John Cena hat in einem ausführlichen Gespräch mit NPR-Moderatorin Rachel Martin im Podcast Wild Card so offen wie selten über einen Fehler aus seiner WWE-Karriere gesprochen.
Der 17-fache World Champion verriet, dass er einst kurz davor stand, eine geschäftliche Entscheidung zu treffen, ohne Vince McMahon darüber zu informieren. Rückblickend bezeichnete Cena diesen Moment als eine seiner wichtigsten Lektionen und als etwas, das ihn bis heute beschäftigt.
Mehr Geld verdienen und dabei einen Fehler gemacht
Im Interview wurde Cena gefragt, ob ihn sein Ehrgeiz im Laufe seiner Karriere jemals auf den falschen Weg geführt habe. Seine Antwort fiel eindeutig aus. Ja, solche Momente habe es gegeben. Wenn er heute darauf zurückblicke, verbinde er sie noch immer mit Schuldgefühlen und Scham.
Als Beispiel nannte Cena den Versuch, sich an einem Social-Media-Startup zu beteiligen. Damals habe er ernsthaft darüber nachgedacht, in das Unternehmen einzusteigen, ohne vorher mit Vince McMahon darüber zu sprechen. Der Grund sei einfach gewesen: Er habe zusätzliches Geld verdienen wollen. Dahinter habe kein komplizierter Plan gesteckt, sondern lediglich der Wunsch nach einem weiteren finanziellen Standbein.
Der Name „John Cena“ war längst Teil der WWE-Marke
Erst im Nachhinein sei ihm bewusst geworden, welche Folgen diese Entscheidung hätte haben können. Sein Name habe zu diesem Zeitpunkt längst nicht mehr ausschließlich ihm gehört, sondern sei eng mit der Marke WWE verbunden gewesen.
Hätte er seinen Namen für das Startup genutzt, hätte dies gleichzeitig bedeutet, geistiges Eigentum der WWE für ein externes Geschäftsmodell einzusetzen und das ohne die Zustimmung des Unternehmens. Gerade weil Cena wichtige Entscheidungen normalerweise immer mit Vince McMahon abgesprochen habe, empfinde er diesen Vorfall bis heute als besonders schwerwiegend.
Vince McMahon reagierte völlig anders als erwartet
Als Vince McMahon schließlich von den Plänen erfuhr, rechnete Cena mit einer heftigen Reaktion. Rückblickend erklärte er, dass Vertrauen viele Jahre brauche, um aufgebaut zu werden, aber innerhalb weniger Augenblicke zerstört werden könne. Genau dieses Vertrauen habe er aufs Spiel gesetzt.
Doch anstatt laut zu werden oder ihn zur Rede zu stellen, reagierte McMahon überraschend ruhig. Er erklärte Cena Schritt für Schritt, welche möglichen Konsequenzen eine solche Geschäftsentscheidung hätte haben können.
Dabei habe er weder die Beherrschung verloren noch Vorwürfe erhoben. Cena vermutet heute, dass McMahon die Situation auch aus der Sicht eines Unternehmers betrachtete und deshalb nachvollziehen konnte, warum ihn das Angebot überhaupt gereizt hatte.
Nach wenigen Minuten war die Entscheidung gefallen
Gerade diese ruhige Reaktion habe ihn besonders nachdenklich gemacht. Bereits nach wenigen Minuten sei ihm klar geworden, dass er einen Fehler gemacht hatte.
Unmittelbar nach dem Gespräch kontaktierte Cena das Startup erneut und zog seine Zusage zurück. Er teilte den Verantwortlichen mit, dass eine Zusammenarbeit für ihn nicht infrage komme.
Rückblickend bezeichnete er dieses Gespräch mit McMahon als eine der wichtigsten Lektionen seiner gesamten Karriere. Nicht weil McMahon ihn bestraft habe, sondern gerade weil er darauf verzichtet habe.
Ein ungewöhnlich offenes Geständnis
John Cena beendete seine aktive Wrestling-Karriere nach seiner Niederlage gegen Gunther bei WWE Saturday Night’s Main Event. Seitdem konzentriert er sich vor allem auf seine Schauspielkarriere. Sein neuer Netflix-Film „Little Brother“ ist seit dem 26. Juni verfügbar.
Das Gespräch im Wild Card-Podcast diente zwar in erster Linie der Promotion des Films, entwickelte sich jedoch schnell zu einem ungewöhnlich persönlichen Interview.
Dass Cena öffentlich einräumt, aus finanziellen Gründen beinahe eine folgenschwere Fehlentscheidung getroffen zu haben, zählt zu den offensten Aussagen, die der langjährige WWE-Star bislang über seine eigene Karriere gemacht hat.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar