Hinter den Entlassungen steckt mehr: WWE/TKO richtet Vertragsstrukturen neu aus und soll Gehaltskürzungen gefordert haben

WWE & TKO Gehaltskürzungen
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Die jüngsten Entlassungen bei der WWE, von denen am 24. April unter anderem Kairi Sane, Aleister Black und Zelina Vega und am 2. Mai Kofi Kingston, Xavier Woods, JC Mateo und Tonga Loa betroffen waren, haben eine neue Diskussion über die Vertragsstrukturen innerhalb der Promotion ausgelöst. Mehrere unabhängige Quellen liefern Einblicke in die interne Personalpolitik, die ein deutliches Bild ergeben.

Kaum No-Cut-Verträge im gesamten Roster

Den ersten zentralen Punkt liefert Dave Meltzer bei Wrestling Observer Live. Demnach existieren in der WWE nur äußerst wenige Verträge, die eine garantierte Beschäftigung ohne Kündigungsmöglichkeit beinhalten. Solche No-Cut-Klauseln seien möglicherweise nur in ein oder zwei Fällen im gesamten Roster vorhanden. Selbst Top-Stars hätten nach Meltzers Recherche versucht, eine solche Vertragsklausel durchzusetzen, seien jedoch von der WWE-Führung abgewiesen worden.

Stattdessen soll die Promotion den Betroffenen mündlich signalisiert haben, dass sie zwar nicht plane, Top-Stars zu entlassen, jedoch keine entsprechenden Garantien schriftlich fixieren werde. Damit bleibt die Vertragssicherheit selbst für sehr profilierte Performer auf einer Vertrauensbasis ohne formale Absicherung.

Sean Ross Sapp von Fightful bestätigte diese Darstellung unabhängig. Mehrere Stars hätten versucht, No-Cut-Klauseln zu verhandeln, jedoch ebenfalls eine Absage erhalten. Die Thematik gewinnt vor dem Hintergrund der regelmäßigen Cut-Wellen zusätzliche Tragweite, weil die WWE in den vergangenen Jahren immer wieder größere Entlassungswellen durchgeführt hat.

Gehaltskürzung um 50 Prozent

Eine zweite Linie der aktuellen Berichterstattung betrifft konkrete Vertragsanpassungen, die parallel zu den Trennungen verhandelt werden. Mike Johnson von PWInsider berichtet, dass ein stark gepushtes WWE-Talent aufgefordert worden sei, eine Gehaltskürzung von bis zu 50 Prozent zu akzeptieren. Der Star habe diese Kürzung offenbar akzeptiert, um im Roster zu bleiben. Die Identität des Performers wurde nicht öffentlich bestätigt.

Johnson merkte zudem an, dass der Zeitpunkt dieser Vertragsanpassung auffällig sei. Sie erfolgte unmittelbar im Umfeld der Abgänge von Kingston und Woods sowie kurz nach der WrestleMania-Phase. Damit fügt sich die Episode in das größere Bild der laufenden Personalumbauten ein.

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Auch hier bestätigt Sean Ross Sapp die Darstellung unabhängig. Mehrere Stars seien bei der WWE tatsächlich gebeten worden, Gehaltskürzungen zu akzeptieren. Die Berichte werfen damit erneut ein Schlaglicht auf die internen Vertragsstrukturen innerhalb der Promotion und die wirtschaftlichen Anpassungen nach der größten Show des Jahres.

Alvarez warnt vor weiteren Trennungen

Die Cut-Welle ist nach Einschätzung von Bryan Alvarez zudem nicht abgeschlossen. Bei Wrestling Observer Live bestätigte er, dass die Situation hinter den Kulissen sehr unbeständig sei. Am Freitagabend war ihm zunächst mitgeteilt worden, dass auch Tama Tonga das Unternehmen verlasse, was sich am nächsten Tag als nicht zutreffend herausstellte. Damit zeigt sich, wie schnell sich Informationen ändern und wie viele Entscheidungen in Echtzeit getroffen werden.

Konkrete Risikoliste für SmackDown

Konkret nannte Alvarez mehrere Stars, deren Situation er als gefährdet einschätzt: „Als Zuschauer der SmackDown-TV-Show würde ich mir große Sorgen um Talla Tonga, Axiom, Nathan Frazer sowie Angel Garza und Humberto Carrillo machen. Wir werden sehen, was passiert, aber es würde mich nicht überraschen, wenn weitere Namen hinzukommen.“

Alvarez machte deutlich, dass es sich bei seiner Liste um eine persönliche Einschätzung handelt und keine bestätigte Cut-Liste vorliegt. Die Lage könne sich von Tag zu Tag verändern. Klar ist nach seiner Lesart allerdings, dass die jetzige Welle eher ein fortlaufender Prozess als eine abgeschlossene Maßnahme ist.

