Cody Rhodes hat sich in den letzten Tagen in mehreren großen Medien-Interviews zu einer breiten Themen-Palette geäußert. Von persönlichen Reflexionen über seinen Umgang mit Fans über Pläne für die Zeit nach dem Wrestling bis hin zu konkreten Einschätzungen zu Brock Lesnar und Danhausen lieferte der Undisputed WWE Champion einen aufschlussreichen Blick.
Fans, Sammler und die Sicht eines späten Aufsteigers
In der Rich Eisen Show wurde Cody gefragt, wie es sei, als einer der Topstars der WWE ständig „auf Draht“ sein zu müssen. Es könne anstrengend sein, antwortete er, doch er sehe das anders, weil er seinen Durchbruch im Wrestling vergleichsweise spät erreicht habe. Er nehme nichts davon als selbstverständlich hin. Fans an Flughäfen, in Hotels oder bei Medienterminen seien für ihn ein Geschenk, kein Stress.
Selbst gegenüber Autogrammsammlern, die signierte Gegenstände später möglicherweise weiterverkaufen, habe er keine Vorbehalte. Er habe John Cena einmal eine ähnliche Einstellung äußern hören und stimme dieser zu. Wenn er jemandem mit seiner Unterschrift helfen könne, fühle er sich eher geschmeichelt als gestört. Diese Sichtweise habe er nach eigener Aussage in seiner Zeit in der Independent-Szene gewonnen, als er an Flughäfen erlebt habe, wie es sich anfühle, wenn niemand wartet.
Hollywood als nächste Bühne
Im gleichen Interview blickte Cody auch in die Zeit nach seiner aktiven Wrestling-Karriere. Sein klares Ziel: Geschichten auch außerhalb des Rings erzählen. Er nehme bereits seit einem Jahr Schauspielunterricht an der Howard Fine Acting School. Seine Mitwirkung beim Film „Street Fighter“ habe ihm so viel Spaß gemacht, dass er mehr in dieser Richtung machen wolle.
Hollywood sei für ihn eine natürliche Fortführung dessen, was er im Ring bereits leiste, nämlich Geschichten zu erzählen. Dass dieser Weg möglich sei, hätten Batista, Dwayne Johnson, John Cena und sogar Terry Funk bereits bewiesen. Erst einmal stünden für ihn jedoch noch Matches an, die er unbedingt bestreiten möchte. Sein Hollywood-Engagement steht damit auf der Roadmap, ist aber nicht für die unmittelbare Zukunft geplant.
Danhausen schlägt sie alle beim Merchandise
Bei seinem Auftritt in der ESPN-Show „Unsportsmanlike“ lieferte Cody eine bemerkenswerte Einschätzung zur aktuellen Merchandise-Hierarchie der WWE. Auf die Frage nach Danhausens wachsender Popularität räumte er ein, der bizarre Fanliebling dominiere den Merchandise-Verkauf komplett.
Er beschrieb amüsiert, wie er bei Autogrammstunden inzwischen direkt neben Danhausen sitze. Seine eigene Einordnung von Danhausen falle dabei eher ratlos aus: sehr nett, sehr böse, sehr reich. Eines stehe jedoch fest: Danhausen sei aktuell einer der beliebtesten Menschen in der gesamten WWE und schlage alle anderen Stars beim Verkauf. Das ist umso bemerkenswerter, als das aktuelle WWE-Roster Schwergewichte wie Roman Reigns, CM Punk, Rhea Ripley und John Cena enthält.
Laut PWInsider liegt Danhausen mittlerweile auf Platz zwei der bestverkauften Merchandise-Artikel, und drei seiner T-Shirts gehören zu den Top 5 im WWE Shop.
Lesnars Rückkehr beunruhigt die Umkleide
Im selben ESPN-Format ging Cody auf Brock Lesnars unerwartete Rückkehr ein. Nach Lesnars Angriff auf Oba Femi in der RAW-Ausgabe vom 18. Mai sei klar, dass der „Beast Incarnate“ die Aufmerksamkeit aller im Roster auf sich ziehe, ihn selbst eingeschlossen. Cody hatte ursprünglich angenommen, dass Lesnar nach seiner WrestleMania-Niederlage gegen Femi seine Karriere beendet habe. Mit seinen zwei eigenen Siegen gegen Lesnar hätte er dann eine sichere persönliche Bilanz gehabt. Diese Sicherheit sei nun dahin.
Lesnar beschäftige die gesamte Umkleide, weil er eine derart außergewöhnliche Präsenz sei und in jedem Aspekt des Sports schwer zu schlagen. Trotzdem traue Cody Femi zu, Lesnar bei Clash in Italy ein zweites Mal zu besiegen. Mit einem augenzwinkernden Seitenhieb fügte Cody hinzu, er wolle ohnehin zu den Rücktritten im 90er-Jahre-Stil zurückkehren, bei denen niemand wirklich endgültig zurücktritt. Brock habe damit begonnen, Terry Funk sei 20 Jahre lang im Ruhestand gewesen, Flair und Savage immer wieder. Cody sei das recht.
PLE-Begriff und Heel-Turn: Cody bezieht klare Position
In seinem eigenen Podcast „What Do You Wanna Talk About?“ sprach Cody über zwei weitere oft diskutierte Themen. Zur Bezeichnung „Premium Live Event“ statt „Pay-per-View“ stellte er klar, dass ihm der Begriff nichts ausmache. Die Wrestling-Terminologie habe sich immer wieder verändert. Vor den Pay-per-Views seien WWE-Specials als Closed Circuits bekannt gewesen. Mit der Zeit werde jeder neue Begriff zur Selbstverständlichkeit.
Zum oft diskutierten Heel-Turn äußerte er sich nüchtern: Er sei grundsätzlich offen für jede Richtung, wenn die Story es erfordere, lasse sich aber nicht von Online-Diskussionen unter Druck setzen. Er habe Spaß daran, in der aktuellen Phase einfach er selbst zu sein. Manche seiner Entscheidungen würden bejubelt, andere ausgebuht. Das gehöre zu seiner Persönlichkeit. Bereits am 14. April hatte er gegenüber „Unsportsmanlike“ eingeräumt, dass er seine frühere harte Linie gegen einen Heel-Turn nicht mehr halten könne. Er sei offen für alle Wege, aber nicht auf Knopfdruck.

DH entspricht halt dem Zeitgeist: Macht nix außer doof grinsen und senkt das Niveau soweit ab, dass sich niemand unterlegen fühlen muss. Dazu scheint der Archetyp Comicbook-Villain weiterhin nicht aus der Mode zu kommen wollen. Wahrscheinlich äquivalent zum Typus „Internet-Troll“. Wenigstens scheint er backstage ne angenehme Person zu sein.