Manche Erinnerungen entstehen vor Tausenden Zuschauern, andere bei Gesprächen, die zunächst niemand außerhalb des Freundeskreises mitbekommt. Nach dem Gedenkabend für PAC erzählen weitere Weggefährten von solchen Momenten mit Benjamin Satterley und davon, was ihnen besonders im Gedächtnis geblieben ist.
Jon Moxley erinnert nach Sendeschluss an PACs Haltung
Als die Übertragung von AEW Dynamite am 30. September beendet war, wandte sich Jon Moxley noch einmal an das Publikum in Pittsburgh. Er bedankte sich bei den Zuschauern, die einen anderen Abend erlebt hatten, als sie beim Kauf ihrer Eintrittskarten erwarten konnten. Gemeinsam habe man etwas Besonderes geteilt. Moxley erklärte, für den Verlust seines Freundes keine passenden Worte zu haben. Eine Erinnerung wollte er dennoch weitergeben: Bei einer Aufnahme in der Sauna seines Kellers hatte PAC beschrieben, was die Death Riders ausmachen sollte. Die Idee, ihn dort schwitzend und schlecht gelaunt als „The Bastard“ auftreten zu lassen, habe die Beteiligten amüsiert. Ein Satz aus dieser Szene sei Moxley besonders nahegegangen.
PAC hatte die Gruppe als Profis bezeichnet, denen ihre Arbeit nicht gleichgültig sei. Für Moxley gehört diese Beschreibung zu den treffendsten Aussagen über ihr gemeinsames Selbstverständnis. Sie bringe auf den Punkt, welchen Anspruch sie jeden Tag an sich stellen wollten.
Eine Botschaft, die über Wrestling hinausgeht
Moxley richtete diesen Gedanken anschließend direkt an die Fans. Nicht jeder Mensch sei Wrestler, doch dieselbe Haltung könne auch im gewöhnlichen Alltag gelten. Wer etwas tue, solle es mit Sorgfalt und Hingabe tun – beim Kochen, im Beruf oder wenn man seine Kinder von der Schule abhole und mit ihnen in den Park gehe.
Ebenso wichtig seien Dankbarkeit und die Menschen, mit denen man seine Zeit verbringe. Moxley ermutigte die Zuschauer, sich mit Personen zu umgeben, die sie lieben und denen ähnliche Dinge am Herzen liegen. Darin könne vielleicht ein Schlüssel zu einem erfüllten Leben liegen.
Die von ihm erwähnte Sauna-Szene lässt sich auch heute noch ansehen. Sie stammt aus einer im Januar 2025 veröffentlichten Ausgabe von „Close-Up“ mit Renee Paquette, in der die Death Riders ihre Vorstellungen von der gemeinsamen Arbeit erläuterten.
Drew McIntyre blickt auf ihre frühen Begegnungen zurück
Auch Drew McIntyre teilte persönliche Erinnerungen. In seiner Videobotschaft beschrieb er PAC als jemanden, der sich trotz enttäuschender Erfahrungen im Wrestling seine Begeisterung und seinen guten Charakter bewahrt habe. Für McIntyre zählt gerade das zu dem, was von einem Menschen über dessen sportliche Erfolge hinaus bleibt.
Ihre Verbindung reichte weit vor die großen Fernsehauftritte zurück. McIntyre erinnerte sich an einen frühen Auftritt PACs bei W3L in Carlisle. Schon damals hätten ihn dessen Flugaktionen und Genauigkeit beeindruckt. Hinterher habe er ihm scherzhaft geraten, etwas weniger zu zeigen: PAC habe praktisch jede bekannte Aktion ausgeführt und zusätzlich eigene erfunden.
Später arbeiteten beide bei Irish Whip Wrestling in Irland und RQW in London zusammen. Dort hätten sie einander zugetraut, eines Tages nach Amerika zu gehen. McIntyre verfolgte anschließend mit Freude, wie sein früherer Weggefährte diesen Weg tatsächlich einschlug. Bei späteren Begegnungen habe er immer wieder denselben Menschen getroffen, den er von früher kannte. Zum Abschluss bat McIntyre darum, Erinnerungen an PAC weiterzugeben, sobald man dafür bereit sei, und den Menschen im eigenen Leben zu zeigen, wie viel sie einem bedeuten.
Ben. pic.twitter.com/iROsHW8rYI
— Drew (@DMcIntyreWWE) October 1, 2026
Chris Jericho erzählt von einem besonderen Abend in Glens Falls
Chris Jericho erinnerte an zwei gemeinsame Matches mit sehr unterschiedlichen Gefühlen. Nach einem Auftritt im Madison Square Garden seien beide unzufrieden gewesen. Am folgenden Abend in Glens Falls habe dagegen vieles besser funktioniert.
Als Jericho bedauerte, diese Leistung nicht schon im Garden gezeigt zu haben, habe PAC die Zuschauer in Glens Falls in den Mittelpunkt gestellt: Sie hätten nun ein besonderes Match erlebt, an das sie sich erinnern könnten. Jericho berichtete außerdem, PAC früh wegen einer möglichen Zusammenarbeit bei der entstehenden AEW kontaktiert zu haben.
Ospreay übte stundenlang für seinen Tribut
Will Ospreay ergänzte seinen Black Arrow gegen Ricochet um einen Einblick in die Vorbereitung. Nach eigener Aussage war er bereits um 14 Uhr in der Halle und trainierte bis zum Einlass. Die Aktion hatte er zuvor acht Jahre lang nicht gezeigt.
Finn Bálor verabschiedete sich mit gemeinsamen Fotos und der kurzen Botschaft: „Pass gut auf, Kumpel!“. Bayley beschrieb unterdessen, wie kraftvoll Wrestling sein könne, wenn Unterhaltung und das gemeinsame Gedenken an einen geliebten Menschen zusammenkommen. Die Dynamite-Ausgabe nannte sie dabei nicht ausdrücklich.
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