WrestleVotes ordnet TKO-Strategie ein

Eine vierte unabhängige Quelle bestätigt und vertieft das Bild. WrestleVotes wurde während einer Fragerunde direkt zu den Berichten befragt, wonach Vertragsrestrukturierungen die Trennung von The New Day mitbestimmt hätten. Die Antwort fiel eindeutig aus. Es handele sich nicht um einen Einzelfall, sondern um eine systematische TKO-Strategie: „Ja, absolut. Das passiert gerade, und es wird auch weiterhin passieren. Sie werden jede einzelne Person ansprechen, von der sie das Gefühl haben, dass sie weniger Geld akzeptieren würde. Das ist einfach das Geschäft, in dem wir uns derzeit mit TKO befinden.“

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Damit liegt erstmals eine klar formulierte Einordnung vor, dass die Vertragsanpassungen kein zufälliges Phänomen, sondern Bestandteil einer geplanten Strategie sind. Die WWE prüft unter dem Dach von TKO Group Holdings systematisch, an welchen Stellen sich Personalkosten senken lassen, und spricht die Stars individuell an.

Top-Stars wie Roman Reigns ausgenommen

Allerdings stellte WrestleVotes auch klar, dass diese Strategie nicht für alle gleichermaßen gilt. Top-Stars mit hoher wirtschaftlicher Wirkung werden davon voraussichtlich nicht betroffen sein. Als Beispiel wurde dabei explizit Roman Reigns genannt: „Bedeutet das, dass sie Roman Reigns bitten werden, ein paar Millionen weniger zu nehmen? Nein.“

Damit wird eine klare Trennlinie gezogen, die auch zu der Einordnung von Booker T passt, der in seinem Hall-of-Fame-Podcast zuletzt eine Top-5-Logik beschrieben hatte. Wer in dieser Spitzengruppe steht, ist von Vertragsanpassungen weitgehend geschützt.

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Profil der angesprochenen Zielgruppe

Im Fokus der Strategie stehen laut WrestleVotes Akteure, die hohe Gehälter beziehen, aber nicht regelmäßig im TV zu sehen sind. „Wenn man sich die Liste ansieht und Akteure wie The New Day, JC Mateo und andere in diesem Bereich findet, also Akteure, die viel Geld verdienen und nicht allzu oft im Fernsehen zu sehen sind, werden sie dich bitten, weniger zu nehmen.“

Dieses Profil deckt sich mit den jüngsten Trennungen. Kingston und Woods hatten 2025 Verträge über mehrere Jahre im siebenstelligen Bereich unterzeichnet, traten allerdings aufgrund von Woods‘ Schulterverletzung und dem daraus folgenden Storyline-Vakuum nicht regelmäßig im Fernsehen auf. Genau diese Konstellation aus hohem Gehalt und reduzierter TV-Präsenz machte die beiden zur naheliegenden Zielgruppe der TKO-Restrukturierung. JC Mateo passt ebenfalls in dieses Schema, da er bei seinem WWE-Engagement als ehemaliger NJPW-Star ein hohes Einstiegsgehalt verhandeln konnte, ohne dauerhaft prominent eingesetzt zu werden.

6 Kommentare

  1. Sie verlangen hohe Ticketpreise, aber dafür sollen viele Wrestler jetzt weniger verdienen. Wollen die TKO-Vorstände mehr Geld in die eigene Tasche fließen lassen? Die meisten Wrestler werden die Gehaltskürzungen wohl akzeptieren. Sie wissen genau, dass bei der WWE das meiste Geld verdient wird. Und nicht alle haben eine Chance zum Wechsel zu AEW. Viele wissen, dass man in einer kleineren Independent-Liga nur wenig verdient, nämlich zwischen 300 und 1 800 Dollar pro Auftritt. AEW und NJPW können nicht alle entlassenen Wrestler aufnehmen und genauso viel bezahlen wie vorher. Die Liga ist kein Lückenfüller für entlassene WWE-Wrestler.

  2. Zum Glück gibt es AEW, damit Wrestler*innen nicht komplett der Willkür von TKO ausgeliefert sind. Die haben mehr Geld als Gott, aber die Performer sollen auf Gehalt verzichten. Unfassbar.

    • Tony Khan kann nicht viele ehemalige WWE-Wrestler unter Vertrag nehmen. Wenn es 20 entlassene Wrestler sind, dann haben nur ein bis zwei von ihnen die Chance, bei AEW unter Vertrag genommen zu werden.

  3. Die WWE hätte nie verkauft werden dürfen. Unter TKO erkenne ich die Liga nicht mehr wieder. Was für ein Trauerspiel.

  4. Es ist doch klar und offensichtlich was TKO macht. Die haben Kohle, richtig viel Kohle. Jetzt MUSS man noch mehr rausholen. Wer den Krieg und die politische Lage in den Staaten nicht verstanden hat, wird es wohl nie tun. TKO ist, wie viele andere Großunternehmen auch, in Israels Hand. Da interessieren die Wrestler kaum bis gar nicht.

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