Janel Grant ist nach Monaten weitgehend außerhalb der Öffentlichkeit wieder persönlich aufgetreten. Bei einer Veranstaltung in Connecticut wurde sie für ihr Engagement ausgezeichnet und sprach dabei nicht nur über ihre Advocacy-Arbeit, sondern auch darüber, wie sehr sich ihr Alltag in den vergangenen Jahren verändert hat.
Janel Grant erhält Auszeichnung für ihre Advocacy-Arbeit
Am 11. September 2026 erhielt Janel Grant den „Advocacy in Action Award“ der Connecticut Alliance to End Sexual Violence. Die Organisation würdigte damit insbesondere ihren Einsatz für Änderungen bei Geheimhaltungsvereinbarungen sowie ihre Arbeit rund um Machtverhältnisse, Zwangskontrolle und die Unterstützung Betroffener.
Grant hatte sich bereits während ihres Rechtsstreits gegen Vince McMahon und WWE öffentlich für eine Reform sogenannter NDAs eingesetzt. Nach Auffassung der Alliance können solche Vereinbarungen problematisch sein, wenn sie Menschen daran hindern, über Erfahrungen am Arbeitsplatz oder erlebtes Fehlverhalten zu sprechen.
In ihrer Rede stellte Grant vor allem das Thema Macht in den Mittelpunkt. Sie sprach darüber, wie sich Lebenssituationen verändern könnten, wenn Menschen zum richtigen Zeitpunkt Unterstützung erhielten und neue Verbindungen entstünden.
Grant spricht über schwierige Jahre und ihren Weg zurück
Besonders persönlich wurde die Rede, als Grant über die Auswirkungen der vergangenen Jahre sprach. Nach ihrer Darstellung habe die damalige Geheimhaltungsvereinbarung erheblichen Einfluss auf nahezu alle Bereiche ihres Lebens gehabt. Sie berichtete von gesundheitlichen Problemen, finanziellen Schwierigkeiten und einem stark geschrumpften sozialen Umfeld. Statt die einzelnen Belastungen detailliert zu schildern, stellte Grant jedoch vor allem in den Vordergrund, wie wichtig die Unterstützung anderer Menschen für ihren heutigen Alltag geworden sei.
Nach eigener Aussage haben ihr die Connecticut Alliance und weitere Personen in ihrem Umfeld dabei geholfen, wieder mehr Stabilität aufzubauen. Auch ihr Engagement für eine Reform von NDAs habe ihr eine neue Aufgabe und neue Kontakte beschert. Laut Grant habe bereits die Möglichkeit, sich mit anderen Menschen auszutauschen und wieder stärker am öffentlichen Leben teilzunehmen, einen erheblichen Unterschied für sie gemacht.
Öffentlicher Auftritt war für Grant ein ungewöhnlich großer Schritt
Wie außergewöhnlich der Abend für sie war, verdeutlichte Grant anschließend in einem eigenen Instagram-Beitrag. Nach ihren Angaben war die Veranstaltung erst das siebte Mal im gesamten Jahr 2026, dass sie ihr Zuhause verlassen hatte. Damit gab sie erstmals einen konkreteren Einblick darin, wie zurückgezogen sie in den vergangenen Monaten gelebt habe.
Auch gesundheitlich sei sie weiterhin eingeschränkt. Grant erholt sich noch von einem schweren Sturz, nach dem sie unter anderem mit einer Gehirnerschütterung und mehreren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht worden war. In ihrem aktuellen Beitrag erklärte sie, dass insbesondere Denken, Lesen und die Verarbeitung von Eindrücken aufgrund der Gehirnerschütterung noch anstrengend seien. Trotzdem habe sie an der Veranstaltung teilnehmen wollen.
Nach ihrer Rede blieb Grant nach eigener Aussage ungefähr eine Stunde auf den Beinen. Schon das sei für sie inzwischen ungewöhnlich gewesen. Als die körperliche Belastung größer wurde, habe sie sich schließlich zurückgezogen und eine Pause eingelegt.
Grant blickt nach Krankenhausaufenthalt anders auf ihre Situation
Über ihren Sturz und die anschließende Behandlung hatte Grant bereits im August gesprochen. Damals erklärte sie, dass sie nach einem Unfall in ihrer Wohnung mehrere Tage nur eingeschränkte Erinnerungen gehabt habe und schließlich medizinisch versorgt worden sei. In ihrer aktuellen Rede stellte sie weniger die Verletzungen selbst als vielmehr die Hilfe ihres Umfelds in den Mittelpunkt. Personen, mit denen sie erst in jüngerer Vergangenheit engeren Kontakt aufgebaut hatte, hätten bemerkt, dass etwas nicht stimme, und dafür gesorgt, dass sie Unterstützung erhielt.
Grant erklärte, diese Erfahrung habe ihre Sichtweise verändert. Zwar habe sie weiterhin mit gesundheitlichen, persönlichen und finanziellen Problemen zu kämpfen, doch heute empfinde sie vor allem Dankbarkeit dafür, Menschen in ihrem Umfeld zu haben, die auf sie achten. Auch während der Award-Verleihung wurde ihr noch einmal bewusst, wie sehr sich ihre Situation innerhalb relativ kurzer Zeit verändert hat.
Rechtsstreit mit Vince McMahon und WWE läuft nicht mehr öffentlich vor Bundesgericht
Die Auszeichnung erfolgte rund zwei Monate nach einer wichtigen Veränderung im Rechtsstreit zwischen Grant, Vince McMahon und der WWE. Im Januar 2024 hatte Grant Klage eingereicht und McMahon unter anderem sexuelle Übergriffe und Menschenhandel vorgeworfen. Darüber hinaus erhob sie Vorwürfe gegen die WWE. McMahon hat die Anschuldigungen bestritten und auch WWE wies die gegen das Unternehmen gerichteten Vorwürfe zurück.
Im Juli 2026 einigten sich die beteiligten Seiten darauf, das Verfahren vor dem Bundesgericht zu beenden und die Auseinandersetzung in einem privaten Schiedsverfahren fortzuführen. Die Klage wurde mit prejudice eingestellt, die jeweiligen Ansprüche und Verteidigungen können jedoch innerhalb des Schiedsverfahrens weiterverfolgt werden. Neue konkrete Aussagen über den aktuellen Stand dieses Verfahrens machte Grant bei ihrem Auftritt nicht.
Stattdessen konzentrierte sie sich auf ihre persönliche Situation und ihre Advocacy-Arbeit. Ihre Botschaft am Ende des Abends fiel entsprechend positiv aus: Trotz weiterhin bestehender Probleme wolle sie ihren Blick stärker darauf richten, was sich in ihrem Leben inzwischen zum Besseren verändert habe.
Janel Grant gives her first public speech after the Vince McMahon lawsuit was settled. pic.twitter.com/Q8W8QFHSBi
— FADE (@FadeAwayMedia) September 15, 2026

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