Je’Von Evans spricht über zwei brenzlige Raw-Momente – einer hätte deutlich schlimmer enden können

Je’Von Evans wirkt erstaunt

Je’Von Evans hat sich innerhalb kurzer Zeit mit seinem spektakulären Stil einen festen Platz bei WWE erarbeitet. Dass seine riskante Ringweise allerdings auch ihren Preis haben kann, musste der 22-Jährige in den vergangenen Monaten mehrfach erfahren.

Im Interview gewährte Evans nun einen ungewöhnlich offenen Blick auf zwei Raw-Matches, bei denen hinter den Kulissen deutlich mehr passierte, als die Zuschauer zunächst erkennen konnten.

Das erste Match gegen Penta hatte für Evans eine besondere Bedeutung

Im Gespräch mit Chris Van Vliet erinnerte sich Je’Von Evans zunächst an sein Match gegen Penta bei Monday Night Raw am 25. Mai 2026. Für Evans war die Begegnung nicht einfach nur ein weiteres Match um die Intercontinental Championship. Er hatte Penta bereits viele Jahre zuvor als Pentagon Jr. bei Lucha Underground verfolgt und entsprechend große Vorfreude darauf verspürt, erstmals selbst mit ihm im Ring zu stehen.

Vor der Begegnung beschäftigte ihn hauptsächlich ein Detail. Evans kannte die äußerst harten Chops seines Gegners aus dessen früheren Matches und rechnete damit, dass diese für ihn zu den unangenehmsten Momenten des Abends werden könnten. Tatsächlich stellte sich jedoch ein ganz anderer Spot als wesentlich schmerzhafter heraus.

Während des Matches war eine Aktion außerhalb des Rings geplant. Evans sollte Anlauf nehmen, über die Seile nach draußen springen und von Penta so weitergeleitet werden, dass er über das Kommentatorenpult hinwegfliegt. Als er bereits in der Luft war, stellte er allerdings fest, dass die Entfernung nicht ausreichte und der geplante Ablauf kaum noch funktionieren konnte.

Evans musste seine Position mitten im Flug verändern

Für Evans entstand innerhalb weniger Augenblicke eine äußerst gefährliche Situation. Er erkannte, dass er bei unverändertem Flug möglicherweise mit dem Gesicht oder Oberkörper direkt auf die Kante des Kommentatorenpults treffen würde. Deshalb versuchte er noch während der Bewegung, seinen Körper zu drehen und den Aufprall abzufangen.

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Damit verhinderte er zwar eine direkte Kollision mit Kopf oder Brust, landete jedoch mit dem Steißbein genau auf der Tischkante. Evans beschrieb den Schmerz rückblickend als einen der schlimmsten, die er während seiner bisherigen Wrestling-Karriere erlebt habe.

Das Match brachte er dennoch zu Ende. Die Folgen begleiteten ihn allerdings deutlich länger als nur bis zum Verlassen der Arena. Nach eigener Erinnerung humpelte Evans später auf dem Weg zum Flughafen und musste anschließend einen Flug überstehen, obwohl längeres Sitzen wegen der Schmerzen besonders unangenehm war.

Auch in den folgenden Wochen machte sich der Aufprall noch bemerkbar. Evans bemerkte eine deutliche Schwellung im Bereich des Steißbeins, die erst nach einiger Zeit vollständig zurückging. Rückblickend stuft er diesen Zwischenfall als eine der drei schlimmsten Verletzungen seiner bisherigen Laufbahn ein. Seine Einschätzung, er habe sich dabei beinahe den Rücken gebrochen, beschreibt dabei vor allem, wie gefährlich Evans den missglückten Spot selbst empfand.

Ein zweiter Raw-Zwischenfall sorgte bereits im Januar für Fragen

Nur wenige Monate zuvor hatte Evans bereits eine andere Situation erlebt, die bei Raw für einen ungewöhnlichen Matchabbruch sorgte. Am 19. Januar 2026 traf er in Belfast auf El Grande Americano. Kurz vor einer Werbeunterbrechung stießen beide bei einer Aktion unbeabsichtigt mit den Köpfen zusammen. Evans war für einen kurzen Moment benommen und nahm nach dem Zusammenprall Sterne beziehungsweise Lichtpunkte wahr. Trotzdem setzte er die Begegnung zunächst fort.

Evans führte dieses Verhalten auf seine Erfahrungen aus der Independent-Szene zurück. Dort habe er früh gelernt, Matches trotz Schmerzen oder kleinerer Verletzungen zu Ende zu bringen, solange dies körperlich noch möglich war. Genau dieser Instinkt setzte auch nach der Kollision mit Americano ein. Während der anschließenden Werbepause informierte er jedoch den Referee über den Hergang des Unfalls.

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Die Aussage an den Referee änderte die Situation sofort

Evans versuchte dabei klarzustellen, dass die Symptome inzwischen wieder verschwunden seien und er sich in der Lage fühle, weiterzumachen. Die Erwähnung möglicher Anzeichen einer Kopfverletzung führte jedoch unmittelbar dazu, dass der Referee medizinisches Personal hinzuzog.

Der junge WWE-Star wollte das Match aber unbedingt fortsetzen. Gerade weil er zu diesem Zeitpunkt erst seit relativ kurzer Zeit bei Raw eingesetzt worden war, hatte er nach eigener Darstellung große Sorge davor, eine solche Gelegenheit vorzeitig abbrechen zu müssen. Die Verantwortlichen ließen sich davon allerdings nicht umstimmen.

Während der Werbepause wurde Evans medizinisch untersucht. Aufgrund der Kopf-an-Kopf-Kollision und seiner zuvor geschilderten Wahrnehmungsstörungen entschied WWE schließlich, die Begegnung nicht fortsetzen zu lassen. Damit klärt Evans nun erstmals selbst ausführlich auf, was während jener Unterbrechung geschah. Unmittelbar nach der Show war lediglich bekannt geworden, dass die Begegnung aus medizinischen Gründen beendet worden war. Berichte hatten bereits damals auf die Kopfkollision und eine mögliche Gehirnerschütterung hingewiesen.

Interessanterweise führte die WWE in der offiziellen Darstellung zunächst eine Beinverletzung als Ursache für das vorzeitige Ende an. Evans’ Schilderung von heute liefert ein deutlich genaueres Bild und macht deutlich, dass die Vorsichtsmaßnahme aufgrund des Zusammenpralls und der von ihm beschriebenen Symptome erfolgte.

Evans versteht die Entscheidung von WWE inzwischen

Nach der Untersuchung fühlte sich Evans nach eigener Darstellung wieder normal und betrachtete den Treffer zunächst lediglich als kurzen Schockmoment. Eine längere Ausfallzeit folgte nicht. Bereits zwei Wochen später stand er erneut gegen El Grande Americano im Ring und konnte das Rückmatch für sich entscheiden.

Obwohl Evans während der ersten Begegnung unbedingt weiterkämpfen wollte, bewertet er die Entscheidung der Verantwortlichen heute wesentlich nüchterner. Verletzungen am Kopf seien nichts, womit leichtfertig umgegangen werden dürfe, weshalb die vorsichtige Reaktion von WWE nachvollziehbar gewesen sei.

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