Brian Cage hat in einem ausführlichen Interview ungewöhnlich offen auf seine Karriere zurückgeblickt. Dabei sprach der AEW-Wrestler über frühere Entscheidungen, lange gehegte Ziele und darüber, wie sich seine Sicht auf WWE und AEW im Laufe der Jahre verändert hat.
Brian Cage bestätigt frühere Nutzung von PEDs
Cage räumte ein, in der Vergangenheit leistungssteigernde Mittel verwendet zu haben. Daraus habe er nie ein Geheimnis machen wollen. Künftig wolle er sogar noch offener über dieses Thema sprechen, weil die Diskussion über seinen Körper und seine Leistungen ohnehin seit langer Zeit geführt werde. Nach seiner eigenen Darstellung nimmt er aktuell lediglich eine ärztlich begleitete Testosteronersatztherapie in Anspruch. Dabei handelt es sich um seine persönliche Aussage und nicht um einen unabhängig überprüften medizinischen Befund.
Der frühere FTW Champion bestritt nicht, dass entsprechende Substanzen bei konsequentem Training körperliche Ergebnisse begünstigen können. Er wehrte sich jedoch gegen die Vorstellung, seine gesamte Wrestlingkarriere lasse sich dadurch erklären. PEDs würden niemandem automatisch Athletik, Beweglichkeit, Technik oder das Verständnis dafür verleihen, wie ein überzeugendes Match aufgebaut werden müsse.
Cage sieht sich als Wrestler, der zusätzlich Bodybuilding betreibt
Besonders störe ihn, wenn seine Leistungen im Ring allein auf seine auffällige Statur reduziert würden. Cage beschrieb sich als Wrestler, der zusätzlich Bodybuilding betreibe. Er sei kein Bodybuilder, der lediglich versuche, im Wrestling Fuß zu fassen. Diese Unterscheidung ist für ihn entscheidend, weil seine Kraft nur einen Teil seines Stils ausmacht.
Cage verbindet seinen massiven Körperbau seit Jahren mit Aktionen, die eher mit deutlich leichteren Wrestlern verbunden werden. Aus seiner Sicht beweist gerade diese Kombination, dass eine Substanz allein nicht für seine Fähigkeiten verantwortlich sein könne. Seine Aussagen richten sich damit vor allem gegen Fans, die seine sportliche Leistung pauschal abwerten, sobald seine frühere PED-Nutzung zur Sprache kommt.
Eine WWE-Rückkehr bestimmte lange seine Karriereplanung
Auch seine Vergangenheit bei WWE beschäftigt Cage bis heute. Nach seiner ersten Entlassung habe er lange geglaubt, unbedingt zu dem Unternehmen zurückkehren zu müssen. Mehrere mögliche Wege scheiterten jedoch. Nach Cages Darstellung war eine erneute Verpflichtung zeitweise bereits vereinbart, bevor WWE die Entscheidung wieder zurückzog. Auch eine geplante Teilnahme an „Tough Enough“ kam letztlich nicht zustande.
Besonders deutlich blieb ihm eine Nachricht von John Laurinaitis in Erinnerung. Nach einer weiteren Absage habe der damalige WWE-Funktionär ihn als höchstens durchschnittlich bezeichnet. Für Cage war das ein Urteil, das seinen Wunsch nach Bestätigung zunächst noch verstärkte. Er wollte beweisen, dass WWE mit dieser Einschätzung falsch lag, und machte eine Rückkehr dadurch über lange Zeit zu einem besonders wichtigen persönlichen Ziel.
Erst das Loslassen brachte beruflichen und privaten Fortschritt
Der Wendepunkt kam nach Cages Darstellung, als er nicht länger davon ausging, dass WWE seiner Laufbahn Bedeutung verleihen müsse. Nachdem er diesen Gedanken losgelassen habe, hätten sich seine Karriere, sein Privatleben und auch seine finanzielle Situation verbessert. Heute brauche er WWE nicht mehr, um sich als erfolgreichen Wrestler zu betrachten.
Eine spätere Rückkehr schloss Cage dennoch nicht grundsätzlich aus. Bereits 2023 soll WWE erneut Interesse an ihm gezeigt haben. Er entschied sich damals jedoch für einen neuen Vertrag bei AEW. Ausschlaggebend seien größere Sicherheit, bessere Reisemöglichkeiten und mehr Freiheit für Auftritte außerhalb der Promotion gewesen. Seine Haltung ist daher keine endgültige Absage an WWE, sondern das Ergebnis veränderter Prioritäten.
AEWs Pay-per-Views sind für Cage im Ring klar überlegen
Selbstbewusst positionierte sich Cage auch im Vergleich der beiden großen US-Promotions. Nach seiner Meinung übertreffen AEWs Pay-per-Views die großen WWE-Shows regelmäßig bei der reinen Matchqualität. Gleichzeitig räumte er ein, dass starke Storylines einem Match zusätzliche Bedeutung geben können und WWE große Spektakel besonders wirkungsvoll inszeniert. Sein persönlicher Geschmack liege dennoch bei einem stärker sportlich geprägten Stil.
Cage verglich das Match zwischen Bryan Danielson und Will Ospreay beispielsweise mit dem WrestleMania-Duell zwischen Cody Rhodes und Roman Reigns. Das WWE-Match habe als Unterhaltung mit seinen zahlreichen Eingriffen sehr gut funktioniert. Aus rein wrestlerischer Sicht war Danielson gegen Ospreay für ihn jedoch deutlich stärker.
Cage sieht derzeit außerdem eine unterschiedliche Entwicklung beider Promotions. AEW befinde sich nach seinem Eindruck im Aufwind, während WWE zuletzt eher nachgelassen habe. Als Beleg führte er die Reaktionen auf All In an. Selbst Zuschauer, die gewöhnlich ausschließlich WWE verfolgten oder AEW kritisch gegenüberstünden, hätten die Veranstaltung gesehen und anschließend anerkennen müssen, dass die Promotion eine starke Show geliefert habe.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar