John Cena hat sich im Takedown-Interview ausführlich zu den Reaktionen auf eines seiner aktuellen WWE-Projekte geäußert. Dabei geht der langjährige WWE-Star auf Kritik aus der Fan-Community ein, erklärt die Idee hinter dem Konzept und beschreibt, weshalb er darin eine besondere Ergänzung zum bisherigen WWE-Produkt sieht.
„WWE’s All-Star Game“ als Ein-Satz-Definition
Cena begann seine Antwort auf die Wins-Losses-Kritik mit einer pointierten Definition: „WWE’s All-Star Game, fertig, das ist die Ein-Satz-Beschreibung.“ Mit diesem Vergleich zum amerikanischen All-Star-Sport-Konzept ordnete Cena den John Cena Classic klar als One-Night-Event ein, das eine besondere Show-Form ist und nicht in das normale WWE-Storyline-Gefüge eingreift.
Er räumte zudem ein, dass WWE bei der Backlash-Ankündigung am 9. Mai 2026 in der Benchmark International Arena in Tampa sehr viele Informationen auf einmal an die Fans gegeben habe, weshalb Detailfragen verständlich seien. Das Konzept sei zudem noch in der Ausarbeitung, und WWE arbeite aktuell weiterhin am Voting-System sowie an Maßnahmen gegen Manipulation der Ergebnisse. Diese Klarstellung sollte die größten Fan-Bedenken zumindest grundsätzlich auflösen.
Warum Siege im „Cena Classic“ trotzdem zählen
Cena widersprach umgehend der Vorstellung, dass Siege im Cena-Classic-Format plötzlich keine Bedeutung mehr hätten. Das Gewinnen spiele weiterhin eine zentrale Rolle, da die Reaktionen des Publikums die Abstimmung direkt beeinflussen würden. Wer ein Match gewinne, bekomme oft den lauten Publikums-Jubel und die starke Reaktion ab, die wiederum die Voting-Chancen positiv beeinflussten. Damit sei ein Sieg im Ring weiterhin ein wichtiger Faktor, da er die Wahrscheinlichkeit erhöhe, anschließend auch die Abstimmung zu gewinnen.
Cena formuliert das so, dass ein Sieg im Ring helfen kann, die Fan-Abstimmung in die eigene Richtung zu kippen. Die Hauptbedingung sei allerdings eine emotionale Verbindung zum Publikum, nicht das reine Ergebnis auf dem Papier.
Der Undertaker gegen HBK-Vergleich als Kern-Philosophie
Um die übergeordnete Philosophie hinter dem Projekt zu erklären, verwies Cena auf eines der legendären Beispiele aus der Wrestling-Geschichte. The Undertaker gegen Shawn Michaels sei ein klassisches Beispiel dafür, wie ein unterlegener Wrestler bei den Fans den stärkeren Eindruck hinterlassen könne. Michaels habe nicht gewonnen, aber er habe alles gegeben, und genau diese Performance habe das Publikum beeindruckt.
Cena argumentiert daraus, dass es in seltenen Match-Situationen vorkomme, dass ein Wrestler offiziell verliere, aber im Publikums-Empfinden klar dominiere. Wer dann bei der Abstimmung das Gefühl habe, dass HBK trotz Taker-Sieg den Abend für sich entschieden habe, könne im Cena Classic eben genau dafür abstimmen. Mehr wolle Cena dazu gar nicht sagen, das Konzept solle für sich sprechen.
Cenas eigene Karrierebeispiele zur Untermauerung
Zur weiteren Untermauerung führte Cena mehrere Momente aus seiner eigenen WWE-Karriere an, bei denen die Stimmung im Publikum trotz des offiziellen Ergebnisses eindeutig zugunsten der gegnerischen Seite ausgefallen war. Konkret nannte er das John Cena gegen Nexus Match aus dem Sommer 2010, das vom Publikum stark zugunsten der jungen Nexus-Gruppierung wahrgenommen wurde.
Auch seine Auseinandersetzungen mit Cesaro und Dolph Ziggler hinterließen oft den Eindruck, dass das Publikum den Gegner lieber bejubelte als ihn selbst. Einige seiner Duelle mit CM Punk fielen ebenfalls in diese Kategorie, insbesondere das Money-in-the-Bank-Match 2011 in Chicago, das als eines der ikonischsten Anti-Cena-Matches in die Wrestling-Geschichte einging. Laut Cena zeigen diese Beispiele, dass Publikumsanerkennung und offizielles Matchergebnis nicht immer zusammenfallen.
Warum der Cena Classic ein Standalone-Event und kein Bookings-Ersatz ist
Cena betonte ausdrücklich, dass die Grundlagen des WWE-Storytelling weiterhin wichtig blieben und der John Cena Classic kein Ersatz für die übliche Bookings-Philosophie sei. Siege und Niederlagen würden nach wie vor zählen, und die Erzähl-Struktur in den regulären Sendungen bleibe ein zentrales Element der Show-Inszenierung. Das Cena Classic sei eine eigenständige Veranstaltung, die speziell darauf ausgerichtet sei, Wrestlern die Bühne zu geben, ohne dafür monatelange Storyline-Vorbereitung leisten zu müssen. Es brauche keine lange Aufbauzeit und nicht so viele Wrestler müssten beteiligt sein.
Cena werde die Teilnehmer persönlich zu der Veranstaltung einladen, was den Charakter einer kuratierten Show unterstreicht. Die Veranstaltung sei damit eine besondere Attraktion mit einem klaren Show-Profil, kein Eingriff ins reguläre WWE-Format.
Die Lance-Storm-Kritik als Anschluss-Debatte
Trotz Cenas detaillierter Verteidigung des Konzepts bleibt Kritik aus der Wrestling-Branche bestehen. Der ehemalige WWE-Wrestler Lance Storm äußerte auf Wrestling Observer Live einen zentralen Einwand. Ein Main-Roster-Top-Talent mit 500.000-Dollar-Gehalt könne kaum motiviert sein, einem NXT-Wrestler mit 75.000-Dollar-Gehalt bei der Fan-Abstimmung gut aussehen zu lassen.
Falls der NXT-Newcomer die Abstimmung gewinnt und einen Titel-Push erhält, könnte die Karriere des etablierten Wrestlers laut Storm in Gefahr geraten, da die TKO-Manager das Gehaltsverhältnis hinterfragen könnten. Diese Kritik berührt den Kernkonflikt zwischen Karrieresicherheit und Showformat und dürfte bei der WWE noch für viele interne Diskussionen sorgen, bevor der erste Cena Classic startet.

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