Maxwell Jacob Friedman, besser bekannt als MJF, hat in einem aktuellen Interview bei Ariel Helwani ungewöhnlich offen über seine Zukunftspläne gesprochen und dabei sowohl seine Rolle bei AEW als auch seine langfristigen Karriereziele thematisiert. Der ehemalige AEW World Champion äußerte sich dabei auffallend positiv über AEW-Präsident Tony Khan und sprach außerdem über Perspektiven außerhalb des Wrestlings.
Lob für Tony Khans Medien-Auftritts-Evolution
Zu Beginn des Interviews ging MJF auf Tony Khans bereits im November 2025 ausgestrahltes Helwani-Interview ein (siehe hier), das als Wendepunkt im Verhältnis zwischen Khan und kritischen Wrestling-Medien gilt. Kein Interview könne so gut sein wie eines mit MJF selbst, scherzte der Wrestler zunächst, ergänzte dann aber ernsthafte Lobesworte. Für ihn habe das Khan-Interview die Entwicklung seines Bosses als Interviewter besonders deutlich gezeigt.
Khan stellte sich kritischen Fragen direkt und beantwortete sie auf eine sehr professionelle Weise. Selbst wenn um ihn herum Unsinn und Lügen verbreitet würden, bleibe Khan ruhig und sachlich. Diese Aussage ist als indirekter Verweis auf die jüngsten WWE-internen AEW-TV-Vertrags-Spekulationen zu verstehen, die in den vergangenen Tagen die Wrestling-Welt beschäftigt haben.
Khan als unglaublicher Anführer und einer der besten Köpfe im Wrestling
Im weiteren Verlauf des Gesprächs vertiefte MJF sein Lob für den AEW-Präsidenten. Tony Khan habe sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt, sowohl im Umgang mit Medien als auch als Entscheidungsträger hinter den Kulissen. Trotz seines gewohnt provokanten Auftretens stellte MJF unmissverständlich klar, dass er Khan als einen der besten Köpfe im Pro-Wrestling-Geschäft betrachtet.
Ihm schreibe er eine entscheidende Rolle für den aktuellen Aufschwung der Promotion zu, der sich in den steigenden Houseshow-Zahlen, den höheren Pay-per-View-Verkäufen und der Marken-Positionierung als ernsthafte WWE-Alternative niederschlage. Khan habe mit seiner persönlichen Leidenschaft für Pro-Wrestling maßgeblich dazu beigetragen, dass AEW heute als wichtige Alternative im Wrestling-Markt anerkannt sei.
MJFs unverhüllte Worte zu CM Punk
Ein weiterer kontrovers diskutierter Moment des Helwani-Interviews war MJFs Stellungnahme zu seinem früheren AEW-Rivalen CM Punk. Ariel Helwani fragte MJF, ob er von Punks Erfolg seit dessen WWE-Rückkehr überrascht sei. MJF antwortete eindeutig, das sei keinesfalls der Fall. Punks sportliche Leistungen erkenne er ausdrücklich an, persönlich habe sich seine Sicht auf den Wrestler allerdings nicht verändert.
Mit einer Reihe sehr drastischer Schimpfwörter ordnete MJF Punk weiterhin als Mensch klar ab, betonte aber im gleichen Atemzug, dass Punk ein außergewöhnlich guter Profi-Wrestler sei.
MJFs Locker-Room-Säuberungs-These und die Malakai-Black-Kritik
In einem klar abgegrenzten Themen-Block des Interviews ging MJF auch auf die aktuelle Stimmung im AEW-Locker-Room ein. Aus seiner Sicht habe sich das Klima im Roster spürbar verbessert, seit bestimmte Wrestler nicht mehr Teil der Promotion seien. Konkret kritisierte er jene Wrestler, die AEW lediglich als Sprungbrett für eine spätere WWE-Karriere genutzt und damit aus dem Kader ausgemistet worden seien.
Als prominentestes Beispiel nannte er den ehemaligen AEW-Star Malakai Black. Persönlich kenne er Black kaum und halte ihn nicht für einen schlechten Menschen, warf ihm aber vor, im Kern auf einen WrestleMania-Moment bei WWE aus gewesen zu sein. Wer AEW nur als Zwischenstation für eine WWE-Rückkehr betrachte, riskiere laut MJF entweder Gehaltseinbußen oder eine spätere Entlassung. Er sehe keinen Grund, Brücken zu verbrennen, wenn man bei AEW konsequent arbeite.
