Neue Einblicke in den AEW-Backstagebereich: Nicht alle sind mit der aktuellen Entwicklung zufrieden

Blick in den AEW Backstagebereich mit Reisekoffer, Stühlen und Monitore
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Hinter den Kulissen von AEW scheint es derzeit unterschiedliche Ansichten darüber zu geben, wie die wöchentlichen Shows aufgebaut werden sollten und welche Erwartungen an die Wrestler gestellt werden.

Zwei aktuelle Berichte liefern dazu interessante Einblicke, die sowohl das Geschehen im Ring als auch die ungewöhnlich langen Dynamite-Ausgaben der vergangenen Wochen betreffen.

Einige AEW-Talente sollen sich bei ihrem Matchstil unter Druck fühlen

Self Made Pro hat in einer aktuellen Ausgabe der „Self Made Sessions“ über Gespräche mit Wrestlern aus dem AEW-Roster gesprochen. Demnach hätten ihm einige Talente erklärt, dass sie verstehen könnten, weshalb bestimmte AEW-Matches von außen als ähnlich aufgebaut wahrgenommen werden.

Nach ihrer Darstellung bewege man sich jedoch innerhalb eines bestimmten Rahmens. Einige Wrestler hätten offenbar den Eindruck, beim AEW-Publikum auf eine bestimmte Art wrestlen zu müssen, um entsprechend starke Reaktionen zu erhalten. Wer beim Publikum gut ankommt, erhöhe wiederum seine Chancen auf weitere TV-Zeit.

Wichtig ist dabei, dass bislang nichts darauf hindeutet, dass Tony Khan oder andere AEW-Verantwortliche den Talenten ausdrücklich einen bestimmten Wrestling-Stil vorschreiben. Der Bericht beschreibt vielmehr die Wahrnehmung einzelner Wrestler, die glauben, sich an einen etablierten Erfolgsstil anpassen zu müssen.

Self Made Pro stellte diese Einschätzung selbst infrage und wollte von den betreffenden Talenten wissen, ob diese Herangehensweise tatsächlich notwendig sei oder ob sich innerhalb des Rosters möglicherweise lediglich die Überzeugung entwickelt habe, dass nur dieser Weg funktioniere.

MJF kritisierte bereits ähnliche Tendenzen im modernen Wrestling

Interessanterweise hatte MJF bereits im Februar ein verwandtes Thema angesprochen. Der frühere AEW World Champion erklärte damals ebenfalls im Gespräch mit Self Made Pro, dass seiner Meinung nach zu viele Wrestler seiner Generation einen ähnlichen Stil verfolgen. Er wünsche sich, dass mehr Talente unterschiedliche Epochen und Wrestling-Stile studieren, um ihre Matches stärker voneinander abzuheben.

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MJF führte seine eigene Herangehensweise als Gegenbeispiel an. Ein spektakuläres Ladder Match unmittelbar vor seinem eigenen Auftritt würde ihn nicht beunruhigen, weil er bewusst versuche, anschließend etwas völlig anderes zu präsentieren.

Auch die langen Dynamite-Overruns sorgen offenbar intern für Unmut

Ein zweites aktuelles Thema betrifft die Laufzeit von AEW Dynamite. Bryan Alvarez erklärte bei „Wrestling Observer Live“, dass er mit Personen innerhalb von AEW gesprochen habe, die von den teilweise sehr langen Overruns der Show ebenfalls wenig begeistert seien.

Seiner Darstellung zufolge fragen sich sogar Mitarbeiter und Talente, weshalb Dynamite regelmäßig so weit über die vorgesehene zweistündige Laufzeit hinausgeht. Alvarez schilderte die Aussage einer Person aus dem Unternehmen, die die Arena bereits verlassen hatte und nach Hause gefahren war, während Dynamite im Fernsehen immer noch lief. Damit komme die Kritik an den langen Ausgaben keineswegs ausschließlich von Zuschauern oder Beobachtern außerhalb von AEW.

Dynamite überzog zuletzt um mehr als eine halbe Stunde

Die tatsächlichen Laufzeiten zeigen, weshalb das Thema zunehmend auffällt. Die Dynamite Ausgabe vom 12. August erhielt einen Overrun von ungefähr 21 Minuten. Nur eine Woche später wurde diese Länge noch einmal deutlich übertroffen. Am 19. August lief Dynamite rund 34 Minuten über die reguläre Sendezeit hinaus.

Gerade diese Ausgabe ist auch hinsichtlich der Zuschauerzahlen interessant. Die ersten beiden regulären Stunden erreichten durchschnittlich rund 617.000 Zuschauer und ein Rating von 0,11 in der wichtigen Zielgruppe der 18- bis 49-Jährigen. Unter Einbeziehung des langen Overruns sank der Gesamtdurchschnitt auf ungefähr 587.000 Zuschauer und ein Rating von 0,10.

Damit lässt sich zumindest für diese Ausgabe nachvollziehen, was Alvarez an der Strategie kritisiert. Einige wichtige Entwicklungen wurden zu einem Zeitpunkt ausgestrahlt, zu dem bereits ein Teil des TV-Publikums abgeschaltet hatte.

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Alvarez sieht keinen wirtschaftlichen Vorteil für AEW

Alvarez äußerte sich besonders kritisch zu der Frage, welchen Nutzen AEW aus diesen zusätzlichen Minuten zieht. Seinen Informationen zufolge erhält das Unternehmen für die Overruns keine zusätzliche Vergütung. Gleichzeitig sinkt während der verlängerten Laufzeit teilweise die Zuschauerzahl, sodass bedeutende Storyline-Entwicklungen möglicherweise vor einem kleineren Publikum stattfinden.

Alvarez erklärte, selbst Personen innerhalb von AEW nach dem Grund für die wiederholten langen Overruns gefragt zu haben. Eine klare Erklärung habe er bislang jedoch nicht erhalten. Dabei ist allerdings eine differenzierte Betrachtung notwendig. Nicht jeder Overrun führt automatisch zu schlechten Zahlen.

Die Dynamite-Ausgabe vom 15. Juli erreichte rund 786.000 Zuschauer und ein Rating von 0,15, obwohl das Main Event der Frauen erst innerhalb der zusätzlichen Sendezeit begann. Das grundsätzliche Problem liegt daher weniger darin, dass jeder Overrun zwangsläufig Zuschauer kostet. Sehr lange Verlängerungen können jedoch den Gesamtdurchschnitt der Show  belasten und wichtige Segmente in einen Zeitraum verschieben, in dem weniger Menschen zuschauen.

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