Mehr als neun Monate nach dem Tod von Hulk Hogan bleibt sein Vermächtnis öffentlich präsent, allerdings auf zwei sehr unterschiedlichen Ebenen. Während ein weiteres Paar seiner legendären Stiefel bei einer Auktion einen sechsstelligen Verkaufspreis erzielt hat, meldet sich seine Tochter Brooke Hogan mit deutlicher Kritik an der Netflix-Dokumentation „Hulk Hogan: Real American“ zu Wort.
Survivor-Series-Stiefel zum zweithöchsten Wrestling-Stiefelpreis aller Zeiten
Den ersten Akzent setzt eine Auktion bei Iconic Auctions, deren Endgebot in der Wrestling-Szene für Aufsehen sorgt. Sportbusiness-Reporter Darren Rovell verkündete auf X das Höchstgebot von 146.803 US-Dollar für ein Paar Hogan-Stiefel. Inklusive Buyer’s Premium kletterte der finale Verkaufspreis auf 150.473,28 US-Dollar. Damit handelt es sich um den zweithöchsten Preis, der jemals für ein Paar Wrestling-Stiefel gezahlt wurde, und um eine der größten Wrestling-Auktionen des laufenden Jahres.
$146,803: Winning bid tonight at @IconicAuctions for Hulk Hogan’s boots matched to the 1989 Survivor Series and the 1990 Royal Rumble.
It is the second highest price ever paid for wrestling boots.
Hulk’s photomatched boots from Wrestlemania I sold for more than $1M in March. pic.twitter.com/slJevHM4k1
— Darren Rovell (@darrenrovell) May 3, 2026
Mit dieser Botschaft fixierte Rovell den Wert der Sammlerstücke unmittelbar nach Auktionsende.
Photomatch-Verifikation als Werttreiber
Was die jetzigen Stiefel besonders wertvoll macht, ist ihre umfassende Provenienz-Dokumentation. Sports Investors Authentication (SIA) hat das gelb gehaltene Paar Photomatch-verifiziert. Die Stiefel sind nicht nur eindeutig der Survivor Series 1989 und dem Royal Rumble 1990 zuzuordnen, sondern auch der Cover-Aufnahme des WrestleMania-VI-Programmhefts und dem WWF Wrestling Program Volume 182. Das Leder zeigt typische Spuren intensiver Ring-Nutzung, einschließlich Abriebstellen, Knicken und Rückständen, die auf wiederholte Match-Einsätze und Promotion-Auftritte hinweisen.
Zudem sind beide Stiefel von Hogan persönlich mit einem schwarzen Filzstift signiert. Diese Kombination aus Photomatch, Authentifizierung und Hogan-Signatur erklärt den hohen Verkaufspreis und macht das Paar zu einem der wertvollsten Wrestling-Sammlerstücke der Welt.
Survivor Series 1989 und Royal Rumble 1990 als historischer Kontext
Die Stiefel verbinden zwei zentrale Momente aus Hogans Glanzzeit. Bei Survivor Series 1989 führte Hogan das Team „The Hulkamaniacs“ gemeinsam mit Jake „The Snake“ Roberts und Demolition mit Ax und Smash gegen „The Million Dollar Team“ rund um Ted DiBiase, The Powers of Pain und Zeus an. Die Hulkamaniacs setzten sich im 4-gegen-4-Elimination-Match durch.
Beim Royal Rumble 1990 trat Hogan an Position 25 als amtierender WWF World Heavyweight Champion in das 30-Mann-Match ein. Er gewann sein erstes Royal-Rumble-Match überhaupt und legte damit den Grundstein für seine zwei aufeinanderfolgenden Rumble-Siege 1990 und 1991. Final eliminierte er Mr. Perfect und sicherte sich den Sieg in einem hochkarätig besetzten Feld, in dem unter anderem Ted DiBiase und Earthquake antraten.
WrestleMania-I-Stiefel als Vergleichswert
Den Rekord für Wrestling-Stiefel hält weiterhin ein anderes Hogan-Paar. Im März 2026 wurden die Stiefel aus seinem WrestleMania-I-Auftritt für 1,037 Millionen US-Dollar versteigert und damit als erstes Wrestling-Sammlerstück überhaupt über die Millionen-Dollar-Marke gehoben. Mit dem jetzigen Survivor-Series-/Royal-Rumble-Verkauf rangiert das aktuelle Paar zwar deutlich darunter, bestätigt aber die anhaltend hohe Nachfrage nach Hogan-Memorabilia. Sammler honorieren vor allem Stücke, die mit klar dokumentierten Karriere-Höhepunkten verbunden sind. Genau in diese Logik fügen sich die jetzt versteigerten Stiefel ein.
