Gerüchte um WWE und Netflix zurückgewiesen – US-Fans müssen bald mehr zahlen

WWE‑Arena mit Netflix- und ESPN Logo auf den beiden Videowalls
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Bei WWE spielt Streaming inzwischen eine zentrale Rolle für die internationale Verbreitung der Shows. Gleichzeitig sorgen die unterschiedlichen Rechtevereinbarungen mit Netflix und ESPN dafür, dass Entwicklungen rund um die beiden Plattformen von Fans besonders aufmerksam verfolgt werden.

Zuletzt tauchten sowohl neue Spekulationen über die Beziehung zwischen der WWE und Netflix als auch konkrete Änderungen des US-amerikanischen Streamingangebots für Premium-Live-Events auf. Bei genauerer Betrachtung ist die Lage allerdings differenzierter, als es manche Schlagzeile zunächst vermuten lässt.

WrestleVotes widerspricht Gerüchten über unzufriedenes Netflix

Zuletzt kursierten Behauptungen, Netflix könne mit seiner langfristigen Partnerschaft mit WWE unzufrieden sein und angesichts der hohen Kosten möglicherweise eine Art „Käuferreue“ verspüren. Während einer Frage-und-Antwort-Runde am 24. August widersprachen TC und JoeyVotes von WrestleVotes dieser Darstellung.

TC machte deutlich, dass die hohen finanziellen Ausgaben von Netflix nicht automatisch darauf schließen ließen, dass der Streaminganbieter mit der Gegenleistung unzufrieden sei. Netflix investiere zweifellos erhebliche Summen in die Zusammenarbeit, verfüge allerdings auch über entsprechende finanzielle Möglichkeiten.

JoeyVotes erklärte auf direkte Nachfrage ebenfalls, nichts darüber gehört zu haben, dass Netflix mit WWE unzufrieden sei. Damit sind entsprechende Spekulationen zwar nicht endgültig widerlegt. WrestleVotes liegen nach eigenen Angaben derzeit jedoch keine Informationen vor, die eine ernsthafte Unzufriedenheit von Netflix mit der Partnerschaft bestätigen würden.

Netflix zog zuletzt selbst eine positive WWE-Bilanz

Auch öffentlich gibt es mehrere Anzeichen, die derzeit gegen einen grundlegenden Bruch zwischen den beiden Unternehmen sprechen. So veröffentlichte Netflix Anfang 2026 selbst eine Bilanz zum ersten Jahr von Monday Night Raw auf der Plattform. Demnach erreichte die WWE-Show im Jahr 2025 in 47 von 52 Wochen die weltweiten Top 10 der englischsprachigen Netflix-TV-Inhalte.

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Raw kam im Jahresverlauf durchschnittlich auf mehr als drei Millionen Views pro Ausgabe und schaffte es in zahlreichen Ländern regelmäßig in die nationalen Top 10. Darüber hinaus wurde die Zusammenarbeit Anfang 2026 sogar ausgeweitet. In den Vereinigten Staaten wurde Netflix zusätzlich zur Heimat eines umfangreichen WWE-Archivs mit früheren Premium Live Events, Dokumentationen und weiteren Inhalten.

Auch an anderer Stelle arbeiteten beide Unternehmen weiter eng zusammen. So wurde eine Raw-Ausgabe zum einjährigen Netflix-Jubiläum unter dem Motto „Raw is Stranger Things“ präsentiert. WWE integrierte damit eine der bekanntesten Netflix-Marken direkt in die eigene Show.

Netflix soll dennoch genaue Erwartungen an WWE haben

Das bedeutet allerdings nicht, dass es innerhalb der Partnerschaft keinen Druck gibt. Bereits Ende Juli berichtete WrestleVotes, dass die Mitglieder des kreativen WWE-Teams erhöhten Druck verspürt hätten, als Verantwortliche von Netflix eine Raw-Ausgabe im Intuit Dome besuchten. Dies lässt darauf schließen, dass der Streamingdienst das Produkt genau beobachtet und bestimmte Erwartungen an die WWE stellt. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass Netflix die gesamte Vereinbarung infrage stellt.

Auch die regelmäßige Cross-Promotion zwischen WWE und verschiedenen Netflix-Projekten spricht momentan eher dafür, dass beide Seiten ihre Zusammenarbeit weiterentwickeln.

Für einige WWE-Fans in den USA wird der PLE-Zugang teurer

Während es bei Netflix bislang vor allem um Spekulationen geht, gibt es beim zweiten großen WWE-Streamingpartner eine konkrete Änderung. ESPN erhöht ab dem 17. September 2026 die Preise seiner Streamingangebote. Der für WWE-Fans relevante ESPN-Unlimited-Tarif kostet künftig monatlich 31,99 US-Dollar statt bislang 29,99 US-Dollar. Der Jahrespreis steigt von 299,99 auf 319,99 US-Dollar.

Auch ESPN Select wird teurer. Dort steigt der Monatspreis von 12,99 auf 13,99 US-Dollar und der Jahrespreis von 129,99 auf 139,99 US-Dollar. Für WWE-Zuschauer spielt allerdings vor allem ESPN Unlimited eine Rolle, da die Premium Live Events des Unternehmens in den USA über dieses Angebot verfügbar sind.

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Die Preiserhöhung betrifft ausschließlich den US-Markt

Für Wrestlingfans außerhalb der Vereinigten Staaten ist dabei eine wichtige Unterscheidung notwendig. Der Vertrag zwischen WWE und ESPN betrifft die US-amerikanischen Übertragungsrechte an den Premium Live Events. Die angekündigte Preiserhöhung hat deshalb keine direkten Auswirkungen auf WWE-Fans in Deutschland oder Kanada.

In Kanada laufen die großen WWE-Veranstaltungen weiterhin über Netflix. Auch internationale Märkte, in denen WWE seine Premium Live Events über Netflix verbreitet, sind von der ESPN-Preisänderung nicht betroffen. Deutsche Fans müssen wegen der neuen ESPN-Tarife somit ebenfalls keine zusätzlichen Kosten einkalkulieren.

Selbst in den USA zahlt nicht jeder Abonnent mehr

Auch dort gibt es eine weitere Einschränkung. Die Erhöhung betrifft insbesondere Kunden, die ESPN Unlimited als eigenständiges Abonnement nutzen. Bestimmte Pakete, in denen ESPN Unlimited gemeinsam mit Disney+ und Hulu angeboten wird, bleiben nach aktuellem Stand zunächst von dieser Preisrunde ausgenommen.

Damit werden auch innerhalb der USA nicht automatisch alle WWE Fans mit höheren Kosten konfrontiert. Für Standalone-Abonnenten steigt der Preis allerdings um zwei Dollar pro Monat bzw. 20 Dollar pro Jahr.

Die neuen Tarife treten am 17. September in Kraft. Das für den 10. Oktober angesetzte „Money in the Bank” dürfte somit zu den ersten großen WWE-Premium-Live-Events gehören, die nach der Umstellung über „ESPN Unlimited” ausgestrahlt werden.

 

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