Jeff Jarrett hat in aktuellen Interviews mit Chris Van Vliet und Ariel Helwani offen über verschiedene Themen gesprochen. Der WWE Hall of Famer blickte dabei selbstkritisch auf seine Zeit bei TNA Wrestling zurück, sprach über seine heutige Rolle bei AEW und äußerte sich außerdem zur langfristigen Entwicklung der WWE unter TKO Group Holdings.
Ein Fehler, den er bis heute bereut
Rückblickend gibt es eine Entscheidung aus seiner Zeit bei TNA, die Jeff Jarrett bis heute beschäftigt. Als damaliger Großaktionär der Promotion habe er früh erkannt, dass Dixie Carters Rolle als TV-Figur problematisch werden könnte. Er sei überzeugt gewesen, dass ihre regelmäßigen Auftritte vor der Kamera die Dynamik innerhalb des Unternehmens verändern würden.
Trotzdem habe er sie damals nie direkt darauf angesprochen. Er habe befürchtet, dass Carter seine Kritik persönlich aufnehmen könnte. Heute bereut Jarrett diese Zurückhaltung. Aus seiner Sicht entwickelte sich die Situation später genau so, wie er es damals erwartet hatte.
Der sechseckige Ring war für TNA unverzichtbar
Auch über den Wechsel vom markanten sechseckigen Ring zum klassischen viereckigen Ring sprach Jarrett ausführlich. Für ihn war der sechseckige Ring weit mehr als nur ein optisches Detail. Er habe TNA ein unverwechselbares Alleinstellungsmerkmal gegeben.
Die Idee dazu entstand, nachdem Jarrett bei einer Veranstaltung von Antonio Peña in Mexiko erstmals einen sechseckigen Ring gesehen hatte. Sofort habe er darin eine Möglichkeit erkannt, TNA deutlich von WWE und anderen Promotions abzuheben.
Als Hulk Hogan, Eric Bischoff und Dixie Carter später beschlossen, wieder einen klassischen Ring einzuführen, wurde Jarrett nach eigenen Angaben nicht einmal persönlich darüber informiert. Spätestens als die Fans in der Impact Zone lautstark die Rückkehr des sechseckigen Rings forderten, sei ihm klar geworden, dass TNA damit einen wichtigen Teil seiner eigenen Identität verloren habe.
Bei AEW ausschließlich als On-Screen-Talent
Auch über seine aktuelle Rolle bei AEW sprach Jarrett offen. Sein bislang letztes Match bestritt er am 29. Januar 2025 gegen Claudio Castagnoli. Anschließend war er regelmäßig als Analyst in den Zero-Hour-Preshows der großen AEW-Veranstaltungen zu sehen.
Jarrett stellte klar, dass er bei AEW ausschließlich als On-Screen-Talent tätig sei. Er habe keinerlei Aufgaben im Booking, im Management oder im Bereich Talent Relations. Wenn AEW ihn als Kommentator oder Analyst einsetzen wolle, übernehme er diese Aufgabe. Wenn das Unternehmen ihn wieder für ein Match einplane, steige er in den Ring. Mehr gebe es dazu nicht zu sagen.
Auch zu den immer wieder auftauchenden Spekulationen über einen möglichen Kauf von TNA Wrestling bezog Jarrett Stellung. Er erklärte, dass es keinerlei Gespräche gegeben habe und er mit seiner aktuellen Situation zufrieden sei. Zwar stecke der Unternehmer noch immer in ihm, konkrete Pläne gebe es derzeit aber nicht.
Jeff Jarrett macht sich Gedanken über die Zukunft der WWE
Zum Abschluss äußerte sich Jarrett auch zur Entwicklung der WWE unter TKO Group Holdings. Die wirtschaftlichen Erfolge seit der Fusion mit UFC stellte er ausdrücklich nicht infrage. Aus seiner Sicht seien die Geschäftszahlen beeindruckend.
Dennoch sieht er einen grundlegenden Unterschied zur früheren WWE unter Vince McMahon. Während McMahon letztlich nur sich selbst Rechenschaft schuldig gewesen sei und Tony Khan bei AEW ebenfalls eigenständig entscheiden könne, müsse Ari Emanuel als CEO von TKO in erster Linie die Erwartungen der Aktionäre und der Wall Street erfüllen. Dadurch entstehe eine vollkommen andere Denkweise bei geschäftlichen Entscheidungen.
Als Beispiel nannte Jarrett den bevorstehenden WWE-Abschied von Sheamus. Er könne nachvollziehen, warum ein börsennotiertes Unternehmen darüber nachdenke, teure Veteranen durch jüngere und günstigere Talente zu ersetzen.
Gleichzeitig warnte er davor, den Wert erfahrener Wrestler zu unterschätzen. Im Wrestling brauche man manchmal Persönlichkeiten, die nicht dauerhaft im Mittelpunkt stünden, aber im entscheidenden Moment den Unterschied machen könnten.
Ob ein börsennotierter Konzern diese langfristige Denkweise dauerhaft mittragen werde, sei für ihn die entscheidende Frage. Deshalb interessiere ihn weniger die aktuelle Situation als vielmehr die Entwicklung der WWE in den kommenden vier Jahren.

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