John Cena hat seine aktive WWE-Karriere beendet, doch seine Begeisterung für das Wrestling ist ungebrochen. Im „Good Hang with Amy Poehler“ Podcast sprach der 17-fache World Champion über den Unterschied zwischen Auftritten im Ring und seiner Arbeit als Schauspieler. Dabei machte er deutlich, welche Form der Unterhaltung ihm persönlich weiterhin am meisten bedeutet.
Das Livepublikum macht Wrestling für Cena einzigartig
Trotz seiner erfolgreichen Hollywood-Karriere würde sich Cena bei einer direkten Entscheidung weiterhin für das Wrestling entscheiden. Der entscheidende Grund sei das unmittelbare Zusammenspiel mit den Zuschauern. Während eine Filmproduktion aus vielen einzelnen Aufnahmen bestehe, entstehe ein WWE-Match in Echtzeit und könne nicht einfach wiederholt werden.
Für Cena beobachten die Fans das Geschehen nicht nur, sondern werden selbst zu einem Bestandteil der Darbietung. Ihre Reaktionen beeinflussen, wie Wrestler eine Geschichte erzählen, welche Aktionen besonders hervorgehoben werden und ob ein geplanter Moment tatsächlich die erhoffte Wirkung erzielt. Genau diese Unberechenbarkeit habe ihn über viele Jahre fasziniert.
Mit wachsender Erfahrung hätten Wrestler gelernt, unerwartete Ereignisse in ihre Matches einzubauen. Cena erinnerte an Strandbälle, die durch das Publikum flogen, Auseinandersetzungen auf den Rängen und sogar Heiratsanträge während einer Show. Solche Situationen könnten die Aufmerksamkeit der Zuschauer verändern und müssten deshalb spontan aufgegriffen werden, anstatt starr am ursprünglichen Ablauf festzuhalten.
Warum Cena dennoch nicht mehr in den Ring steigen möchte
Sein Rücktritt sei daher keineswegs auf eine nachlassende Begeisterung zurückzuführen. Cena hätte diese Arbeit nach eigener Darstellung gerne dauerhaft fortgesetzt, könne die körperlichen Belastungen jedoch nicht mehr verantworten. Er bezeichnete sich deshalb bewusst als zurückgetretenen körperlichen Performer und unterschied damit zwischen Matches und möglichen anderen Aufgaben im Wrestling.
Im Mittelpunkt seiner Entscheidung stehe der Wunsch nach einem langen und möglichst gesunden Leben. Weitere Jahre mit regelmäßigen Stürzen, Schlägen und schweren Aktionen würden die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass er seine spätere Lebenszeit mit erheblichen körperlichen Einschränkungen verbringen müsse. Dieses Verhältnis sei für ihn inzwischen nicht mehr sinnvoll.
Als empfindlichste Körperregion nannte Cena seinen unteren Rücken. Insgesamt sei er angesichts seiner langen Karriere vergleichsweise gut durch die zahlreichen Belastungen gekommen. Dennoch müsse er inzwischen viel Zeit investieren, um beweglich zu bleiben und den Folgen seiner aktiven Laufbahn entgegenzuwirken.
Eine ungeliebte Routine für mehr Lebensqualität
Cena berichtete, dass intensives Dehnen zu seinem Alltag gehöre. Freude bereite ihm diese Routine nicht, dennoch absolviere er sie regelmäßig, weil er das Ergebnis schätze. Im Gespräch demonstrierte er, dass er sich trotz seiner massiven Statur weit nach vorn beugen und seine Hände flach auf den Boden legen könne.
Diese Beweglichkeit sei jedoch nicht selbstverständlich, sondern das Resultat kontinuierlicher Arbeit. Cena verfolgt dabei einen Ansatz, der auch seine Karriere geprägt habe: Nicht jede notwendige Aufgabe müsse angenehm sein. Entscheidend sei, ob sie langfristig zu dem gewünschten Ergebnis führe. In seinem Fall gehe es darum, beweglich zu bleiben und seinen Körper auch nach dem Karriereende möglichst gut nutzen zu können.
Wrestling und Schauspielerei folgen ähnlichen Regeln
Obwohl Cena Wrestling bevorzugt, betrachtet er seine beiden Berufsfelder inzwischen als eng miteinander verbunden. Schauspielerei und Wrestling würden nach seiner Einschätzung denselben grundlegenden Prinzipien folgen. In beiden Fällen erhalte ein Darsteller eine bestimmte Geschichte und könne innerhalb dieses Rahmens eigene Entscheidungen treffen.
Weder am Filmset noch bei WWE kontrolliert ein einzelner Performer jedoch das gesamte Ergebnis. Cena könne seinen Beitrag vorbereiten, seine Rolle interpretieren und die ihm zur Verfügung stehende Zeit bestmöglich nutzen. Über den endgültigen Ausgang oder die Gestaltung des gesamten Projekts entschieden jedoch andere Verantwortliche.
Daraus habe er eine klare berufliche Haltung entwickelt. Ein Darsteller müsse vorbereitet erscheinen, Zeitvorgaben einhalten, professionell arbeiten und dankbar für die erhaltene Gelegenheit sein. Wer zuverlässig gute Arbeit leiste, erhöhe die Wahrscheinlichkeit, erneut engagiert zu werden. Diese Erkenntnis hat Cena aus dem Wrestling auf seine Schauspielkarriere übertragen.

Wer mal Aufnahmen von ihm bei YouTube gesehen hat, wie er durch New York läuft, konnte sehen, wie weit nach vorne gebeugt er lief. Das ist eine typische Haltung nach Bandscheibenvorfällen. Ich spreche da leider aus Erfahrung. Daher kann ich die Schmerzen ansatzweise nachvollziehen. Aus meiner Sicht hat er sich richtig entschieden. Gesund alt werden ist was wertvolles und vor allem wertvoller, als für ein paar große Pops in den nächsten Jahren alles an Gesundheit zu riskieren.