Mehr als eine Stimme bei WWE: Michael Coles wichtige Aufgabe hinter den Kulissen

Michael Cole steht auf der Stage und spricht in ein WWE Raw Mikrofon
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Michael Cole ist längst nicht mehr ausschließlich als Stimme der wöchentlichen WWE-Shows tätig. Obwohl Michael Cole nicht mehr für die Leitung des WWE-Kommentatorenteams verantwortlich ist, gibt er seine jahrzehntelange Erfahrung weiterhin an andere und künftige Kommentatoren weiter. Im „What’s Your Story?“ Podcast mit Stephanie McMahon sprach Cole über seine Vorstellungen von gutem Storytelling, die unterschiedlichen Erwartungen des Publikums und seine Arbeit mit aufstrebenden WWE-Kommentatoren.

Für Michael Cole bedeutet Kommentieren weit mehr als das Beschreiben der Aktionen im Ring. Entscheidend seien die Vermittlung von Geschichten, Beziehungen und Emotionen. Seit seinem WWE-Einstieg 1997 entwickelte er sich vom branchenfremden Journalisten zu einem der erfahrensten Kommentatoren des Unternehmens und gibt sein Wissen heute an jüngere Kollegen weiter.

WWE muss unterschiedliche Zuschauer gleichzeitig erreichen

Eine besondere Herausforderung sieht Cole darin, neue und langjährige Fans während derselben Übertragung gleichermaßen anzusprechen. Ein Teil des Publikums verfolgt WWE seit vielen Jahren und kennt zahlreiche Rivalitäten, frühere Matches und persönliche Beziehungen. Andere Zuschauer schalten möglicherweise erstmals ein und benötigen deutlich mehr Hintergrundinformationen.

Die Kommentatoren müssen deshalb regelmäßig erklären, wer die auftretenden Persönlichkeiten sind und warum ein Konflikt von Bedeutung ist. Gleichzeitig dürfen diese Erläuterungen nicht so umfangreich ausfallen, dass erfahrene Zuschauer den Eindruck erhalten, ständig bereits bekannte Informationen präsentiert zu bekommen.

Dieser Spagat beeinflusst die gesamte Matchbegleitung. Selbst scheinbar einfache Hinweise können notwendig sein, um neue Fans mit einer Geschichte vertraut zu machen. Für langjährige Zuschauer sollen dieselben Erklärungen jedoch möglichst natürlich in die Übertragung eingebunden werden. Cole betrachtet das Kommentatorenpult daher als entscheidende Verbindung zwischen dem Geschehen im Ring und dem Publikum zu Hause.

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Besonders bei großen Shows können viele Zuschauer hinzukommen, die nicht jede wöchentliche Ausgabe verfolgen. In solchen Situationen reicht es nicht aus, lediglich auf frühere Ereignisse zu verweisen. Die Kommentatoren müssen die entscheidenden Entwicklungen so zusammenfassen, dass die Bedeutung eines Matches auch ohne umfassende Vorkenntnisse verständlich wird.

Emotionen dürfen nicht aufgesetzt wirken

Coles Aussagen verdeutlichen zugleich, welchen Stellenwert glaubwürdige Emotionen in seiner Kommentatorenphilosophie besitzen. In seinen Anfangsjahren konzentrierte er sich stark darauf, Formulierungen und Abläufe anderer Kommentatoren zu übernehmen. Erst später erkannte er, dass Zuschauer nicht allein auf die verwendeten Worte reagieren.

Entscheidend sei vielmehr, ob die Stimme am Pult tatsächlich vermittelt, von einem Moment berührt, überrascht oder mitgerissen zu sein. Ein Kommentar könne inhaltlich korrekt sein und dennoch wirkungslos bleiben, wenn die Emotion nicht glaubwürdig transportiert werde. Jim Ross habe diese Fähigkeit in besonderem Maße besessen und dadurch selbst einfachen Situationen eine größere Bedeutung verliehen.

Michael Cole unterstützt die nächste Generation

Obwohl Michael Cole seit 2024 nicht mehr für die Leitung des WWE-Kommentatorenteams verantwortlich ist, gibt er seine langjährige Erfahrung weiterhin an jüngere und künftige Kommentatoren weiter. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine neue offizielle Führungsposition, sondern vielmehr um eine beratende und unterstützende Rolle. Hinweise auf einen bevorstehenden Rückzug oder konkrete Namen möglicher Nachfolger nannte Cole in diesem Zusammenhang nicht.

Für diese Aufgabe bringt er besonders viel eigene Erfahrung mit. Zu Beginn seiner WWE-Laufbahn zweifelte Cole lange daran, ob er den hohen Erwartungen gerecht werden könne. Nach eigener Einschätzung benötigte er beinahe zehn Jahre, um nicht länger andere Kommentatoren nachzuahmen und stattdessen seinen eigenen Stil zu entwickeln.

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Heute kann er jüngere Kollegen deshalb auf Herausforderungen vorbereiten, die für Zuschauer während einer Übertragung kaum sichtbar sind. Dazu gehören der Umgang mit kurzfristigen Anweisungen, spontane Reaktionen auf ungeplante Entwicklungen und die Schwierigkeit, während einer laufenden Show zahlreiche Informationen zu verarbeiten, ohne den roten Faden einer Geschichte zu verlieren.

Dabei geht es Cole offenbar nicht darum, anderen Kommentatoren einen bestimmten Stil vorzugeben. Seine eigene Karriere habe ihm gezeigt, dass langfristige Glaubwürdigkeit nur entsteht, wenn jeder eine Stimme und eine Art der Präsentation findet, die zur eigenen Persönlichkeit passt.

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