Chelsea Green erlebt derzeit eine Phase, in der sich ihre Karriere und ihr Privatleben gleichzeitig in mehrere Richtungen entwickeln. Im Gespräch mit Chris Van Vliet sprach die WWE Women’s Championesse offen über persönliche Zukunftspläne, neue Möglichkeiten außerhalb des Wrestlings und Entscheidungen, die sie nach schwierigen Erfahrungen bewusst getroffen hat.
Chelsea Green führt offene Gespräche mit WWE über ihre Familienplanung
Green hat erneut bestätigt, dass sie und ihr Ehemann Matt Cardona langfristig eine Familie gründen möchten. Der Kinderwunsch ist nicht neu, doch im Interview gab sie erstmals ausführlichere Einblicke, wie konkret das Thema inzwischen auch gegenüber der WWE angesprochen wird. Mit 35 Jahren fühlt sie sich an einem Punkt angekommen, an dem sie solche Gespräche offen und ohne die früheren Ängste führen kann.
Nach Greens Darstellung haben sie und Cardona viele der Dinge erreicht, die sie sich für ihr gemeinsames Leben vorgenommen hatten. Sie besitzen ein Haus, ihre beruflichen Wege entwickeln sich weiter und auch finanziell hat sich ihre Situation stabilisiert. Deshalb sei die Familiengründung inzwischen der nächste große Schritt, über den beide ernsthaft nachdenken.
Green betonte gleichzeitig, dass noch keine endgültige Entscheidung darüber gefallen sei, auf welchem Weg sie und Cardona Kinder bekommen möchten. Auch eine Leihmutterschaft sei eine Möglichkeit, über die sie inzwischen offen nachdenke. Sollte eine Schwangerschaft auf natürlichem Weg entstehen, wäre dies für sie ebenso willkommen. Entscheidend sei momentan vor allem, dass sie WWE nicht überraschend mit einer längeren Auszeit konfrontieren wolle.
Noch im vergangenen Jahr hätte Green nach eigener Aussage große Hemmungen gehabt, solche Gespräche mit ihrem Arbeitgeber zu führen. Mittlerweile empfindet sie ihre Position jedoch als stabil genug, um ehrlich darüber zu sprechen, wo sie sich privat befindet und welche Veränderungen künftig möglich sind.
Ein improvisiertes Baywatch-Casting mitten auf der WWE-Europatour
Parallel verfolgt Green ihre Hollywood-Ambitionen. Vor einigen Monaten durfte sie für ein neues „Baywatch“-Projekt vorsprechen. Die Anfrage erreichte sie während einer WWE-Europatour, nachdem sie freie Tage mit Cardona auf Sizilien verbracht hatte und nach Bologna unterwegs war. Innerhalb von 24 bis 48 Stunden musste sie ein Self-Tape einreichen.
Da weder ihr Acting Coach noch ihre technische Ausstattung verfügbar waren, improvisierte Green im Hotelzimmer. Cardona übernahm die andere Rolle, während sie Kamera und Beleuchtung mit einem Mülleimer, einer Taschentuchbox und weiteren Gegenständen aufbaute. Die Rolle erhielt sie zwar nicht, bereut das Casting jedoch keineswegs. Lieber reiche sie eine unvollkommene Bewerbung ein, als eine Chance auszulassen. Nach einem ersten Horrorprojekt möchte Green weitere Film- und Fernsehrollen übernehmen und ihr Schauspielportfolio ausbauen.
Der Augenhöhlenbruch wurde zur schmerzhaftesten Verletzung ihrer Karriere
Während sich Green gleichzeitig neue Möglichkeiten eröffneten, wurde ihre aktuelle WWE-Laufbahn zuletzt durch eine schwere Gesichtsverletzung gebremst. Der Augenhöhlenbruch, den sie sich während eines Matches zuzog, war nach eigener Aussage die schmerzhafteste Verletzung ihrer bisherigen Karriere.
Green erklärte, unmittelbar nach dem Treffer gewusst zu haben, dass etwas gebrochen war. Sie habe ein deutliches Knacken gehört und anschließend eine starke Hitzewelle im Gesicht gespürt. Zunächst glaubte sie, erneut den Wangenknochen verletzt zu haben, ehe die genaue Diagnose gestellt wurde.
Der Moment traf sie besonders hart, weil sie gerade erst die WWE Women’s Championship gewonnen hatte. Als ihr bewusst wurde, dass eine ernsthafte Verletzung vorliegen könnte, seien ihr nicht nur die vergangenen Tage, sondern praktisch ihre gesamten 13 Jahre im Wrestling durch den Kopf gegangen. Green erinnerte sich dabei auch daran, dass sie kurz zuvor noch darüber gesprochen hatte, wie häufig große Erfolge in ihrer Karriere unmittelbar von Rückschlägen begleitet worden seien.
In der Notaufnahme richtete sich ihr Blick deshalb zügig auf eine mögliche Rückkehr. Green wollte nach eigener Aussage nicht gehen, bevor sie zumindest eine Vorstellung davon hatte, wann Ärzte sie wieder freigeben könnten. Später holte sie in Orlando eine weitere medizinische Einschätzung ein und ließ sich schriftlich bestätigen, unter welchen Voraussetzungen eine Rückkehr möglich wäre.
Inzwischen steht Green wieder im Ring. Dabei trägt sie eine Schutzmaske, die sie selbstverständlich ihrem eigenen Stil angepasst und mit auffälligen Details verziert hat.
Warum Chelsea Green X endgültig verlassen hat
Eine weitere Entscheidung betrifft Greens Präsenz in den sozialen Medien. Sie hat X, ehemals Twitter, verlassen und möchte dieses Mal nach eigener Aussage dauerhaft fernbleiben. Ethan Page habe sie sogar ausdrücklich daran erinnert, dass sie nicht erneut zurückkehren solle, wenn sie diesen Schritt wirklich ernst meine.
Für Green war die Plattform lange ein wichtiger kreativer Ausgleich. Gerade wenn sie bei WWE nicht immer jede Idee umsetzen konnte, ermöglichte ihr X, ihren Charakter weiterzuführen und direkt mit den Fans zu kommunizieren. Mit der Zeit hätten jedoch Negativität und persönliche Angriffe diesen positiven Aspekt zunehmend verdrängt.
Besonders problematisch sei für sie gewesen, dass Nutzer vermeintliche reale Konflikte zwischen Wrestlerinnen konstruierten und Storyline-Aussagen als Belege für tatsächliche persönliche Beziehungen interpretierten. Green erklärte, dass sich diese Dynamik schließlich sogar auf ihre mentale Verfassung und Beziehungen am Arbeitsplatz ausgewirkt habe.
Als Beispiel nannte sie Aussagen von Lainey Reid, die in einem Interview vollständig innerhalb ihres Fatal-Influence-Charakters gesprochen habe. Dennoch seien entsprechende Kommentare online als Beweis für eine angebliche reale Abneigung ausgelegt worden. Green stellte klar, dass Wrestlerinnen hinter den Kulissen miteinander trainieren, Kleidung teilen, Nachrichten austauschen und einander unterstützen, auch wenn ihre TV-Charaktere miteinander verfeindet sind.
Gleichzeitig räumte sie ein, dass das Wrestling selbst über viele Jahre dazu beigetragen habe, diese Grenzen zwischen Realität und Unterhaltung bewusst verschwimmen zu lassen. Für Green ist inzwischen jedoch ein Punkt erreicht, an dem sie diese Entwicklung nicht länger auf Kosten ihres eigenen Wohlbefindens mittragen möchte.

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