitigkeit und Gesamtpaket hervor: „Ich habe mir seine Matches angesehen, ich habe ihn genau studiert. Es war die Art, wie er arbeitete. Einfach diese Intensität, diese Präzision. Mir gefiel, wie er im Ring agierte. Er war so etwas wie ein absoluter Superstar. Er war einfach in allem gut. Es fehlte ihm an nichts und das gefällt mir. Es gibt die, die auf Promos achten, die auf die körperliche Verfassung achten, die auf die Arbeitsmoral achten und so weiter. Er war in dieser Hinsicht rundum komplett. Das Gesamtpaket, und das habe ich respektiert.“
Lehren aus NXT und Zusammenarbeit mit Shawn Michaels
Femi führt einen großen Teil seiner Entwicklung auf seine Zeit bei WWE NXT zurück. Dort arbeitete er eng mit Shawn Michaels zusammen und erlernte die Grundlagen des Wrestlings und des Bookings. Auf die Frage nach Perfektionismus im Wrestling antwortete Femi: „Das kannst du zwar, aber ich glaube nicht, dass das funktionieren wird. Du wirst sehr frustriert sein“, antwortete Femi auf die Frage nach Perfektionismus im Wrestling.
„Ich habe diese Lektion ziemlich schnell gelernt. Als ich bei NXT anfing, habe ich mir meine Matches selbst ausgedacht, mit aufwendigen Abläufen und ausgeklügelten Finishes. Doch Shawn Michaels hat diese Ideen immer wieder verändert. Am Anfang hat mich das wirklich frustriert. Mit der Zeit habe ich aber verstanden, warum. Er wusste genau, wie es nach dem Match weitergehen sollte. Ich selbst hatte diesen Überblick nicht. Deshalb habe ich gelernt, mich dem Prozess anzupassen und meinen Teil dazu beizutragen, damit alles am Ende funktioniert. Man muss sich darauf einlassen und Vertrauen haben, auch wenn man nicht jeden Schritt im Voraus kennt.“
Mit der Zeit entwickelte Femi ein besseres Verständnis für die Abläufe hinter den Kulissen und die Bedeutung des kreativen Gesamtbildes:
„Am Ende habe ich für mich erkannt: Egal, welche eigenen Ideen ich habe, manchmal muss ich sie zurückstellen. Es geht darum, zu verstehen, was Shawn möchte, und genau das umzusetzen. Also gebe ich ihm das, was er sich vorstellt. Ich habe schnell gelernt, dass das ein wichtiger Teil des Prozesses ist. Manchmal habe ich ihn gefragt, welche Richtung er im Kopf hat, und darauf basierend etwas entwickelt. Und selbst dann hat es ihm nicht immer gefallen. Aber das ist völlig in Ordnung. Genau daraus lernt man. Es geht darum, zu verstehen, wie er denkt, wohin die Reise gehen soll, und sich daran weiterzuentwickeln.
Ich selbst habe noch nicht die Erfahrung, um Matches zu planen. Ich bin kein Booker, aber genau das ist eine Fähigkeit, die man lernen muss. Viele denken nur daran, Champion zu werden, und fordern Dinge für sich ein. Sie beschäftigen sich aber nicht damit, wie das Ganze eigentlich aufgebaut ist und warum bestimmte Entscheidungen getroffen werden. Deshalb habe ich mich bewusst Shawn anvertraut und ihm vertraut, dass er mich auf den richtigen Weg führt.“
Neben Michaels arbeitete Femi auch mit Matt Bloom, Ivar und Terry Taylor zusammen, wobei insbesondere Taylor ihm half, ein besseres Verständnis für die Details und Feinheiten des Wrestlings zu entwickeln.
Klare Ziele und nächster Karriereschritt Richtung WrestleMania
Abseits konkreter Matches verfolgt Femi ein klares Ziel für seine Karriere. Er möchte beim Publikum Emotionen auslösen und eine Verbindung aufbauen, ähnlich wie er sie selbst als Fan erlebt hat: „Ich möchte echt und glaubwürdig wirken. Die Leute sollen mir abnehmen, was ich mache, und dabei auch etwas fühlen. Ich möchte Emotionen aufbauen, sie wieder brechen und die Zuschauer auf diese Achterbahnfahrt mitnehmen. Genau das ist mein Ziel im Wrestling. Titel und Siege werden mit der Zeit kommen. The Ruler bleibt The Ruler. Aber am wichtigsten ist mir, dass die Menschen am Ende wirklich etwas empfinden, wenn sie Oba Femi sehen.“
Der 27-Jährige sorgte zuletzt zusätzlich für Aufsehen, als er bei RAW auf die offene Herausforderung von Brock Lesnar reagierte und ihn attackierte. Inzwischen steht fest, dass es bei WrestleMania 42 tatsächlich zum Match zwischen den beiden kommen wird.
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