CM Punk spricht Klartext: Was sich bei WWE verbessert hat – und was ihn weiter stört

CM Punk spricht in ein WWE Mikrofon
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CM Punk nutzte seinen Auftritt im Podcast „What’s Your Story?“ von Stephanie McMahon nicht nur für persönliche Einblicke. Er sprach auch ausführlich darüber, wie er die heutige WWE wahrnimmt, welche positiven Veränderungen er sieht, was ihn weiterhin stört und warum er den kreativen Verantwortlichen des Unternehmens um ihren Job nicht beneidet.

Das alte Regime: Entlassungen wegen schlechter Punches

Zunächst blickte Punk auf seine Anfangszeit im WWE-Entwicklungssystem zurück, als er unter anderem bei Ohio Valley Wrestling aktiv war, bevor er den Sprung in das Main Roster schaffte. Damals sei eine Beförderung ins Main Roster für viele Talente kein Grund zur Freude gewesen, sondern eher ein Anlass zur Sorge.

Er erinnere sich an zahlreiche Wrestler, die nach ihrer Beförderung bereits nach wenigen Wochen wieder entlassen worden seien. Einer der häufigsten Gründe sei gewesen, dass ihre Punches im Ring nicht überzeugend genug ausgesehen hätten.

Dadurch sei eine regelrechte Kultur der Angst entstanden. Wer sich damals im Developmental-System in Kentucky befand, habe sich teilweise sogar gewünscht, noch nicht in das Main Roster aufsteigen zu müssen, weil die Karriere dort oft schneller vorbei gewesen sei, als sie überhaupt richtig begonnen hatte. Punk selbst hatte gegenüber vielen anderen einen Vorteil gehabt, da er bereits viele Jahre in der Indy-Szene gewrestelt und dadurch wertvolle Erfahrungen gesammelt hatte. Dieses Wissen und diese Routine hätten ihm geholfen, sich besser zurechtzufinden.

Heute sieht die Situation aus seiner Sicht deutlich anders aus. Das aktuelle System sei wesentlich stärker darauf ausgelegt, Nachwuchstalente gezielt aufzubauen und langfristig erfolgreich zu machen.

Was ihn heute noch stört: „Hug-Chaser“ und Wrestling X

Trotz seines Lobes übte Punk auch deutliche Kritik am heutigen Verhalten vieler Wrestler hinter den Kulissen. Auf die Frage, was er bei WWE ändern würde, antwortete er, dass er sich mehr Ernsthaftigkeit wünsche. Seiner Meinung nach kämen viele Talente nach ihrem Match durch den Vorhang und suchten sofort nach Bestätigung, anstatt ehrliches Feedback erhalten zu wollen.

Diese Wrestler bezeichnete er als „Hug-Chaser“ – Menschen, die andere nach ihrer Meinung fragen, in Wahrheit aber lediglich hören möchten, dass ihr Match großartig gewesen sei.

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Das eigentliche Problem beginne jedoch erst danach. Statt auf die Reaktion der Zuschauer in der Halle zu achten, griffen viele sofort zu ihrem Handy und öffneten X. Für Punk sei das der falsche Ansatz. Die Fans in der Arena seien die ehrlichste und direkteste Rückmeldung, die ein Wrestler bekommen könne. Tausende Menschen reagierten live auf das Geschehen im Ring und zeigten unmittelbar, ob etwas funktioniere oder eben nicht.

Aus seiner Sicht habe die Social-Media-Plattform X dagegen oft nur wenig mit der tatsächlichen Stimmung in einer ausverkauften Arena gemeinsam. Als Beispiel nannte Punk eine RAW-Ausgabe mit rund 13.000 begeisterten Zuschauern.

Wer anschließend jedoch die Kommentare auf X lese, könne leicht den Eindruck gewinnen, die gesamte Promotion stehe kurz vor dem Zusammenbruch. Für Punk zeige genau das, wie groß die Kluft zwischen der Stimmung in der Halle und der Wahrnehmung in den sozialen Medien sein könne.

Stephanie McMahon ergänzte, dass sich der Erfolg einer Show letztlich an der Reaktion des Publikums messen lasse. Begeisterte Fans seien ebenso ein deutliches Signal wie leere Sitzplätze. Kommentare in den sozialen Medien könnten diesen unmittelbaren Eindruck nicht ersetzen.

Punk stimmte ihr zu und betonte, dass Wrestler auf die Zuschauer in der Halle hören sollten, wenn sie wissen wollten, wie ihr Match wirklich angekommen sei – und nicht zuerst auf ihr Smartphone schauen.

Die nächste Generation soll es besser haben

Ein weiteres Thema war der Umgang mit jungen Wrestlern. Punk machte deutlich, dass er nicht wolle, dass die nächste Generation dieselben schwierigen Erfahrungen machen müsse wie seine eigene. Veteranen, die der Meinung seien, jüngere Talente müssten denselben harten Weg gehen und dieselben Opfer bringen wie früher, lägen seiner Ansicht nach falsch.

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Zur Veranschaulichung zog er einen Vergleich zur NHL. Viele seiner Freunde, die dort gespielt hätten, freuten sich darüber, dass junge Spieler heute deutlich höhere Gehälter verdienten als sie selbst zu ihrer aktiven Zeit.

Genau diese Einstellung wünsche er sich auch im Wrestling. Sein Ziel sei, dass kommende Generationen weniger Belastungen hätten, bessere Arbeitsbedingungen vorfänden und gleichzeitig mehr Geld verdienten als ihre Vorgänger.

Triple H und die Herausforderung moderner Kreativarbeit

Punk sprach besonders ausführlich über die heutige kreative Struktur der WWE. Er erzählte, dass er Triple H regelmäßig sage, dass er dessen Job nicht wolle. Früher hätten Wrestling-Promoter und Booker ihre Shows häufig nach eigenen Vorstellungen gestaltet.

Beispiele dafür seien Jerry Jarrett in Memphis, Don Owen in Portland oder Vince McMahon in seinen erfolgreichsten Jahren. Das habe zwar nicht immer zu perfekten Entscheidungen geführt, aber am Ende habe meist eine einzelne Person die kreative Richtung vorgegeben.

Heute sieht die Situation deutlich komplizierter aus. Nach Punks Einschätzung seien inzwischen zahlreiche Personen und Abteilungen am kreativen Prozess beteiligt – darunter Writer, Mitglieder des Vorstands und verschiedene Unternehmensbereiche mit ihren eigenen Interessen. Dadurch werde es wesentlich schwieriger, klare Entscheidungen zu treffen und gleichzeitig eine kreative Vision konsequent umzusetzen.

Punk betonte, dass er die Herausforderung nachvollziehen könne. Gleichzeitig beneide er Triple H jedoch überhaupt nicht um diese Verantwortung. In einem Umfeld mit so vielen unterschiedlichen Stimmen eine klare kreative Linie zu entwickeln und dabei zugleich künstlerisch überzeugende Entscheidungen zu treffen, gehöre seiner Ansicht nach zu den größten Herausforderungen im modernen Wrestling.

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