Im Rechtsstreit zwischen Janel Grant, Vince McMahon und WWE sind die angekündigten nächsten Schritte inzwischen vollzogen worden. Nachdem sich die verbliebenen Parteien auf die Fortsetzung der Auseinandersetzung in einem privaten Schiedsverfahren verständigt hatten, wurde die Klage vor dem Bundesgericht nun offiziell zurückgezogen.
Parallel dazu meldete sich Grant erstmals seit Bekanntwerden der Schiedsvereinbarung persönlich zu Wort. Ohne näher auf das Verfahren oder ihre weiterhin bestehenden Vorwürfe einzugehen, gewährte die frühere WWE-Mitarbeiterin einen offenen Einblick in ihre derzeitige Verfassung.
Janel Grant berichtet von erheblichen persönlichen Belastungen
In einem Beitrag auf Instagram räumte Grant ein, dass sie momentan mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen habe. Sie beschrieb ihre Situation sinngemäß als eine Kombination zahlreicher Belastungen, die gleichzeitig auf sie eingewirkt hätten.
Grant bedankte sich bei allen Menschen, die sich nach ihr erkundigt, ihr Nachrichten geschickt und Verständnis für ihre Situation gezeigt hätten. Sie stellte zudem klar, dass ihr weiterhin geschrieben werden könne und sie für die erhaltene Unterstützung dankbar sei.
Als Beispiel für ihren derzeitigen emotionalen Zustand verwies Grant auf einen Podcast von Anderson Cooper, der sich mit Trauer und persönlichen Verlusten beschäftigt. Die darin geführten tiefgründigen Gespräche hätten ihr dabei geholfen, sich mit ihren eigenen Erfahrungen weniger allein zu fühlen.
Besonders deutlich wurde das Ausmaß ihrer persönlichen Belastung durch Grants Erklärung, dass sie in diesem Jahr bislang lediglich fünfmal draußen gewesen sei. Dennoch wolle sie weiterhin präsent bleiben und auf ihre Weise zu positiven Veränderungen beitragen. Nach ihrer Überzeugung beginne gesellschaftlicher Wandel damit, wie Menschen in ihrem eigenen Umfeld auftreten und handeln.
Bereits in einer im April 2026 eingereichten persönlichen Erklärung hatte Grant angegeben, dass die damaligen Ereignisse und der Druck während der Verhandlungen über die Verschwiegenheitsvereinbarung erhebliche psychische Folgen für sie gehabt hätten.
Nach ihrer Darstellung habe sie sich im Januar 2022 in einer akuten Krise befunden und Vince McMahon gegenüber Suizidgedanken geäußert. Die Schilderung war Teil ihrer Argumentation, dass die Vereinbarung und die darin enthaltene Schiedsklausel unter erheblichem Druck zustande gekommen seien.
In dem Beitrag äußerte sich Grant weder zu den Gründen für ihre Zustimmung zum Schiedsverfahren noch zur juristischen Strategie ihres Anwaltsteams. Auch Vince McMahon, die WWE oder einzelne Bestandteile ihrer Klage erwähnte sie nicht ausdrücklich. Damit war ihre Nachricht in erster Linie ein persönliches Lebenszeichen und keine inhaltliche Stellungnahme zur rechtlichen Entwicklung.
Rückzug der Bundesklage inzwischen eingereicht
Unterdessen wurde der Schritt vollzogen, der in der gemeinsamen Vereinbarung vom 21. Juli 2026 bereits angekündigt worden war. Die Rechtsvertreter von Grant, McMahon und WWE reichten am Freitag, dem 24. Juli, die freiwillige Einstellung des Bundesverfahrens ein.
Die Klage und die darin erhobenen Ansprüche werden dem Dokument zufolge „with prejudice“ eingestellt. Grant kann dieselben Forderungen daher nicht zu einem späteren Zeitpunkt erneut in einem Bundesverfahren vorbringen.
Gleichzeitig hält die Vereinbarung ausdrücklich fest, dass alle beteiligten Seiten ihre Ansprüche und Verteidigungen im privaten Schiedsverfahren weiterverfolgen dürfen. Die Einstellung des öffentlichen Verfahrens bedeutet somit nicht, dass Grant ihre Vorwürfe zurückgezogen oder McMahon und WWE eine Verantwortung eingeräumt hätten.
Unterzeichnet wurde die Einreichung von Grants Anwältin Ann Callis sowie den Rechtsvertretern von McMahon und WWE. McMahon wird in dem Verfahren von Jessica Rosenberg von der Kanzlei Akin Gump Strauss Hauer & Feld vertreten. Die rechtliche Vertretung von WWE wird von Daniel J. Toal von Paul, Weiss, Rifkind, Wharton & Garrison angeführt.
Kein Hinweis auf einen abgeschlossenen Vergleich
Durch die Einreichung wurde der angekündigte Wechsel aus dem öffentlichen Gerichtssystem nun formal umgesetzt. Eine abschließende Einigung über die Vorwürfe ist damit jedoch weiterhin nicht bestätigt.
Es gibt keine öffentlich bekannten Informationen über eine Vergleichszahlung, eine Entschädigung für Grant oder eine vollständige Beilegung des Streits. Ebenso wenig haben McMahon oder WWE ein Fehlverhalten eingeräumt. McMahon weist die gegen ihn erhobenen Anschuldigungen weiterhin zurück.
Die entscheidenden weiteren Schritte werden nun voraussichtlich innerhalb des vertraulichen Schiedsverfahrens erfolgen. Anders als bei einem öffentlichen Gerichtsprozess müssen eingereichte Dokumente, Zeugenaussagen, Beweismittel oder mögliche Entscheidungen dort in der Regel nicht öffentlich zugänglich gemacht werden.
Damit bestätigt die neue Einreichung vor allem den bereits angekündigten Verfahrenswechsel. Die wesentliche neue Entwicklung besteht darin, dass die Bundesklage nicht mehr nur zurückgezogen werden sollte, sondern dieser Schritt inzwischen tatsächlich vollzogen wurde. Grants persönliche Nachricht liefert zugleich einen seltenen Einblick in die Auswirkungen, die die vergangenen Jahre und der anhaltende Rechtsstreit offenbar auf ihr Leben hatten.
Hinweis: Wenn du selbst oder jemand, den du kennst, mit dunklen Gedanken oder Suizidgedanken kämpft, hole dir bitte Unterstützung. Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr kostenlos und anonym unter der Nummer 0800 111 0 111 sowie über die Website telefonseelsorge.de erreichbar.

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