MVP spricht so offen wie nie über sein bevorstehendes Karriereende und nennt erstmals einen konkreten Zeitrahmen

MVP steht lächelnd und im Anzug auf der AEW Stage

Seit rund zwanzig Jahren ist MVP eine feste Größe im Pro Wrestling und steht aktuell bei AEW als Mitglied von „The Hurt Syndicate“ an der Seite von Bobby Lashley und Shelton Benjamin im Rampenlicht. Mit 52 Jahren, einer Vita voller Verletzungen und einer Liste gesundheitlicher Diagnosen, an deren prominentester Stelle das Wolf-Parkinson-White-Syndrom steht, ist sich der frühere zweifache WWE United States Champion bewusst, dass seine aktive Zeit im Ring zur Neige geht. Offiziell zurücktreten will er noch nicht – innerlich aber denkt er bereits durch, wann und wie der Schlussstrich fallen soll.

„Marking Out“: MVP entwirft sein Wunsch-Drehbuch für den Abgang

Im „Marking Out“-Podcast sprach MVP offen über seine gesundheitliche Lage und das, was er selbst als seine „Wrestling-Sterblichkeit“ bezeichnet. Er stellte klar, dass er sich noch nicht aus dem Ring zurückgezogen habe, aber bereits konkret über ein Enddatum nachdenke.

Sein Idealszenario: ein letzter Auftritt bei AEW in einem Match, nach dem er symbolisch seine Wrestling-Stiefel im Ring zurücklässt. Anschließend geht er auf eine letzte Tour mit Stationen bei Independent- und internationalen Veranstaltern, ehe er endgültig in eine Vollzeit-Manager-Rolle wechselt:

„Ich würde meine Stiefel gerne symbolisch im Ring zurücklassen. Anschließend würde ich aber gerne noch eine letzte Indie-Tour machen. Noch einmal eine Runde mit Indie-Terminen absolvieren und ein paar Auftritte in den USA, Europa und anderen Ländern bestreiten. Und dann wäre ich endlich fertig, wirklich fertig. So nach dem Motto: ‚Okay, das war’s, Mann.‘“ Jetzt ist Schluss. Es gibt keinen MVP, den Wrestler, mehr.“

Eine medizinische Vorgeschichte mit dramatischer Pointe

Hinter dem nüchternen Begriff „Wolf-Parkinson-White“ steht für MVP eine Episode, die seine Karriere früh hätte beenden können. Die Diagnose erhielt er 2007 als amtierender WWE United States Champion im Rahmen einer routinemäßigen Untersuchung des damals frisch eingeführten WWE Wellness Programs.

Eine Belastungsphase auf dem Laufband mit anschließender Echokardiografie offenbarte eine sogenannte Delta-Welle – das EKG-Indiz für eine zusätzliche elektrische Leitungsbahn im Herzen, die das Herz unter Belastung auf über 200 Schläge pro Minute jagen und das Risiko eines plötzlichen Herztods drastisch erhöhen kann.

Der zuständige Kardiologe Dr. Fred Feuerbach erklärte damals öffentlich, das Wellness-Programm habe MVP „potenziell das Leben gerettet”. Der Profi-Wrestler wurde mittels einer Hochfrequenz-Ablation behandelt, bei der die überzählige Leitungsbahn gezielt verödet wird. Laut Feuerbach birgt diese Methode ein Sterberisiko von rund 1 zu 1.000. Der Eingriff war erfolgreich und ermöglichte es MVP, seine Karriere fortzusetzen.

Knie, Krücke, Stock – die jüngere Verletzungshistorie

Hinzu kommen die mechanischen Spuren von zwei Jahrzehnten Vollkontakt. Bereits in seiner TNA-Phase verhinderte ein Meniskusriss einen geplanten Run als Weltmeister. Während seiner zweiten WWE-Zeit zog sich MVP im Februar 2021 in einem Six-Man Tag bei „Monday Night RAW“ erneut eine schwere Knieverletzung zu, ebenfalls ein Meniskusriss. Er ging zunächst auf Krücken, bevor sein berühmter Spazierstock zum festen Bestandteil seines Auftritts an der Seite von Bobby Lashley und damit zum Charaktermerkmal wurde.

Sein letztes offizielles WWE-Match bestritt MVP am 6. September 2021. Bis der Meniskusriss vollständig ausgeheilt war, vergingen rund sechs Monate. Diese Vorgeschichte erklärt auch, warum MVP im aktuellen Podcast so sachlich über sein Karriereende spricht: Er kennt seinen Körper sehr genau und möchte deshalb selbst entscheiden, wie viel Zeit ihm im Ring noch bleibt.

Diese Restlaufzeit gibt MVP nun erstmals halbwegs konkret an. Nach dem geplanten letzten Match und der Indie-Tour möchte er endgültig mit dem aktiven In-Ring-Job abschließen und sich voll auf seine Rolle als Sprachrohr konzentrieren – sowohl für The Hurt Syndicate als auch für andere Talente, die seine Dienste benötigen.

Er machte deutlich, dass er sich künftig weiterhin als lautstarker Fürsprecher für seine Stable-Kollegen und andere Wrestler einbringen werde, die auf seine Stimme angewiesen sind.

Das aktive Einstecken im Ring wolle er hingegen hinter sich lassen, der Zeitpunkt dafür sei nun gekommen. Als wahrscheinlichen Endpunkt seiner Wrestling-Laufbahn nannte MVP das kommende Jahr, betonte aber zugleich, dass er als Mikrofon-Stimme weiterhin verfügbar bleibe, solange jemand seine Unterstützung am Ring brauche.

Siehe auch: AEW Collision Playoff Palooza: Alle Ergebnisse & Videos aus Portland, Oregon (25.04.2026)

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