Nic Nemeth hat im „That Sweet Pop“-Podcast erstmals ausführlich darüber gesprochen, warum er nach zwei Jahren WWE-Abstinenz im November 2025 doch wieder ins Madison Square Garden zurückkehrte. Die Entscheidung sei keinesfalls leichtgefallen und habe sehr spezifische persönliche Gründe gehabt, die er nun offenlegt. Zudem ordnet er seine Karriere-Prioritäten der vergangenen Monate ein und macht klar, wie er sein Verhältnis zur WWE und zu TNA aktuell betrachtet. Eine ausführliche Vollzeit-Rückkehr schloss er dabei eindeutig aus.
Das überraschende WWE-Comeback im November 2025
Nemeths einmalige WWE-Rückkehr fand am 17. November 2025 im Madison Square Garden statt, im Rahmen einer RAW-Ausgabe. Der Anlass war John Cenas „Last Time Is Now“-Turnier, das den letzten Match-Gegner des bei WrestleMania 42 abtretenden Cena bestimmen sollte. In der ersten Runde traf Nemeth auf Solo Sikoa und schied aus dem Turnier aus.
Sein Auftritt sorgte allerdings für eine außergewöhnlich starke Publikums-Reaktion, da Nemeth seit seiner WWE-Entlassung im September 2023 nicht mehr in einem WWE-Ring gestanden hatte. Das WWE-Comeback war als einmaliger Cameo-Auftritt konzipiert und ermöglicht durch die im Januar 2025 angekündigte WWE-NXT-TNA-Crossover-Partnerschaft, die einen Wrestler-Austausch zwischen beiden Unternehmen erlaubt. Nemeth blieb dabei vertraglich exklusiv mit TNA verbunden.
Mehrere WWE-Anfragen vor dem Cena-Turnier
Wie Nemeth im Podcast enthüllte, war die Cena-Turnier-Anfrage nicht die erste WWE-Anfrage seit seiner Entlassung. Stamford habe ihn bereits mehrfach für andere Anlässe um ein Comeback gebeten. Die ersten Anfragen habe er allerdings abgelehnt, weil er seine Zeit außerhalb der WWE bewusst zur eigenen Selbstbestimmung und für andere Wrestling-Erfahrungen nutzen wollte. Er verwies dabei auf seinen besten Freund Matt Cardona, der jahrelang das Karriereziel verfolgt habe, der beste Independent-Wrestler zu werden und irgendwann zur WWE zurückzukehren.
Cardona habe dieses Ziel nach sechs Jahren tatsächlich erreicht. Sein eigener Karriere-Plan sei allerdings ein anderer gewesen, nämlich nach 19 Jahren bewusst andere Wrestling-Welten zu erkunden und zu prüfen, ob er auch außerhalb der WWE-Blase auf hohem Niveau bestehen könne.
Der John Cena-Faktor als Wendepunkt
Alles änderte sich, als die WWE die Anfrage für das Cena-Turnier formulierte: „Das ist für Cena.“ Die Antwort für Nemeth war sofort klar. Er und Cena hatten in ihrer gemeinsamen Karriere unzählige Matches absolviert und eine gemeinsame Geschichte geschrieben. Nemeth nutzte die Gelegenheit, um Cena minutenlang öffentlich zu würdigen. Cena sei der Größte aller Zeiten, was sich nicht nur an seinen Leistungen im Ring, sondern auch an seinem Engagement hinter den Kulissen messe.
Die Liste seiner positiven Beiträge im Backstagebereich, seiner Unterstützung für jüngere Wrestler sowie seiner Wunscherfüllungsprogramme für kranke Kinder ist unermesslich lang. Damit positioniert Nemeth Cena als ungewöhnliche Branchenfigur, deren Karriereende ihn ausreichend motivierte, seine Comeback-Verweigerung aufzugeben.
Die Ex-auf-der-Party-Anekdote
Eine besonders pointierte Anekdote lieferte Nemeth zur emotionalen Komponente des Comebacks. Er verglich seine WWE-Rückkehr mit dem Besuch einer Party, bei der die Ex-Partnerin anwesend sei. Man putze sich für solche Begegnungen besonders heraus, lege Wert auf eine frische Frisur, ein neues schickes Hemd, eine ordentliche Bräune und ein letztes Workout vor dem Auftritt. Dann gehe man kurz vorbei, sage beiläufig Hallo und signalisiere damit, dass es einem auch ohne die Ex blendend gehe.
Diese Anekdote ist nicht nur die am häufigsten zitierte Stelle des Interviews, sondern bringt auch die psychologische Doppelbedeutung des Comebacks auf den Punkt. Es ist eine Cena-Würdigung und gleichzeitig ein Beweisauftritt, mit dem Nemeth seinem ehemaligen Arbeitgeber demonstrieren konnte, dass er auch ohne die WWE-Bühne weiterhin gut ist.
Die Vollzeit-Absage und der Beweis-Drang
Trotz des erfolgreichen Cameo-Auftritts schloss Nemeth eine WWE-Vollzeit-Rückkehr eindeutig aus. Er wolle nicht erneut als reguläres Roster-Mitglied bei WWE einsteigen. Für gelegentliche Sonderauftritte, etwa um Freunden bei besonderen Show-Anlässen zu helfen, sei er allerdings jederzeit bereit. Damit lässt Nemeth eine Hintertür für künftige WWE-Cameos offen, ohne sich strategisch zu binden.
Parallel räumte er ein, dass ein zweiter Comeback-Antrieb sein eigener Beweis-Wunsch gewesen sei. Er habe der WWE und ihren Fans zeigen wollen, wie gut er auch nach zwei Jahren außerhalb der Company nach wie vor wrestlet.
Die TNA-AMC-Priorität als strategischer Hintergrund
Im gleichen Atemzug erklärte Nemeth, warum eine WWE-Vollzeit-Rückkehr für ihn ohnehin nicht infrage komme. Sein Hauptfokus der vergangenen Monate habe darauf gelegen, TNA Wrestling zu einer stabileren TV-Zukunft zu verhelfen. Mit dem AMC-Networks-TV-Deal, der am 15. Januar 2026 erstmals auf Sendung ging, sei dieses zentrale Karriere-Ziel erreicht worden.
Diese Priorität habe seinen Karriere-Plan in den vergangenen sechs Monaten maßgeblich bestimmt. Ergänzend bemerkte Nemeth, dass seine WWE-Rückkehr emotional auch deshalb leicht gefallen sei, weil etwa 90 Prozent der WWE-Roster-Mitglieder ihm aus früheren Zeiten bekannt geblieben seien.

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