Brooke Hogan und der schwierige Doku-Hintergrund
Während Hogans öffentliches Erbe auktionstechnisch boomt, läuft eine zweite Erzählung in eine ganz andere Richtung. Seine Tochter Brooke Hogan hat sich in den vergangenen Monaten mehrfach mit deutlich kritischen Worten zur Netflix-Dokumentation „Hulk Hogan: Real American“ und zur medialen Begleitung der Familie geäußert.
In der Doku selbst spielte Brooke nur eine sehr kleine Rolle, was nach der Premiere für Diskussionen sorgte. Regisseur Bryan Storkel beantwortete bei einem Auftritt in der Ham Radio Show die wiederholte Frage nach ihrer Abwesenheit. Demnach hatte das Produktions-Team mehrfach Kontakt zu ihr aufgenommen, doch Brooke habe nicht auf die Anfragen reagiert. Storkel bestätigte zudem, dass Hulk Hogan zum Zeitpunkt der Dreharbeiten bereits seit mehreren Jahren nicht mehr mit seiner Tochter gesprochen hatte. Storkel betonte, er habe sich ein paar Mal bei ihr gemeldet, sie habe aber nicht geantwortet, weshalb er ihre Entscheidung respektiert habe.
„Buchstäblich begraben“
Brooke selbst meldete sich nach der Doku-Premiere bei „Bubba the Love Sponge“ zu Wort und ordnete ihre Empfindungen sehr klar ein. Sie fühle sich nicht nur ausgeschlossen, sondern komplett aus der Geschichte ihres Vaters getilgt.
Sie schilderte zudem, dass die Distanz zu Hulk lange vor der Doku begann. Brooke hatte aktiv darum gebeten, aus dem Testament gestrichen zu werden, und Hulk hatte das tatsächlich getan. Sie habe daraufhin gehofft, dass diese Entscheidung ein vertieftes Gespräch zwischen ihnen auslösen würde, sei aber emotional ausgeschlossen worden.
Ergänzend stellte Brooke klar, dass die Doku nicht die Realität widerspiegele, die sie innerhalb ihrer Familie erlebt habe. Diese Frustration verstärkte ihre kritischen Worte zur Inszenierung der Filmreihe.
Paparazzi-Vorfall vom August 2025 als Vorgeschichte
Bereits vor der Doku-Premiere hatte Brooke öffentlich gemacht, wie schwierig die mediale Begleitung der Trauerphase war. Am 12. August 2025 war sie in Orlando, Florida, gemeinsam mit ihrem Ehemann Steven Oleksy und ihren Zwillingen beim Sonnenuntergang von TMZ-Paparazzi fotografiert worden. Brooke wurde dabei beim Weinen aufgenommen, weil sie sich an ihren verstorbenen Vater erinnerte. Hulk Hogan war am 24. Juli 2025 in Clearwater, Florida, im Alter von 71 Jahren an einem Herzinfarkt verstorben.
HGTV-Rock-the-Block als emotionaler Spiegel
Neun Monate nach Hulks Tod gab Brooke ein Fox-News-Interview rund um die HGTV-Show „Rock the Block“, in dem sie ihre Trauer noch einmal sehr persönlich einordnete. „Ich rede jeden Tag mit meinem Vater. Ich denke: ‚Was hast du dir nur dabei gedacht? Ich wünschte, ich wäre da gewesen, dann wärst du heute noch hier. Ich habe das Gefühl, ich hätte dich retten können.'“ Diese Aussage steht stellvertretend für das innere Ringen, das Brooke seit dem Tod ihres Vaters öffentlich beschreibt.
Sie räumte ein, dass sie und Hulk vor seinem Tod nicht miteinander gesprochen hätten. Das liege jedoch nicht daran, dass sie ihn nicht geliebt hätte, sondern daran, dass er aus ihrer Sicht in Bezug auf sein Leben und die Menschen, mit denen er sich umgibt, abgekühlt gewesen sei. „Ich bin die Tochter, die ihn retten wollte. Aber wenn jemand nicht gerettet werden will, ist das eine schwierige Situation.“
Brooke nahm nicht an Hulks privater Beerdigung am 5. August 2025 teil. Stattdessen ehrte sie ihren Vater am gleichen Tag privat am Strand mit ihren Zwillingen Oliver und Molly, die im Januar 2026 geboren wurden. „Mein Vater hasste die Morbidität von Beerdigungen. Er wollte keine. Als seine Tochter musste ich meine eigene Entscheidung treffen, ihn auf die ehrlichste und beste Weise zu ehren, die ich kannte – privat.“

Also wenn man auf Anfragen nicht reagiert,dann sollte man hinterher aber auch nicht jammern, wenn man nicht dabei ist.