MJF als Roster-Kapitän und die Bedingung für eine Black-Rückkehr
MJF positionierte sich selbst ausdrücklich als Roster-Kapitän des AEW-Locker-Rooms und betonte, mit seinen Aussagen lediglich die Mehrheits-Stimmung im Team wiederzugeben. Er wolle nicht persönlich auf Black einprügeln, lasse aber keine Wrestler in der Promotion zu, die nicht als Team-Spieler auftreten. Wer sich anders verhalte, solle sich anderswo eine Bühne suchen oder ihn vom Gegenteil überzeugen.
Hintergrund der Aussagen ist die jüngste WWE-Entlassung von Malakai Black, nach der eine mögliche Rückkehr zu AEW intensiv diskutiert wird. Black war 2021 nach seiner ersten WWE-Entlassung zu AEW gewechselt und kehrte 2025 zur WWE zurück. Während seiner AEW-Phase kursierten Berichte, wonach er ungern Matches verlieren wollte, was Black selbst öffentlich bestritten hatte.
MJFs Bekenntnis zu seinem AEW-Vermächtnis
Aus dem Khan-Lob heraus leitete MJF in eine persönliche Karriere-Betrachtung über. Er machte deutlich, dass es ihm nie wirklich schwergefallen sei, hypothetische WWE-Angebote abzulehnen, selbst wenn diese finanziell äußerst attraktiv gewesen sein sollen: „Ich kümmere mich mehr um mein Vermächtnis als um alles andere.“
Für ihn stehe sein in AEW aufgebautes Vermächtnis klar im Vordergrund. Sein Markenwert sei in dieser Promotion entstanden und an diese gebunden. Damit zementiert MJF erneut seinen Status als einer der wenigen AEW-Top-Wrestler, die niemals für WWE oder eine andere Major-Liga gearbeitet haben. Dieses Allein-AEW-Profil ist für ihn nicht zufällig, sondern eine bewusste Karriere-Entscheidung mit langfristiger Identitäts-Bedeutung.
Die abgelehnten WWE-Angebote: Geld gegen Vermächtnis
Auf die Frage, ob es schwer gewesen sei, die WWE-Geld-Angebote abzulehnen, war MJFs Antwort eindeutig. Es sei nicht schwer gewesen. Man müsse seinen eigenen Wert kennen, und er kenne seinen. Sein Wert sei aufgrund des Vermächtnisses gebaut worden, das er in AEW aufbaue. Egal, wie viel Geld ihm in der Vergangenheit hypothetisch geboten worden sei oder künftig geboten werde, das spiele keine Rolle. Diese Klarheit ist ungewöhnlich für die Wrestling-Branche, in der Wrestler-Loyalitäten oft entlang von Geld-Höhepunkten verlaufen.
Hollywood-Ambitionen mit Bautista, Cena und Johnson als Vorbildern
Parallel zur Wrestling-Karriere arbeitet MJF aktiv an einer Schauspieler-Karriere und sieht darin ein langfristiges Ziel. Als Vorbilder nennt er die drei erfolgreichsten Wrestler-Hollywood-Wechsler der jüngeren Vergangenheit, namentlich Dave Bautista, John Cena und Dwayne „The Rock“ Johnson. Sein erklärtes Ziel sei es, sich selbst als vierten Namen in diese Liste einzureihen.
Aktuell arbeitet MJF mit Bryan Diperstein von der ICM-Agentur sowie mit einem Team von Activist Artists Management zusammen, um den Übergang vom Ring auf die Leinwand zu organisieren. Erste konkrete Filmprojekte sind bereits in Vorbereitung, darunter eine Sprecherrrolle für einen Animations-Film, der im kommenden Jahr veröffentlicht werden soll. MJF baut damit eine duale Karriere auf, in der AEW und Hollywood parallel laufen.
Hintertürchen und langfristige Karriere-Strategie
Trotz aller klaren Aussagen ließ MJF dennoch ein Hintertürchen offen. Er räumte ein, dass sich Ansichten im Laufe der Zeit ändern können und man niemals nie sagen solle. Aktuell liege sein Fokus jedoch klar auf einer Karriere und einem Vermächtnis ohne WWE.
