Carlito enthüllt dunkle Erinnerungen: Toxische Backstage-Kultur, respektloser Abgang und mögliche Rückkehr

Der ehemalige Intercontinental Champion Carlito hat in einem ausführlichen Interview mit WWE-Legende D-Von Dudley im gleichnamigen Podcast seine Erfahrungen bei WWE offen und schonungslos geschildert. Der inzwischen 46-jährige Wrestler sprach über die „missbräuchliche“ Unternehmenskultur in den 2000er Jahren, den respektlosen Umgang mit seinem jüngsten WWE-Abgang und die Möglichkeit einer erneuten Rückkehr zur Company. Seine Aussagen zeichnen ein deutliches Bild der Herausforderungen, mit denen viele Superstars zu jener Zeit zu kämpfen hatten – und werfen ein kritisches Licht auf den Umgang der WWE mit ihren langjährigen Talenten.

Missstände in der WWE der 2000er: Druck, Respektlosigkeit und verletzender Umgang

Im Gespräch mit D-Von Dudley erinnerte sich Carlito an seine ersten Jahre bei WWE und beschrieb die damalige Arbeitsumgebung als „missbräuchlich“. Er sprach von einem Klima des psychischen und physischen Drucks, das in der Umkleidekabine herrschte. Besonders in den Jahren, in denen WWE nahezu konkurrenzlos war, habe das Unternehmen diese Stellung ausgenutzt.

Carlito betonte, dass Wrestler, die damals um eine Pause baten oder gesundheitliche Probleme ansprachen, von Kollegen und Vorgesetzten nicht ernst genommen oder gar verspottet wurden. Ein Zeichen von Schwäche war nicht akzeptiert. In seiner Rückschau sagte Carlito wörtlich: „Wir waren so verdreht in unserer Denkweise. Wir brauchten eine Auszeit, aber haben sie nicht genommen. Heute sehen wir erst, wie verrückt das alles war.“

Als ein besonders prägendes Beispiel erinnerte Carlito an eine berühmte On-Air-Promo von Ric Flair, in der dieser ihn als „faul“ bezeichnete. Für viele Zuschauer war dies ein Teil einer Storyline. Doch laut Carlito spiegelte dieser Moment die knallharte Realität hinter den Kulissen wider. Es sei ein ehrlicher Ausdruck der Art und Weise gewesen, wie in der WWE damals mit Talenten umgegangen wurde.

Diese Aussagen verdeutlichen, wie groß der mentale und körperliche Druck auf die Performer war. Die damalige Kultur forderte absolute Härte, Loyalität und ein kompromissloses Durchhalten – selbst bei Verletzungen oder gesundheitlichen Beschwerden. Für viele Athleten, darunter auch Carlito, hatte das langfristige Konsequenzen für ihre Gesundheit und ihr Verhältnis zur Company.

Der respektlose WWE-Abschied: Vertrag lief aus, doch niemand sprach mit ihm

Neben seinen Erfahrungen aus der ersten WWE-Zeit ging Carlito auch auf seinen zweiten WWE-Run ein, der im Jahr 2023 begann. Sein Comeback wurde damals von vielen Fans gefeiert, doch hinter den Kulissen verlief sein Abschied 2025 offenbar enttäuschend und ohne Wertschätzung. Im Podcast mit D-Von Dudley schilderte Carlito, dass sein Vertrag einfach auslief – ohne Gespräch, ohne offizielles Statement und ohne ein klärendes Wort seitens der Company.

Etwa zwei Wochen vor dem Ende seines Vertrags erhielt Carlito eine kurze SMS von WWE, in der ihm mitgeteilt wurde, dass er nicht mehr zu RAW kommen solle. Trotzdem hätte er seine Arbeit gerne wie ein Profi zu Ende gebracht. Er zeigte sich enttäuscht darüber, wie man mit ihm umging, und betonte: „Ich will einfach wie ein Profi behandelt werden. Ich mache meinen Job – aber behandelt mich nicht wie irgendwen, den man einfach abschiebt. Ich war loyal.“

Er betonte, dass er keine Sonderbehandlung erwartet habe, sondern lediglich respektvollen Umgang für seine Arbeit. Für Carlito sei es wichtig gewesen, das WWE-Produkt nicht durch sein Verhalten zu gefährden. Dass man ihm jedoch keinen würdigen Abschluss bot, empfand er als herabwürdigend.

Bereits in einem früheren Interview bei Busted Open Radio hatte Carlito angedeutet, dass er sich zumindest ein sinnvolles Ende für seine Rolle innerhalb der Judgment Day-Storyline gewünscht hätte – wir berichteten. Auch wenn er kein Rampenlicht verlangt habe, so wäre ein dramaturgisch sauberer Abschluss ein Zeichen der Anerkennung für seinen Beitrag gewesen – insbesondere im Hinblick auf Kollegen wie R-Truth, die kurz darauf wieder ins WWE-TV zurückkehrten.

Trotz allem: Carlito schließt eine Rückkehr zur WWE nicht aus

Trotz der negativen Erfahrungen mit seinem jüngsten WWE-Abgang zeigte sich Carlito überraschend offen für eine mögliche Rückkehr. Im Gespräch mit D-Von Dudley erklärte er, dass er sich einen dritten WWE-Run vorstellen könne – allerdings unter anderen Vorzeichen. Für ihn müsse ein erneutes Engagement nicht mehr in einem vollwertigen Wrestling-Programm münden. Vielmehr könne er sich sporadische Auftritte in Segmenten oder Vignetten vorstellen, ähnlich wie es andere WWE-Veteranen praktizieren.

Carlito sagte, dass er kein „Heat“ zwischen sich und der Company spüre und dass es aus seiner Sicht keine offenen Konflikte gebe. Er sehe sich selbst nicht mehr als regelmäßigen Wrestler, sondern als Charakterdarsteller, der seine Figur gezielt einsetzen könne, um das Publikum zu unterhalten. In seinen Augen seien es heute nicht mehr die Matches allein, die das Publikum begeistern, sondern auch unterhaltsame und pointierte Segmente.

Er formulierte es so: „An diesem Punkt in unserem Leben brauchen wir kein komplettes Wrestling mehr. Ich denke, dass wir Promos machen können, kleine Sachen, die gut ankommen und die Leute unterhalten.“ Damit deutete Carlito an, dass es nicht zwingend um einen vollen Zeitplan gehe, sondern vielmehr um kreative und sinnvolle Einsätze, die seiner Figur gerecht werden.

3 Kommentare

  1. Ach Carlito, ich würde dich gerne in Deutschland bei GWF sehen. Ich hatte vor einer Weile eine E-Mail an diese geschrieben und man schrieb mir zurück, dass derzeit leider nichts geplant ist mit dir. Aber der Kontakt steht immer mal wieder zwischen den beiden Parteien.

  2. Ja, es ist sehr schade, wie man mit ihm umgegangen ist. Ich finde auch, TKO macht sehr viel falsch. Man muss doch schauen, was man mit den Leuten machen kann, und Gespräche mit ihnen führen, vor allem mit einem wie Carlito. Ja, ich weiß, Hunter hat auch etwas zu sagen, wer bleibt und wer geht, und er müsste es genau wissen, aber anscheinend denkt er nur: „Nein, Carlito ist einer, mit dem ich nicht unbedingt arbeiten will.”

    • Am Ende sollten doch die Fans zählen was die wollen oder nicht? Immerhin verdient WWE und allgemein die Ligen ja nur wegen ihren Fans so gutes Geld.

Kommentare sind deaktiviert.