Im Gespräch mit dem Italian Wrestling Channel hat Gunther vor seinem Match um die Undisputed WWE Championship ungewöhnlich offen über seinen Werdegang und seine Sicht auf die europäische Wrestling-Landschaft gesprochen. Der Österreicher blickte dabei auf seine Anfänge zurück, ordnete das Ende von Imperium ein und gab eine klare Einschätzung dazu ab, wie die Stimmung in Turin ausfallen könnte.
Von leeren Turnhallen zur größten Bühne
Im Interview erinnerte sich Gunther an seine Anfänge in der europäischen Indy-Szene. So habe er seine Karriere in Turnhallen und vor leeren Veranstaltungsorten begonnen. Offen gesagt sei das ein großartiger Ort gewesen, um zu lernen. Damals habe sich jeder einzelne Auftritt wie WrestleMania angefühlt, daran erinnere er sich noch sehr gut. Er habe diese Zeit geliebt, und sie sei ein wichtiger Teil seiner Entwicklung gewesen. Inzwischen befinde er sich in der glücklichen Lage, WWE auf der europäischen Bühne zu vertreten, wenn das Unternehmen als der „Europäer“ nach Europa komme.
Warum er Imperium nicht vermisst
Auf die Frage, ob er sich ohne die Gruppierung Imperium an seiner Seite allein fühle, gab Gunther eine bemerkenswert nüchterne Antwort. Er fühle sich nicht allein, erklärte er. Den Großteil seiner Karriere sei er ohnehin auf sich gestellt gewesen. Er habe immer Partner gehabt, aber irgendwann gehe jeder seinen eigenen Weg. Das gehöre dazu. Es sei eine großartige Zeit gewesen und ein guter Einstieg ins Main Roster. Aber jetzt sei er sehr zufrieden mit seiner aktuellen Situation.
Das Imperium Stable wurde 2019 bei NXT UK gegründet. Neben Gunther gehörten Ludwig Kaiser, Giovanni Vinci und Alexander Wolfe zur Gruppierung. Wolfe schied 2021 aus, Vinci wurde 2024 entlassen und Kaiser entwickelte sich mit dem El-Grande-Americano-Charakter zum Solo-Star. Gunther behielt das ursprüngliche Einmarschthema der Gruppierung bei und machte es zu seinem Erkennungszeichen.
„Auswärtsspiel“ für Cody Rhodes
Besonders viel Aufmerksamkeit in den US-Medien erhielt Gunthers Einschätzung zur Crowd-Dynamik in Turin. Er erklärte, Europa sei sein Heimgebiet. Ähnliche Situationen habe es schon früher gegeben, das bringe ihn nicht aus der Ruhe. Er finde es sogar ein Stück weit interessanter.
Für Cody Rhodes könne es sich „ein bisschen wie ein Auswärtsspiel“ anfühlen. Der Vergleich ist nicht aus der Luft gegriffen: Als Drew McIntyre am 9. Januar in Berlin Cody Rhodes den Undisputed WWE Championship abnahm, feierte das europäische Publikum den Schotten frenetisch. Europäische Crowds neigen dazu, für Stars aus der eigenen Region einzustehen, selbst wenn der Wrestler nicht direkt aus dem jeweiligen Land kommt.
Europas Zukunft im Wrestling
Gunther nutzte das Interview zudem, um seine Sicht auf die aktuelle Entwicklung des europäischen Marktes zu teilen. Wie man bei dieser Tour sehe, gehe es nicht mehr nur um ein paar gelegentliche Shows, erklärte er. WWE veranstalte jetzt zum ersten Mal ein Premium Live Event in Italien. In den letzten Jahren habe das Unternehmen gezeigt, dass es den europäischen Markt sehr ernst nehme. Solange die Fans weiterhin kommen würden, werde das auch so weitergehen.
Die Zukunft für Wrestling in Europa sehe rosig aus. Das sei sehr ermutigend für viele europäische Talente, die gerade erst mit dem Training begonnen hätten oder schon ein paar Jahre dabei seien. Diese Möglichkeiten seien jetzt da. Als er selbst angefangen habe, sei all das noch sehr weit weg und unrealistisch erschienen. Heute sei die Wrestling-Szene viel näher gerückt, und das sei großartig für alle Beteiligten.
Der Weg zum Undisputed WWE Championship
Abschließend sprach Gunther über seine sportlichen Ziele. Auf die Frage, ob er es vermisse, Champion zu sein, gab er eine einfache Antwort. Man müsse Ziele haben, auf die man hinarbeite. Das oberste Ziel jedes Profi-Wrestlers sei es, Champion zu sein, und genau dafür sei er hier. Cody Rhodes habe seinen Part erledigt, und er sei im Prozess, seinen eigenen Part zu erzählen. Das Match in Turin werde auf keiner Ebene enttäuschen. WWE Clash in Italy findet am 31. Mai in der Inalpi Arena in Turin statt.
